neue caritas

Statistik

Zwei von drei Zivis bleiben bislang unersetzbar

In Zusammenarbeit mit den Diö­zesan-Caritasverbänden hat die Zentrale des Deutschen Caritasverbandes (DCV) erneut die DCV-Zentralstatistik erhoben.1 Dabei ist zu beachten, dass sich ein Diözesan-Caritasverband an diesem Durchlauf nicht beteiligt hat und hier die Daten aus der Vorerhebung übernommen wurden. Für fehlende Werte, die nicht durch Angaben aus den Vorjahren ersetzt werden konnten, wurden Mittelwerte - getrennt nach Einrichtungsarten berechnet - eingesetzt. Mittlerweile zum dritten Mal fand die Erhebung über die Online-Plattform caritas-statistik.de statt.

Überblick zu Entwicklungen

Der Caritas in Deutschland gehören insgesamt 24.248 Einrichtungen und Dienste an, in denen zum Stichtag 590.401 Menschen hauptberuflich tätig waren. Von ihnen arbeiteten 354.971 in Teilzeit, hiervon 60.352 in einem geringfügigen Beschäftigungsverhältnis. 235.430 Beschäftigte arbeiteten in Vollzeit. Der Anteil weiblicher Beschäftigter an den hauptamtlich Mitarbeitenden blieb mit 81,5 Prozent gegenüber 2010 und den Jahren zuvor nahezu unverändert.

Im Jahr 2012 betreuten die Mitarbeiter(innen) der Caritas etwa zwölf Millionen Menschen, hiervon 5,5 Millionen in den stationären Einrichtungen und den Tageseinrichtungen mit ihren insgesamt 1.041.928 Betten/Plätzen.

Im Vergleich zu 2010 hat die Zahl der Einrichtungen um 398 abgenommen (vgl. Tab.?1). Zu jeweils einem Drittel ereignete sich dieser Rückgang in der Kinder- und Jugendhilfe (-139), der Altenhilfe (-133) und den weiteren sozialen Hilfen (-134 Einrichtungen).2 Dies geht vor allem auf die Kindertageseinrichtungen zurück, für die 177 weniger gemeldet wurden.

Wie die Anzahl der Einrichtungen ging auch die Zahl der Betten beziehungsweise Plätze zurück: um rund 12.500 gegenüber 2010 (s. Tab. 2, S. 22). Diese Differenz wird vor allem durch einen Rückgang der Plätze in den Kindertageseinrichtungen erklärt. In der Behindertenhilfe hingegen gab es sogar einen größeren Zuwachs von 4200 Plätzen, was vor allem auf die Werkstätten für Menschen mit Behinderung zurückgeht (3500 Plätze mehr). In der Familienhilfe blieb die Zahl der Betten/ Plätze nahezu unverändert.

Sowohl die absolute Zahl der Mitarbeitenden (s. Tab. 3) als auch die Zahl der Vollzeit­-Äquivalente haben zugenommen. Diese Zunahme lässt sich zu knapp 40 Prozent durch die Zahlen aus der Kinder- und Jugendhilfe erklären: Hier gab es einen besonders großen Zuwachs im Bereich der Kindertagesstätten, durch den sich allein schon knapp ein Drittel des Gesamtzuwachses erklären lässt. Ein weiteres gutes Drittel trägt die Gesundheitshilfe bei: Hier gab es vor allem eine Zunahme bei den allgemeinen Krankenhäusern. Aus der Behinderten- und der Altenhilfe kommt jeweils knapp ein Fünftel des Beschäftigtenzuwachses. Diese Verteilung der Zu­wächse bei der Anzahl der Mitarbeiter(in­nen) spiegelt sich in der Zunahme der Vollzeit-Äquivalente wider. Hier ist jedoch der anteilige Zuwachs bei den Kindertagesstätten niedriger als beim Zuwachs der Mitarbeiter(innen)zahl, was sich durch eine hohe Teilzeitquote von fast 80 Prozent in diesem Bereich erklären lässt.

Teilzeitquote steigt weiterhin

Seit 2004 arbeiten bei der Caritas durchgängig mehr Teilzeit- als Vollzeitkräfte, und die Teilzeitquote von über 50 Prozent steigt weiter. Seit der Erhebung zum 31. Dezember 2000 gibt es eine Zunahme von fast 18 Prozentpunkten (s. Tab. 4). Der Teilzeittrend erklärt zu einem nicht unerheblichen Teil den Anstieg der Mitarbeiterzahl in den letzten Jahren.

 Um die Entwicklung in der Beschäftigungsstruktur durch die Statistik umfänglich abzubilden, wurden erstmals mit der Zentralstatistik 2010 die absolute Zahl der hauptberuflich Mitarbeitenden durch die Angabe der Vollzeit-Äquivalente3 ergänzt. Bei Einbeziehung der unterschiedlichen Beschäftigungsumfänge der einzelnen Mitarbeiter(innen) entspricht die Zahl von 590.401 hauptberuflich Mitarbeitenden 406.801 Vollzeitbeschäftigten-Einheiten. Die Mitarbeiterschaft der Caritas setzt sich zusammen aus 235.430 Vollzeitkräften so­wie 354.971 Teilzeitkräften. Letztere besetzen umgerechnet 171.371 Vollzeiteinheiten.

Die Zahl der Auszubildenden ist im Vergleich zu 2010 nahezu gleich geblieben. So machten im Jahr 2012 in Caritas-Einrichtungen 32.896 Schüler(in­nen) beziehungsweise Auszubildende eine Ausbildung (s. Tab. 5). Zwei Jahre zuvor waren es 33.028. Die meisten Schüler(innen)/Aus­zubildenden gibt es mit 61?Prozent in der Gesundheitshilfe, gefolgt von der Altenhilfe (23 Prozent). Nach dem Wegfall der Wehrpflicht und damit des Zivildienstes im Juli 2011 wurde der Bundesfreiwilligendienst (BFD) eingeführt. Deshalb tauchen in der Einrichtungsstatistik zum 31. De­zember 2012 Bundesfreiwilligendienstleistende erstmals auf. Sie konnten jedoch die Zahl Zivildienstleistender nur zu einem Drittel ersetzen. Gab es 9424 Zivildienstleistende im Jahr 2010, so kamen 3343 Bundesfreiwilligendienstleistende im Jahr 2012 in die Statistik. Auch durch zusätzliche Freiwillige im Freiwilligen Sozialen oder Ökologischen Jahr (FSJ, FÖJ) konnte die entfallene Zahl Zivildienstleistender nicht ausgeglichen werden: Hier sind im Vergleich zu 2010 nur knapp 400 Stellen entstanden.

Anmerkungen
1. Zum Stichtag 31. Dezember 2012. Die vorangegangene Erhebung lag zwei Jahre zurück (s. neue caritas Heft 10/2012, S.?21 ff.). Vielen Dank den Verantwortlichen für Statistik der Diözesan-Caritasverbände und den Einrichtungen und Diensten der Caritas, die sich an der Erhebung beteiligt haben. Die Rückmeldequote bei der Datenerfassung lag bei 79 Prozent.
2. Da in einzelnen Einrichtungsarten ein ­"kompensierender" Zuwachs zu verzeichnen ist (s. Tab.?1), übersteigt die Summe der ­genannten Rückgänge die Gesamtsumme von 398 Einrichtungen.
3. Vollzeitäquivalente geben die hauptberuflichen Mitarbeiter(innen) in Vollzeitbeschäftigten-Einheiten wieder, wobei die Mitarbeiter(innen) nach ihrem Beschäftigungsanteil gewichtet sind. Vollzeitbeschäftigte erhalten den Gewichtungsfaktor 1,0 und darauf bezogen erhalten beispielsweise Halbtagsbeschäftigte den Faktor 0,5.