Sozialcourage

Gutes tun

Toben und „relaxen“

Massage im Tobe- und RelaxraumBeim Besuch von Caritasdirektor Franz Mattes (links) und Johann Baumgartner im Kinderdorf genossen es die jungen Bewohner der Einrichtung, von den Verantwortlichen der Caritasstiftung persönlich massiert zu werden.Foto: Peter Esser

„Hier ist hundert Prozent Weichi“, steht an der Tür zu dem zehn Quadratmeter großen und zwei Meter hohen Zimmer in der Wohngruppe Möhrenbach, das mit einem umlaufenden Mattensystem ausgestattet ist. „Weichi“ haben es die Kinder nicht von ungefähr genannt. „Das ist wirklich so: Das Weiche und Kuschelige hier nimmt einen gleich in Besitz“, meint Johann Baumgartner. Der Geschäftsführer der Caritasstiftung Eichstätt und der Vorsitzende Caritasdirektor Franz Mattes lassen es sich nicht nehmen, selbst für einen Moment Entspannung in dem Raum zu suchen und einige Kinder zu deren Freude persönlich zu massieren.

Auf den Weichmatten finden sich Massagebälle sowie Schaumstoffklötze- und -würfel, die auf unterschiedlichste Weise zum „Relaxen“ einladen: Während der achtjährige Jonas sich daraus ein Raumschiff baut, stellt sich sein ebenso alter Mitbewohner Leon ein „Chillsofa“ zusammen.
In den beiden intensivpädagogischen Wohngruppen Möhrenbach und Spielhof leben Kinder und Jugendliche, die intensiver begleitet und gefördert werden müssen, als dies in einer üblichen heilpädagogischen Gruppe im Kinderdorf möglich ist. Es sind junge Menschen im Alter zwischen sechs und 14 Jahren, deren Persönlichkeit durch unterschiedliche Symptome sowie Verhaltensauffälligkeiten beeinträchtigt ist: zum Beispiel durch problematische Entwicklungen in der Familie, Beziehungsstörungen oder stark impulsiv gesteuertes Verhalten.

Für diese Kinder und Jugendlichen spielen erlebnispädagogische Methoden sowie gesundheits- und handlungsorientierte Angebote eine besonders wichtige Rolle.  Der Tobe- und Relaxraum gibt den Kindern Geborgenheit und Sicherheit. Deshalb wurde für die Wohngruppe Möhrenbach schon Anfang dieses Jahres ein solcher Raum mit Geldern des Diözesan-Caritasverbandes eingerichtet. „Wenn wir mal so richtig wütend sind, zum Beispiel beim Essen ausrasten und es im Zimmer noch schlechter klappt, dann kommen wir hierher“, sagt Jonas.

Auch weniger Sachschäden

Gruppenleiter Steffen Benz kann den für die Verantwortlichen menschlich und erzieherisch gar nicht hoch genug einzuschätzenden Erfolg des Projektes auch anders ganz konkret feststellen: Früher sei durch „das sehr hohe motorische Bewegungsbedürfnis“ der oft erregten Kinder  immer wieder bei einem Kick oder Schlag eine Lampe vor dem Zimmer zu Bruch gekommen.  „Doch seit es den Tobe- und Relaxraum gibt, steht die gleiche Lampe ziemlich unversehrt da“, freut er sich, dass es jetzt auch zu weniger Sachschäden komme. Benz und die Mitarbeitenden  in der Gruppe führen mit den Kindern in dem Zimmer auch Workshops wie Fantasiereisen und andere Entspannungsübungen durch, etwa mit einer Klangschale. Die jungen Bewohner können es aber auch ganz spontan aufsuchen: „für beides, auf der einen Seite das Ausagieren und auf der anderen das Entspannen“, betont der Erzieher die Doppelfunktion des Tobe- und Relaxraumes. 
„Man merkt, dass das den Kindern hier guttut, und daher ist es doch sinnvoll, dass man hierfür Geld ausgibt“, erklärt Caritasdirektor Mattes bei seinem Besuch. Daher hat nun auch die Gruppe Spielhof einen solchen Raum bekommen. Diesen hat die Caritasstiftung mit 10.500 Euro finanziert.

Caritasstiftung unterstützen

Sie haben mehrere Möglichkeiten:
Spenden: Diese kommen zeitnah und unmittelbar sowie in voller Höhe den caritativen Aufgaben zugute, welche die Stiftung fördert. Sie können den Zweck der Spenden selbst bestimmen.
Schenkungen: Sie übertragen durch einen Schenkungsvertrag Geld oder andere Vermögenswerte auf die Caritasstiftung Eichstätt. Auf Wunsch können Sie selbst festlegen, welchem Zweck Ihre Schenkung dient.
Zustiftungen: Die von Ihnen gestifteten Mittel fließen ganz in das Stiftungskapital ein. Dort bleiben sie dauerhaft erhalten. Aus den Erträgen (Zinsen) werden kirchlich-soziale Projekte im Bistum Eichstätt unterstützt. Über die konkrete Verwendung entscheidet der Stiftungsvorstand. Freilich können Sie auch für Ihre Zustiftung selbst einen bestimmten Zweck vorsehen: Dann kommen die Erträgnisse daraus diesem Anliegen zugute.
Eine Verfügung von Todes wegen: Durch Testament oder Erbvertrag können Sie der Caritasstiftung Vermögenswerte zuwenden.
Eine treuhänderisch verwaltete Stiftung unter dem Dach der Caritasstiftung Eichstätt: Dort kommen die Erträge einem caritativen Zweck zugute, den Sie bestimmen. Die Caritasstiftung Eichstätt verwaltet Ihre Stiftung. Diese kann Ihren eigenen oder einen dem Zweck entsprechenden Namen tragen. Solche Treuhandstiftungen sind bei der Caritasstiftung Eichstätt ab einem Vermächtnis in Höhe von 50.000 Euro möglich. Ein Beispiel ist die am Ende dieser Seite dargestellte Ullrich-Stiftung.
Geplant ist die Möglichkeit, unter dem Dach der Caritasstiftung eine Verbrauchsstiftung einzurichten: Sie verschreibt sich nicht ihrem Zweck „bis in alle Ewigkeit“. Diese Art der Stiftung schüttet ihr Kapital nach und nach aus und nicht nur die Erträge. Sie ist eine Alternative für Sie, wenn Sie Ihr Geld lieber zu Lebzeiten für etwas Sinnvolles ausgeben. Ihre Wünsche im Hinblick auf Laufzeit und Stiftungszweck können individuell vereinbart werden.

Kontakt und Infos:

Johann Baumgartner
Geschäftsführer
Telefon: 08421 / 50-911
E-Mail: johann.baumgartner@caritas-eichstaett.de
Internet: www.caritasstiftung-eichstaett.de

Ullrich-Stiftung hilft in Ingolstadt

Alfred Ullrich und Hilde Friedl-Ullrich gründeten im Jahr 2009 eine Stiftung auf ihren eigenen Namen unter dem Dach der Caritasstiftung Eichstätt. Sie fördert speziell die Caritasarbeit in Ingolstadt. Die Ullrich-Stiftung verfügt derzeit über ein Vermögen von rund 109.000 Euro. Bisher unterstützte sie unter anderem ein Kooperationsprojekt der Caritas mit dem Jugendmigrationsdienst, eine Frauengruppe mit Migrationshintergrund, eine „Tobeecke“ im Rahmen der Ganztagsbetreuung an der Lessing-Mittelschule, Caritas-Gruppenarbeit mit psychisch kranken Menschen und zuletzt die Ausstattung des neuen Wohnheims für geistig behinderte Kinder und Jugendliche in Ingolstadt. Seit 2009 kamen über 12.000 Euro sozialen Projekten zugute.

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