Sozialcourage

Heimat und Inklusion

Heimat und Inklusion

Kuchenausgabe am Stand der CaritasDer Stand der Caritas mit ihrem Kaffee- und Kuchenangebot wurde von den Wallfahrern dicht umlagert.Jutta Lehmann

Zur diesjährigen Bistumswallfahrt in Neuzelle war die Caritas wieder mit einem rege besuchten Stand sowie einer eigenen Veranstaltung vertreten. Während es am Stand neben Informationen zur Caritasarbeit Kaffee und selbstgebackenen Kuchen gab, wurde im Rahmen einer Podiumsdiskussion das Thema "Zusammen sind wir Heimat", dem Titel der Jahreskampagne der Caritas, erörtert. An der Diskussion, die im Verlauf auch das Konzept der "Inklusion" beleuchtete, waren die Lehrerin Reinhild Oyen und Dr. Dörte Fiedler, Schulleiterin der integrativen katholischen Grundschule "Pfarrer Florian Birnbach" in Neuzelle, der Journalist Benjamin Lassiwe, Lausitzer Rundschau, sowie der Referent für Behindertenarbeit der Caritas Matthias Frahnow und Caritasdirektor Bernhard Mones beteiligt.

Heimat ist da, wo wir leben

Da es nicht "Die" Definition von Heimat gibt, tauschten sich die Teilnehmer zunächst darüber aus, welche Bedeutungen individuell in den Begriff gelegt werden und wie er gesellschaftlich und politisch verwendet wird. Einigkeit bestand zunächst darüber, dass Heimat mit der individuellen Herkunft und einem vertrauten Kreis von Menschen zu tun hat. Die eigene Familie, Freunde, aber auch Institutionen wie Schule und Kirche wurden hier benannt. Doch wie verändert sich unser Bild von "Heimat" oder ist sie statisch und bleibt ein begrenzter Raum, der auch durch einen abgeschlossenen Personenkreis definiert wird? Aufhänger der Caritaskampagne war die These, dass Heimat da ist, wo wir leben und mit den Menschen eine Gemeinschaft bilden. Dabei kommt es nicht darauf an, woher die Menschen kommen, wie lange sie schon in unserer Heimat leben, welche besonderen Eigenschaften sie einbringen.

Menschliches und friedliches Miteinander

Teilnehmer der PodiumsdiskussionVon links: Moderatorin Bettina Schwarz, Regionalstellenleiterin in Cottbus, Journalist Benjamin Lassive, Lehrerin Reinhild Oyen, Schulleiterin Dr. Dörte Fiedler, Caritasdirektor Bernhard Mones und Matthias Frahnow, Referent für Behindertenhilfe im Caritasverband.Jutta Lehmann

Das Konzept der Inklusion kann für dieses Ziel eine Unterstützung sein, weil hier davon ausgegangen wird, dass Gemeinschaften sich auf die individuellen Bedürfnisse der einzelnen Mitglieder/Bewohner etc. einstellen. An der Pfarrer-Florian-Birnbach-Schule in Neuzelle wird dieser Ansatz seit vielen Jahren erfolgreich gelebt. Dort lernen Kinder mit und ohne Behinderungen gemeinsam und bilden ein Stück temporäre "Heimat". Allerdings wurde kritisch angemerkt, dass wir von einem solchen Ideal gesellschaftlich weit entfernt sind, wie die aktuellen Tendenzen, "Heimat" als ethnisch und national begrenzten Raum zu definieren, zeigen. Dies jedoch ist eine Definition von Heimat, die mit unserem christlichen Menschenbild nicht vereinbar ist, bewertete Caritasdirektor Bernhard Mones politische Positionen, die im Vorfeld der Bundestagswahl immer deutlicher zu Tage treten. Und auch die politische Umsetzung des Konzeptes "Inklusion" an Brandenburger Schulen ist insgesamt ein gut gemeinter, aber in der Praxis sehr mühsamer Prozess, so der Journalist Benjamin Lassiwe. Deutlich wurde abschließend in der Runde, dass Heimat nicht nur Erinnerung sein darf, sondern auch ein Ziel ist, an dem wir alle auf der Grundlage unserer Werte und unseres Glaubens beständig arbeiten müssen. Denn letztlich geht es um ein menschliches und friedliches Miteinander, dass die Würde des Einzelnen in den Mittelpunkt stellt und so die Grundlage für Vertrauen und Freundschaft bildet.

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