Sozialcourage

Caritas in Aachen

Engagement, das begeistert

Google lieferte die Antwort: Hildie Davison suchte nach einer Möglichkeit, sich im Ruhestand ehrenamtlich zu engagieren. Sie gab "Caritas" in die Suchmaschine ein - und stieß auf das Bildungspatenprojekt des Caritasverbandes Region Mönchengladbach. Hier unterstützen Mentoren junge Menschen dabei, den passenden Beruf zu finden. "Ich fand die Idee super, eine jugendliche Migrantin zu begleiten und auch mit der deutschen Kultur und Gepflogenheiten vertraut zu machen", erzählt Davison.

Sie schrieb eine Mail an Angela Mirbach, eine der Engagementberaterinnen im Freiwilligen Zentrum des Caritasverbandes, und traf sich mit ihr zu einem Gespräch. Mirbach erfragte die Wünsche und Vorstellungen der eingebürgerten Engländerin und berichtete über das Bildungspatenprojekt. Später vermittelte sie ein Treffen mit der jungen Syrerin Lava Ismail und deren Vater. Die Chemie stimmte sofort. "Wir haben uns von Anfang an gut verstanden", erzählt Davison. Seither begleitet die 70-Jährige als Mentorin die 17-Jährige, die seit zweieinhalb Jahren mit ihrer Familie in Deutschland lebt. Sie übt mit Lava und ihren jüngeren Geschwistern Deutsch, sie war mit ihr beispielsweise im Kino, im Theater und auf dem Weihnachtsmarkt in Düsseldorf und hat einen Ausflug ins Phantasialand unternommen.

Engagement, das begeistertSeit mehr als zwei Jahren begleitet Hildie Davison als Mentorin eine junge Frau aus Syrien und deren Familie.Isabella Raupold

Lava wird bald ihren Hauptschulabschluss machen und danach eine Ausbildung zur Kosmetikerin beginnen. Hildie Davison hat ihr bereits geholfen, in der 9. Klasse eine Praktikumsstelle zu finden. Die junge Syrerin arbeitete damals drei Wochen an der Rezeption eines IT-Unternehmens. Allerdings betont Davison, dass ihre Beziehung zu Lava und ihrer Familie keine Einbahnstraße ist: "Ich bekomme so viel zurück und lerne eine Menge - über Syrien und die Kultur, aber auch über das Lebensgefühl junger Menschen." Klar, dass sie längst auch per WhatsApp mit Lava kommuniziert.

Hildie Davison steht stellvertretend für die rund hundert Menschen, die das Freiwilligen Zentrum pro Jahr in eine ehrenamtliche Tätigkeit vermittelt. Die vor 20 Jahren gegründete Einrichtung arbeitet mit etwa 90 gemeinnützigen Einrichtungen ganz unterschiedlicher Träger im gesamten Mönchengladbacher Stadtgebiet zusammen. "Die meisten Ehrenamtlichen suchen für einige Stunden in der Woche eine sinnvolle Tätigkeit, die sie anregt und ihnen das Bewusstsein vermittelt, sich nützlich zu machen", sagt Regina Roick, die das Freiwilligen Zentrum seit September leitet. Die größten Tätigkeitsfelder seien Sport, Kultur und Musik sowie  Gesundheit und Soziales. Aber auch in Schulen und Kindergärten, in der Bildungsarbeit, im Tierschutz, in der Kirche sowie bei den Unfall- und Rettungsdiensten sind Ehrenamtliche tätig, die das Freiwilligen Zentrum vermittelt hat.

"Wer ein Ehrenamt ausüben möchte, sollte sich fragen, warum er sich engagieren will, welche Erwartungen er hat und wie viel Zeit er darauf verwenden möchte", rät Regina Roick. Die Träger der Einrichtungen erwarteten Interesse und Verlässlichkeit. Das Freiwilligen Zentrum vermittele einen wohnortnahen Einsatz nach den zeitlichen Vorgaben des Ehrenamtlichen. Roick: "Manchmal formulieren wir gemeinsam im Gespräch die Erwartungen eines Interessenten neu. So können wir für ihn eine passgenaue Tätigkeit entwickeln und den interessierten Einrichtungen anbieten."Bei Hildie Davison passt es hervorragend. Lava, ihre Geschwister und Eltern seien ihr sehr ans Herz gewachsen, berichtet sie: "Ich möchte, dass es ihnen gut geht. Und jedes Mal, wenn ich bei der Familie gewesen bin und nach Hause fahre, fühle ich mich einfach glücklich." 

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