Sozialcourage

Erzbistum Paderborn

Schreiben als Herzensangelegenheit

Präsentieren die erste Ausgabe des Refugees Journals (von links): Alireza Ahmadabady, Stephanie Rohde (Leiterin Migrationsdienst Caritas), Kathrin Brommer (Koordinatorin Fokus) und Tarif Alkhayat vor „Fokus“, der Freiwilligenagentur des Caritasverbandes Witten. Präsentieren die erste Ausgabe des Refugees Journals (von links): Alireza Ahmadabady, Stephanie Rohde (Leiterin Migrationsdienst Caritas), Kathrin Brommer (Koordinatorin Fokus) und Tarif Alkhayat vor „Fokus“, der Freiwilligenagentur des Caritasverbandes Witten. (Foto: Christian Lukas)

Für Tarif Alkhayat ist die eine Herzensangelegenheit: die Mitarbeit in der Redaktion des "Refugees Journal" in Witten. Der gebürtige Syrer ist Journalist, er ist als Flüchtling nach Deutschland gekommen und hat in Witten eine neue Heimat gefunden. "Ich sehe ein Magazin wie dieses als die seltene Möglichkeit, die Kluft zwischen der deutschen Aufnahmegesellschaft und den Flüchtlingen aus Kriegs- und Notstandsgebieten zu überbrücken", sagt er. "Integration bedeutet einander zu verstehen, und zwar ganz konkret, hier, in unserer Stadt, in der Nachbarschaft. Wer sind die Menschen, die da gekommen sind? Was bewegt sie?" Die Nähe macht für ihn den Reiz aus. 

"Hier - in unserer Stadt." Für Tarif Alkhayat ist es inzwischen vollkommen normal, Witten als seine Stadt zu bezeichnen. Als Mitarbeiter des "Refugees Journal" hat er nun auch einen Weg gefunden, wieder journalistisch arbeiten zu können. Der Caritasverband der Ruhrstadt ist für Inhalt und Gestaltung verantwortlich. Im März 2017 begannen die Planungen, die ersten Ausgaben sind erschienen. 

"Die erste Ausgabe trägt den Untertitel ‚über das Fortgehen, das Ankommen und das Leben’", sagt Kathrin Brommer, Koordinatorin der Caritas-Freiwilligenagentur Fokus und als solche die Ideengeberin für das Magazin-Projekt. Flüchtlinge berichten darin von ihrem Leben in Witten. Flüchtlinge wie Ahmad, ein Umweltingenieur, der aus Aleppo vor dem Krieg flüchtete und nun seit zweieinhalb Jahren in Deutschland lebt. Seine Geschichte ist auf Deutsch und Arabisch nachzulesen, es sind die beherrschenden Sprachen dieser ersten Ausgabe, dazu kommt ein wenig Englisch. 

Mit Alireza Ahmadabady gehört dem kleinen Redaktionsteam ein zweiter gelernter Journalist an. Der gebürtige Iraner ist seit sechs Jahren in Deutschland. Er veröffentlichte Texte auch in seiner Muttersprache Farsi. Die Redaktionssprache ist übrigens ausnahmslos Deutsch. Und im Fall des "Refugees Journals" ist es die Projekt-Leiterin, die von ihren Mitarbeitern lernt. Die sind schließlich Profis. Was nicht bedeutet, dass das Magazin nur Profi-Texte aufnähme. "Wir haben Anfragen von einigen der ersten Leser, ob sie uns nicht auch ihre Geschichten erzählen oder sie selbst schreiben dürften. Wir sind dafür offen", sagt Alireza Ahmadabady. Auch Service-Geschichten soll es geben: "Was ist zum Beispiel das Job-Center, welche Unterlagen braucht man dort, das sind Themen, die die Flüchtlinge natürlich interessieren." Wobei das Journal eben auch alt eingesessene Wittener ansprechen soll, betont Tarif Alkhayat,  

Die Auflage beträgt 500 Exemplare. Zwölf Seiten umfasste die erste Ausgabe. Zu haben ist das Journal etwa in der Stadtbücherei, bei der Caritas, dem Help-Kiosk am Rathaus und diversen anderen Einrichtungen der Stadt. Zur ersten Finanzierung gab es 15.000 Euro aus einem Fördertopf der NRW-Landesregierung mit dem Titel "Komm-an NRW". Für dieses Jahr hofft Stephanie Rohde, Leiterin des Fachdienstes für Migration der Caritas, dass die neue Landesregierung die von der Vorgängerregierung beschlossenen Projekte weiterlaufen lässt. 

Sozialcourage

Burnout

Seele schützen gegen Stress

Menschen in psychischen Krisen brauchen kompetente Helfer, die gibt es zum Glück. Und man kann sich ein Stück weit selbst in schwieriger Lage helfen: Indem man sich gezielt Gutes tut, sich in Acht nimmt und öffnet. mehr

Psychische Erkrankungen

Handy voll, Menschen ausgebrannt

Krankmeldungen wegen psychischer Störungen nehmen zu. Schlafstörungen sind oft erste Anzeichen. Ursachen sind Berufsstress und Arbeitsdruck. Viele Betroffene haben Angst, sich krank zu melden. mehr