Lebensrettende Behandlung
Kümmern sich um die kleine Sadaf (von links): Shahd Kabolh, die ein Freiwilliges Soziales Jahr im Klinikum macht, Dr. Heiner Gellhaus, der sie operiert hat, und Stationsleiterin Sarah Ziebarth. (Foto: CKP)
Sadaf aus Afghanistan sagt leise "Guten Morgen". Die Achtjährige, die eigentlich nur Farsi spricht, steht in einem Zimmer des Christlichen Klinikums Paderborn. Vor wenigen Wochen konnte sie kaum laufen. Eine Knochenentzündung im linken Unterschenkel hatte sich aus einer Schürfwunde entwickelt. Heute ist Sadaf nicht allein. Neben ihr sitzt die zehnjährige Shokoria, ebenfalls aus Afghanistan. Sie haben sich im Paderborner Krankenhaus kennengelernt. Beide wurden über das Oberhausener Friedensdorf International nach Paderborn gebracht.
Im Christlichen Klinikum Paderborn (CKP) werden sie in der Unfallchirurgie behandelt. Chefarzt Dr. Heiner Gellhaus und sein Team versorgen die Kinder unentgeltlich. Die Diagnosen sind ähnlich: "Über oberflächliche Verletzungen waren Keime in die Blutbahn gedrungen. So kam es zu schweren Knochenentzündungen. Die Entzündungen waren chronisch und trotz der Behandlung im Heimatland der Mädchen weit fortgeschritten", erklärt Gellhaus.
Die Behandlung ist aufwendig. In Operationen wurde abgestorbenes Knochengewebe entfernt. Anschließend erhielten die Mädchen eine mehrwöchige intravenöse Antibiotikatherapie. Tägliche Wundkontrollen gehörten ebenso dazu wie eine engmaschige Betreuung durch das Pflegepersonal. Eine Mitarbeiterin, die Farsi spricht, unterstützt das Team und hilft den Kindern, sich zurechtzufinden. "Dass sich die beiden Mädchen hier wohl- und geborgen fühlen, ist unser wichtigstes Ziel", sagt Stationsleiterin Sarah Ziebarth. Sie hat sich zusammen mit ihrem Team intensiv um die kleinen Patientinnen gekümmert.
Das Friedensdorf International organisiert seit vielen Jahren die Behandlung von Kindern aus Krisengebieten, die in ihren Heimatländern keine ausreichende medizinische Versorgung erhalten. Mehrmals im Jahr werden sie nach Deutschland gebracht und auf Krankenhäuser verteilt. Auch das Christliche Klinikum Paderborn beteiligt sich regelmäßig an diesem Programm. Die Behandlungen erfolgen kostenfrei, trotz wirtschaftlich herausfordernder Zeiten für Krankenhäuser: "Das entspricht unserem Selbstverständnis als christliches Krankenhaus", sagt Christoph Robrecht, Direktor Unternehmenskultur des Klinikums. Unterstützt wird der Aufenthalt durch den Verein "Freunde und Förderer des Christlichen Klinikums Paderborn", der die Versorgung der beiden Mädchen mit 10.000 Euro bezuschusst hat.
Inzwischen bewegen sich Sadaf und Shokoria wieder sicherer. Sie lernen erste deutsche Wörter und Sätze und knüpfen Kontakte auf der Station. Ihre Behandlung in Paderborn ist ein Abschnitt auf Zeit - mit dem Ziel, dass sie bald in ihre Heimat zurückkehren können.
Info
Kontakt zum Förderverein des Klinikums: www.foerderverein-ckp.de
(Text: CKP/Jon)