Sozialcourage

Caritas24

Pflegekräfte, Angehörige und Haushaltshilfe arbeiten Hand in Hand

Porträt eines MannesDCV / Niewiadomski

Welche Erfahrungen macht Ihre Sozialstation konkret?

Bei Caritas24 haben wir eine Ansprechpartnerin, die Polnisch spricht und übersetzen kann. Das ist in speziellen Pflegesituationen, für die es gute Absprache im Haushalt braucht, wichtig, oder wenn pflegerische Fachkräfte die Haushaltshilfe in der Pflege anleiten und schulen.

Mit der Koordinatorin von Caritas24 können wir vorab klären: Welche Aufgaben übernimmt die Haushaltshilfe, wann soll die Pflege durchgeführt werden, wo sind Pflegefachkräfte gefragt? Etwa bei ärztlich verordneten Maßnahmen. Unsere Mitarbeiterinnen entlastet es zu wissen, dass die Kooperation klappt, dass Pflegekräfte, Angehörige und die Haushaltshilfe Hand in Hand arbeiten und sich austauschen. Die Verantwortung ist geteilt; sie müssen sich nicht um alles kümmern.

Welche Unterstützung brauchen die Osteuropäerinnen?

Haushaltshilfen, die zum ersten Mal im Einsatz sind, haben viele Fragen und brauchen anfangs gute Begleitung: Wie kommt man vom Bahnhof zur Familie? Wie kann man sich hier mit öffentlichen Verkehrsmitteln bewegen? Wo kann man Lebensmittel und andere Dinge einkaufen? Wie funktioniert die Internetverbindung in ihr Heimatland? Wann und wo findet der Sprachkurs statt? Je nach den vorhandenen Deutschkenntnissen muss am Anfang oft übersetzt werden bei Absprachen in der Familie zu Aufgaben, Tagesrhythmus, individuellen Besonderheiten und Vorlieben, aber auch Pausen und Freizeitregelungen.

Gute und klare Absprachen erleichtern den Start und den Aufbau einer guten Beziehung. Die Haushaltshilfen müssen sich in der deutschen Bürokratie zurechtfinden. Caritas24 begleitet sie zur Anmeldung auf dem Bürgeramt oder hilft beim Ausfüllen von Formularen fürs Finanzamt.

Eine von vielen Haushaltshilfen, die in deutschen Privathaushalten arbeiten, ist Edyta Sajdak. Sie kommt aus Polen, hat dort einen Mann und zwei Kinder. Dennoch, sie würde den Schritt wieder tun...

Welchen Nutzen haben pflegende Angehörige von Ihrer Beteiligung?

Angehörige sind durch die Pflege und Betreuung oft sehr erschöpft und angestrengt. Wenn Patient und Haushaltshilfe gut miteinander zurechtkommen, Aufgaben klar verteilt sind und die Sozialstation die fachpflegerischen Aufgaben übernimmt, werden sie sehr entlastet. Im Vorfeld des Einsatzes werden sie gut beraten. Sie wissen, dass Haushaltshilfen das Recht auf freie Zeit haben und nicht rund um die Uhr für alle möglichen Arbeiten eingesetzt werden dürfen. Sie wissen aber auch, dass ihre Angehörigen einen Anspruch auf gewissenhafte Versorgung haben. Missverständnisse werden angesprochen und beseitigt. Und gerade im Konfliktfall sind die Begleitung durch Caritas24 und die Möglichkeit zu dolmetschen sehr wichtig. Die Angehörigen können aber auch konkrete Aufgaben an Caritas24 abgeben wie zum Beispiel die Personalabrechnung.


Über das Projekt Caritas24

70 Prozent der rund 2,5 Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland werden zu Hause durch Angehörige versorgt. Neben der Unterstützung durch ambulante Pflegedienste kommen oft auch Frauen aus Osteuropa in Haushalten zum Einsatz, wenn Dauerbetreuung notwendig ist.  Die Beschäftigung der im Haushalt lebenden Haushaltshilfen ist oft ungeregelt und nicht ganz legal.

Caritasverbände in Soest, Olpe und Paderborn haben deshalb mit der polnischen Caritas das Angebot "Caritas24 - zuhause gut betreut" entwickelt: Bezahlbare und legale Haushaltshilfen kooperieren mit Sozialstationen in häuslicher Pflege und Betreuung von hochbetagten oder altersverwirrten Patienten.

Die polnische Caritas schult geeignete Frauen für die Tätigkeit in deutschen Familien. Ihren Dienst verrichten die Haushaltshilfen nur bei Patienten, die von einer Caritas-Sozialstation beraten oder ambulant gepflegt werden. Auch die Haushaltshilfen werden durch die Caritas geschützt: Denn es ist schon vorgekommen, dass manche kaum Freizeit oder zu essen bekamen oder um ihren Lohn geprellt wurden.

Vertraglich geregelt werden die Einsätze zwischen den Familien der Pflegebedürftigen und den polnischen Haushaltshilfen. Die Caritas beschäftigt sie nicht selbst. Das Modell "Caritas24" wird nun auch in anderen Bundesländern angeboten.

Was kostet das? Je nach Bundesland Tariflohn rund 1600 Euro im Monat, dazu bis zu 150 Euro für die Hin- und Rückreise der Haushaltshilfe. Die Caritas berechnet für Beratung und Betreuung im ersten Monat knapp 400 Euro, ab dem zweiten 100 und nach einem Jahr 80 Euro.

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Mit Hilfe von osteuropäischen Haushaltshilfen ermöglichen sich immer mehr Pflegebedürftige und deren Angehörige die Chance auf die Pflege zu Hause. Doch die meist polnischen und bulgarischen Frauen sind häufig isoliert und haben wenig Kontakte. In einem Projekt in Markdorf organisieren Ehrenamtliche regelmäßige Austauschtreffen. mehr

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Rupert Niewiadomski leitet die Katholische Sozialstation Freiburg. Sie arbeitet mit dem Projekt Caritas24 zusammen, das versucht, Pflegebedürftigen bezahlbare und legal beschäftigte Haushaltshilfen zu vermitteln und dazu mit der polnischen Caritas kooperiert. Er berichtet von sehr guten Erfahrungen. mehr