Sozialcourage

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Eine Frau arbeitet am SchreibtischAn diesem Küchentisch finden die Tandems zueinander: Monika Sewöster-Lumme sucht nach Übereinstimmungen in den Profilen.Christian Protte

Wenn sich ein neues Tandem zum ersten Mal trifft, entweder im Pflegezentrum St. Konrad oder im häuslichen Umfeld des Hochbetagten, ist immer jemand vom Altenheim oder von der Sozialstation dabei. Darüber hinaus treffen sich die Türöffner auf Einladung des Orga-Teams alle sechs bis acht Wochen. Sie tauschen sich aus, lernen die übrigen Aktiven der Initiative kennen. In der vergangenen Vorweihnachtszeit fand als Dankeschön für den Einsatz der Engagierten ein Adventsnachmittag statt. Bei den regelmäßigen Treffen gibt es meist auch einen inhaltlichen Impuls durch einen Referenten, etwa zum Thema Demenz.

Dynamisches System

Im Kontakt mit alten Menschen gehört der Abschied wie selbstverständlich dazu – und damit für den Türöffner eine Erfahrung des Verlustes. Im Todesfall sucht das Organisationsteam das Gespräch mit dem Ehrenamtlichen. Niemand wird in einer solchen Situation allein gelassen. Reden, zuhören, da sein, das ist in diesen Momenten wichtig. Und irgendwann steht dann vielleicht die Frage im Raum, ob der Engagierte es sich vorstellen kann, für einen anderen Hochbetagten zum Türöffner zu werden.

Manchmal sagt der Ehrenamtliche "ja". Manchmal zieht er sich erst einmal zurück, wird wieder Teil jenes ruhenden Potenzials, das der Deutsche Freiwilligensurvey nennt, bereit, aktiv zu werden, sobald eine konkrete, persönliche Ansprache erfolgt. Die "Türöffner" sind ein sehr dynamisches System, keine feste Runde. Für diejenigen, die nach einem Todesfall möglicherweise erst einmal abspringen, kommen durch die kontinuierliche Arbeit des Orga-Teams laufend neue Ehrenamtliche dazu.

Überwältigende Resonanz

Die "Türöffner"-Initiative macht Schule. Als Diözesan-Geschäftsführerin der CKD hat Monika Sewöster-Lumme das Projekt bereits vor anderen CKD-Gruppen, vor Ehrenamtskoordinatoren oder in Kirchengemeinden vorgestellt. Die Resonanz hat sie überwältigt. "Es ist ein großer Bedarf da, Ehrenamtskultur neu zu denken", resümiert sie. Ihre Beobachtung: Alte Strukturen laufen an vielen Orten langsam aus, der Nachwuchs fehlt. Da kommen frischer Wind und neue Ideen gerade recht – wie die "Türöffner".

Wegen der vielen Anfragen hat Monika Sewöster-Lumme inzwischen ein Papier entwickelt, das sie "Starthilfe" nennt. Darin stehen die einzelnen Schritte, die eine Gemeinde oder Initiative gehen muss für das Projekt "Türöffner". Bei welcher Zielgruppe besteht ein Bedarf an Begleitung? Das können neben Hochbetagten auch etwa Familien, Geflüchtete oder Menschen mit Behinderung sein. Danach folgt die Erstellung erster Profile und, ganz wichtig, die Einbeziehung anderer Akteure vor Ort – die Kommune, bestehende Gruppen und Verbände –, um auf dieses Netzwerk bei der Suche nach Türöffnern zurückgreifen zu können.

Informationen zum Projekt und die "Starthilfe" gibt es bei Monika Sewöster-Lumme, Tel. 0541/ 34978 168, msewoester-lumme@caritas-os.de, www.caritas-os.de/ckd

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