Sozialcourage

Erzbistum Paderborn

Sachkundige Hilfe, wenn’s brennt

Geben einander Hilfe und Unterstützung (v.l.): Lisel Prott und Birgit Look (Caritas-Konferenz St. Peter und Paul Scheidingen-Illingen), Gemeindereferentin Dorothee Topp, sowie Betty Metzner und BettinGeben einander Hilfe und Unterstützung (v.l.): Lisel Prott und Birgit Look (Caritas-Konferenz St. Peter und Paul Scheidingen-Illingen), Gemeindereferentin Dorothee Topp, sowie Betty Metzner und Bettina Lehmköster (Flüchtlingshilfe Welver). (Foto: Gabriele Dräger)

Ein Netzwerk auf christlicher Basis, bei dem Erfahrungen und Anregungen abgerufen werden können; Ansprechpartner, die Kontakte herstellen; sachkundige Hilfe, wenn‘s brennt: Viele Gruppen engagierter Ehrenamtlicher, die sich um Flüchtlinge in ihrer Nachbarschaft kümmern, merkten im Lauf des letzten Jahres schnell, dass nicht alle notwendigen Aktionen aus eigener Kraft zu stemmen waren. Viele von ihnen finden bei den Caritas-Konferenzen Hilfe und Unterstützung. Und Caritas-Konferenzen sehen sich plötzlich in der Situation, dass ihre Erfahrung aus der Ehrenamtsarbeit von Jüngeren abgerufen werden. Und dann steigen auch noch die Mitgliedszahlen. 

"Wenn bei uns Not am Mann ist, können wir uns an die Caritas-Konferenz wenden. Und umgekehrt ist es genauso." Bettina Lehmköster gemeinsam mit Betty Metzner Sprecherin der Projektgruppe "Flüchtlingshilfe Welver", antwortet nach kurzen Überlegen ganz präzise, warum sich ihre Gruppe der Caritas-Konferenz St. Peter und Paul Scheidingen-Illingen / Pfarrei St. Maria Welver angeschlossen hat: "Weil das eine alteingesessene Organisation ist, der wir vertrauen können. Und weil es gut ist, im Hintergrund jemanden zu haben, der sich auskennt." Lisel Prott nickt zustimmend. Die Vorsitzende der Caritas-Konferenz sah sich im Dezember 2015 mit der Anfrage konfrontiert, ob sich die Flüchtlingshilfe Welver wohl an die Konferenz ankoppeln könne: "Bis dahin hatten wir uns durch Sammelaktionen an der Hilfe für Flüchtlinge beteiligt. Dann wandte sich die Gruppe an uns, wegen des Versicherungsschutzes. Was uns sofort aufgefallen ist: Es sind auffallend viele junge Leute dabei, so ab Jahrgang 1990." Die Konferenz mit ihren bis dahin 19 Mitarbeiterinnen nahm die Anfrage sehr positiv auf und informierte sich beim Verband in Soest und Paderborn. Als da grünes Licht gegeben wurde, wurde eine Vereinbarung geschlossen, die die Mitgliedschaft zur Caritas-Konferenz bestätigt, gleichzeitig aber zusichert, dass die Flüchtlingsgruppe selbstständig arbeitet. Lisel Prott: "Auch das ist ein ehrenamtliches soziales Engagement. So wie wir ,alten Hasen´ unsere Haussammlungen durchführen und die Haus- und Krankenbesuche beibehalten." Die beiden Sprecher der Projektgruppe nehmen an den Sitzungen der Konferenz sowie an den Vorstandswahlen teil - das wurde ebenso vereinbart wie die Tatsache, dass sich jedes Mitglied zur Verschwiegenheit verpflichtet und hoffentlich der Aufforderung folgt, an einer der Präventionsschulungen teilzunehmen, die der Regionalarbeitskreis der Caritas-Konferenz in der Region Soest bietet. "Wir fühlen uns keineswegs missbraucht", rückt Lisel Prott eventuelle Fehleinschätzungen gerade. "Wir versprechen uns eine engere Zusammenarbeit mit der Flüchtlingshilfe und auch wir werden an deren Versammlungen teilnehmen. Wir bemühen uns doch seit langem jüngere Mitglieder zu bekommen. Durch die Flüchtlingshilfe haben wir mindestens eine Chance." 

Jüngere Mitglieder gewinnen: Das ist der Wunsch wohl aller Konferenzen. Gerrit Greiß, stellv. Vorsitzender der Caritas-Konferenz St. Johannes Baptist Allagen-Niederbergheim, macht da keine Ausnahme. "Grundsätzlich müssen sich die Strukturen wie auch in anderen Vereinen ändern. Sie müssen der heutigen Zeit angepasst werden. Die bisherige Arbeit, also Kranken- und Seniorenbesuche, Sammlungen und anderes, sind ja eine Leistung, die hoch zu schätzen ist. Aber es kommen andere vielfältige Aufgaben hinzu, weil die Welt sich ändert." Greiß findet einen passgenauen Vergleich: "Bei den Löschgruppen ist es die Jugendfeuerwehr, über die neue Mitglieder gefunden werden. Wir setzen jetzt mehr auf  Projektbezogenheit entsprechend der Arbeitswelt - das ist auch für eine berufstätige Frau machbar." Mit der Ankunft der Flüchtlinge fanden sich auch im Möhnetal junge Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren wollen und unter dem Dach der Caritas-Konferenz das notwendige Know-How fanden. "Am Anfang waren unsere Leute vorsichtig, doch jetzt heißt es: Es ist gut, dass hier frisches Blut reinkommt." 

Auch Anke Rauer-Jaschke, Vorsitzende der Caritas-Konferenz St. Albertus Magnus Soest, sieht mit großer Freude, dass sich die Caritas-Konferenzen verjüngen: "Es ist absolut wünschenswert, junge Leute an die Konferenzen heranzuleiten gemäß dem Jahresmotto Generationengerechtigkeit." Auch sie sucht für die Konferenz mit ihren knapp 20 Mitglieder einen Weg, die traditionellen Einsatzgebiete zu erhalten und gleichzeitig durch neue Wege die eigenen Reihen zu stärken: "Es geht immer mehr in die Projektarbeit mit zeitlicher Begrenzung. Aber wir können auf die ,alten Hasen´ nicht verzichten." 
Sie bricht eine Lanze für die Helferinnen, die die Geburtstagsbesuche machen und sich im Krankenhausbesuchsdienst engagieren: "Der Gruß der Gemeinde steht ganz oben als kirchliche Aufgabe, nur so erfahren wir Not und können handeln. Da sind wir ganz nah am Menschen." 

Sozialcourage

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