NesT war in dieser Form einzigartig: Erst die Unterstützung durch ehrenamtliche Mentor:innen-Gruppen machte die Aufnahme über das Programm möglich. Die Gruppen organisierten geeigneten Wohnraum, sicherten die Finanzierung der Miete für ein Jahr und begleiteten die Eingereisten auf ihrem Weg in ein selbstbestimmtes Leben und zur gesellschaftlichen Teilhabe.
So entstanden nicht nur zusätzliche Aufnahmeplätze, sondern auch Räume für Begegnung, Solidarität und gelebte Integration.
Mit NesT hat Deutschland ein besonderes Modell erprobt: ein staatlich-zivilgesellschaftliches Aufnahmeprogramm, das die Resettlement-Aufnahmen des Bundes ergänzte und an internationale Community-Sponsorship-Programme anknüpfte. Länder wie Kanada setzen vergleichbare Modelle bereits seit Jahrzehnten um. NesT war die deutsche Variante - zugeschnitten auf den hiesigen Rechtsrahmen und getragen von einer engen Zusammenarbeit zwischen Staat, internationalen Organisationen und Zivilgesellschaft.
Die Umsetzung erfolgte in enger Kooperation: Auf staatlicher Seite verantworteten das Bundesministerium des Innern, das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sowie die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration – zugleich Beauftragte der Bundesregierung für Antirassismus – das Programm. Der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR) identifizierte besonders schutzbedürftige Flüchtlinge für die Aufnahme. Die zivilgesellschaftliche Kontaktstelle wurde durch ein Konsortium aus Deutschem Caritasverband, Deutschem Roten Kreuz und der Evangelischen Kirche von Westfalen getragen. Sie war Anlaufstelle für Interessierte, begleitete und beriet Mentorinnen und Mentoren, bot Schulungen an und arbeitete eng mit den staatlichen Programmverantwortlichen zusammen. Zudem brachte sie die Perspektiven der Zivilgesellschaft im NesT-Programm ein.
Um die Erfahrungen aus NesT zu dokumentieren, wurde ein Abschlussbericht erarbeitet. Er gibt Einblicke in die Programmpraxis, hält bewährte Ansätze und Herausforderungen fest und formuliert Empfehlungen für alle, die künftig Programme im Bereich Resettlement und humanitäre Aufnahme entwickeln, umsetzen oder begleiten möchten.
Kontakt: Theresa Schmidt
E-Mail: theresa.schmidt@caritas.de
NesT Abschlussbericht
Das humanitäre Aufnahmeprogramm "Neustart im Team"