Sozialcourage

Projekt für Schwangere

Geflüchtet und schwanger: "Mariam" hilft

Projekt M.A.R.I.A.MStolz auf das Patent für den SkF Trier: Marianne Kerscher, pädagogische Leiterin, Geschäftsführerin Regina Bergmann und Hannes Schmid-Stadtfeld, Leiter der Beratungsdienste (von links).SkF Trier

Im März ist es beim Bundespatentamt registriert worden, weil es eine starke Symbolkraft für die Arbeit des SkF hat und zum Nachahmen einlädt.

 "Wir haben M.A.R.I.A.M. schon weit entwickelt. Der nächste Schritt, die Internetseite www.skf-mariam.de, stand an, und so haben wir das Projekt beim Bundespatentamt registrieren lassen", sagt Regina Bergmann, Geschäftsführerin des SkF Trier. "Gerne stellen wir unser Knowhow auch anderen Verbänden zur Verfügung. Dann muss nur auf uns als Urheber hingewiesen werden." Das Projekt ist überall dort gut nachzuahmen, wo es Schwangerschaftsberatungsstellen gibt.

Der SkF Trier ist stolz darauf, dass dieses innovative, von Ehrenamtlichen getragene Angebot so erfolgreich ist: Seit seinem Bestehen sind rund 50 neue ehrenamtliche Mitarbeiterinnen dazu gekommen, die mit viel Engagement geflüchteten Frauen während der Schwangerschaft, der Geburt und danach in der neuen fremden Heimat zur Seite zu stehen. Dafür erhielt der SkF bereits mehrere Auszeichnungen, unter anderem 2015 den "Brückenpreis" des Landes Rheinland-Pfalz.

Hilfe von Frau zu Frau

M.A.R.I.A.M. steht für: Mutterschaft und Flucht, Ankommen, Respekt, Integration, Allianz, Mentorinnen. Abgeleitet ist der Name vom arabischen Maria, nämlich Mariam. Das Projekt hilft auf sehr einfache und eingängige Weise bei der Integration: Das Thema Schwangerschaft und Geburt führt schnell zusammen, Frauen können sich leicht verständigen. Bei Bedarf wird eine Dolmetscherin eingebunden. Durch die Hilfe von Frau zu Frau lernen die geflüchteten Frauen viel über die Kultur in ihrer neuen Heimat, auch über Rollenverständnisse. Die Begleiterin stellt den Kontakt zu Mutter-Kind-Gruppen und anderen Müttern im Wohnort oder Stadtteil her. So erfolgt die Integration von Mutter und Kind im Sozialraum. Es werden auch Freundschaften geknüpft, und die ehrenamtlichen Begleiterinnen lernen sehr viel über die Kultur und Lebensgewohnheiten der geflüchteten Frau und ihrer Familie, was gegenseitigen Respekt und Akzeptanz schafft.

Info

Blick in die Historie

Das Thema Frauen und Flucht war immer ein Thema der SkF Arbeit: Seit der Gründung des Verbandes 1913 war die Hilfe für ungewollt schwangere Frauen, damals vor allem Dienstmägde oder Prostituierte, Kernaufgabe und Ursprung der Arbeit. Von Beginn an wurde mit ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen Hand in Hand gearbeitet. In der Nachkriegszeit galt die Sorge insbesondere Frauen, die aus den ehemals deutschen Ostgebieten geflüchtet

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