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Ehrenamtlich im Alter

Wie früher zusammen eine Runde drehen

Drei lachende SeniorenWas Johannes Potts nicht mehr gut erkennen kann, wird ihm haarklein beschrieben.Christian Protte

Walter Grever öffnet die Autotür und wartet, bis Johannes Potts es sich auf dem Beifahrersitz bequem gemacht hat. Dann nimmt er selbst hinter dem Lenkrad Platz. Zusammen mit Herbert Beckmann holt Grever den 80-Jährigen einmal im Monat mit dem Auto zu Hause ab. Dann dreht das Männer-Trio seine Runden. Johannes Potts kann nicht mehr gut sehen, aber in seinem Heimatdorf und der Umgebung ist er immer noch gerne unterwegs. Im Wagen wird gefachsimpelt und von früher erzählt.

Das Augenlicht teilen? Kein Problem

"Als meine Augen noch mitgemacht haben, bin ich selbst viel herumgefahren und habe mir die Gegend angeguckt", sagt Johannes Potts. "Das geht nicht mehr alleine." Doch er hat jetzt seine Türöffner: Walter Grever (73) und Herbert Beckmann (77) sind selbst nicht mehr die Jüngsten, aber unterwegs teilen sie ihr Augenlicht mit "Hannes", wie sie ihn nennen: Sie machen ihn auf alles aufmerksam, beschreiben mit Worten, halten das Auto an.

Von alleine wären sie nicht darauf gekommen, mit ihrem alten Bekannten Johannes Potts solche Ausfahrten zu unternehmen. "Als mich jemand aus dem Organisationsteam der ,Türöffner’ angesprochen hat, ob ich dazu nicht Lust hätte, war mir sofort klar: Das ist was für mich, und ich frage Walter, ob er mitmacht", erinnert sich Herbert Beckmann. Die Chemie stimmt zwischen den drei Männern. Beckmann schätzt an ihrem Arrangement, dass sie es sich zeitlich so selbstständig einteilen können. "Das ist ja kein klassischer Besuchsdienst mit festen Zeiten, was wir hier machen." Der 77-Jährige lacht. "Ich mag Rentner sein, aber mein Terminkalender ist trotzdem immer voll – da ist es gut, dass wir unsere Ausfahrten selbst organisieren können."

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