Sozialcourage

Jubiläum

Selbstständigkeit im Alter gefördert

Person im Rollstuhl und Pfleger vor Eingang zur TagespflegeZur Tagespflege wird man bei Bedarf jeden Tag begleitet und von zu Hause abgeholt. Foto: Caritas-Sozialstation Neumarkt

Sie war damit Pionier „in Sachen teilstationärer Pflege“. Das wurde im Herbst gefeiert: unter anderem mit einem „Tag der offenen Tür“ der mittlerweile zwei Tagespflegen der Sozialstation. Dabei informierten sich mehrere Besucher über gesetzliche Ansprüche sowie über Hilfen, etwa Betreuungs- und Beschäftigungsangebote sowie die nichtmedikamentöse, ressourcenerhaltende Therapie „DeTaMaks“.
Der Gedanke, eine Tagespflege zu gründen, kam 1994 Konrad Fersch, dem ersten Geschäftsführer der Sozialstation.  Damals hatte sich eine pflegende Angehörige gemeldet, da ihre kranke Mutter nicht mehr alleine bleiben konnte. Von da an beschäftigte Fersch dieses Thema und er verhandelte mit den Kassen. Stadt und Landkreis unterstützten ihn.

So konnte er immerhin ab Juni 1996  15 Betreuungsplätze im Erdgeschoss der Sozialstation anbieten – obwohl dies noch ein ganz neuer Bereich war, der gespickt war mit den üblichen Anfangsschwierigkeiten. Jahre später wurde die Tagespflege in den Räumlichkeiten der Saarlandstraße 17 angesiedelt. Vor drei Jahren erhöhte sich die Anzahl der Pflegeplätze auf 19. Und da der Bedarf immer noch stieg, eröffnete die Sozialstation vor einem Jahr eine weitere Tagespflege mit zusätzlichen 15 Pflegeplätzen in der Friedenstraße 33. So sind Tausende von Patienten in den  letzten 20 Jahren von Tagespflegen der Sozialstation Neumarkt  betreut worden. Mit den insgesamt 34 Pflegeplätzen ist für Stadt und Landkreis ein gutes Angebot vorhanden.

Im vertrauten Umfeld bleiben

Senioren können durch die Angebote der Tagepflege weiterhin in ihren eigenen vier Wänden wohnen bleiben. Sie erhalten sich damit ihre Selbstständigkeit und müssen dennoch nicht auf notwendige Hilfeleistungen verzichten. Dies gilt gerade auch für Menschen mit Demenz. Damit ermöglicht die Tagepflege genau das, was sich die meisten Senioren für ihren Lebensabend wünschen: so lange wie möglich zu Hause bleiben und möglichst nicht in eine vollstationäre Einrichtung umziehen. Die Angst vor dem Verlust der vertrauten Umgebung und der eigenen Selbstständigkeit ist so groß, dass Senioren häufig auch dann noch in den eigenen vier Wänden bleiben, wenn sie hilfsbedürftig sind oder Pflege benötigen.

Bedarf ist groß

In Bayern gibt es 773 Einrichtungen mit rund 5300 Plätzen für Tagespflege. Dazu gehören auch Seniorenheime, die ihre Angebote für  Besucher öffnen. Bundesweit stehen nur für rund drei Prozent der Pflegebedürftigen Tagespflegeplätze zur Verfügung. Der Bedarf ist also groß und wird auch in Zukunft aufgrund der demographischen Entwicklung steigen. Verstärkt wird dies durch das Pflegestärkungsgesetz I + II, das eigene Budgets für die Tagespflege – und damit für Patienten speziell Tagespflegeleistungen – vorsieht. Das zur Verfügung stehende Tagespflegebudget ist 2017 enorm angestiegen. Die neuen monatlichen Sachleistungsansprüche pro Pflegegrad: 2 : 689 Euro, 3 : 1.298 Euro, 4 : 1.612 Euro und 5 : 1.995 Euro.

Sozialcourage

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