Deutscher Caritasverband

Referate

Migration und Integration

Dieser prägt die praktische und politische Migrations- und Integrationsarbeit der Caritas. Sie wird auf Bundesebene durch das Referat Migration und Integration in der Zentrale des Deutschen Caritasverbandes koordiniert und fachlich begleitet.

Aufgaben des Referates:

  • Mitwirkung bei der Gestaltung des gesellschaftlichen Miteinanders zwischen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund sowie die Förderung der Partizipationsmöglichkeiten von Menschen mit Migrationshintergrund an gesellschaftlichen Prozessen.
  • Anwaltschaft für Menschen mit Migrationshintergrund und insbesondere für Flüchtlinge, Menschen mit ungesichertem Aufenthaltsstatus und für Menschen in der aufenthaltsrechtlichen Illegalität.
  • Politische Lobbyarbeit: Koordination im Hinblick auf verbandliche Positionierung und politische Einflussnahme sowie Informationsaufarbeitung migrationsspezifischer Informationen auf nationaler und internationaler Ebene.
  • Beiträge zur interkulturellen Öffnung und zum Abbau von Ausgrenzung und Diskriminierung.
  • Weiterentwicklung der fachlichen Arbeit des Migrationsdienstes der Caritas durch Rahmenkonzepte und Abstimmung mit Entwicklungen auf Bundesebene, auf europäischer und auf internationaler Ebene sowie von Qualitätsstandards.
  • Vernetzung der Gliederungen untereinander und mit der Zentrale, Vernetzung innerhalb des Deutschen Caritasverbandes und mit anderen kirchlichen oder außerkirchlichen Organisationen auf Bundes- und europäischer Ebene sowie mit Migrantenorganisationen.
  • Innovative Angebote zur Fort- und Weiterbildung für Mitarbeiter(innen).
  • Erarbeitung und Veröffentlichung von Publikationen.
  • Mitarbeit in kirchlichen Gremien.
  • Mitarbeit in staatliche und anderen Gremien (u. a. BAGFW).

Das Referat Migration und Integration ist insbesondere in folgenden Arbeitsbereichen tätig:

 

Zentralstelle für Bundesprogramme

Das Referat ist Zentralstelle der Caritas für vom Bund geförderte Programme im Bereich Migration und Integration. Es ist Ansprechpartner für die Mittelgeber (Bundesministerien) und für die Mittelnehmer (Gliederungen auf Diözesan- und Ortsebene). Ergänzt werden die Geldleistungen des Bundes durch kirchliche Eigenmittel der Träger. 

Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE):
Die MBE wird durch das Bundesministerium des Innern gefördert. An derzeit 215 Standorten wird mit ca. 290 Mitarbeiter(inne)n Beratungsarbeit geleistet. Die Aufgaben der MBE sind: Einzelfallberatung, sozialpädagogische Begleitung und Vermittlung von Kinderbetreuungsangeboten während der Integrationskurse, Mitarbeit in kommunalen Netzwerken, die Mitwirkung bei der interkulturellen Öffnung und eine aktive Öffentlichkeitsarbeit. 

Integration junger Menschen mit Migrationshintergrund:
Die Arbeit der Jugendmigrationsdienste (JMD) wird durch das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Die Caritas und weitere katholische Träger halten an derzeit 105 Standorten mit rund 190 Mitarbeiter(innen) Jugendmigrationsdienste vor. Die Aufgaben der JMD sind: Einzelfallberatung, Gruppenarbeit, Vernetzung der Angebote für Jugendliche in den Sozialräumen, Unterstützung beim Prozess der interkulturellen Öffnung der Einrichtungen und Dienste.

Patenschaften mit Schutzsuchenden ("Menschen stärken Menschen")

An 25 Standorten vermitteln Koordinatoren Patenschaften zwischen Ehrenamtlichen und Flüchtlingen. Das Programm wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Kinder (BMFSFJ) gefördert. Weitere Infos unter: caritas.de/menschenstaerkenmenschen

Gemeinwesenorientierte Integrationsprojekte (GWO):
Im Bundesprogramm „Maßnahmen zur Integration von Zuwanderinnen und Zuwanderern“ werden gemeinwesenorientierte Projekte an unterschiedlichen Standorten mit einer Laufzeit von maximal drei Jahren durchgeführt. Sie geben wichtige Impulse, um im Sozialraum die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund zu initiieren und zu stärken. Die Gliederungen der Caritas und alle katholischen Träger können Unterstützung durch das Referat Migration und Integration erhalten, da die Zuwendung im Zentralstellenverfahren über den DCV beantragt und abgewickelt wird.

Migrations- und Integrationspolitik und -recht

Der Deutsche Caritasverband ist nicht nur Dienstleister, sondern versteht sich auch als politischer Akteur. In seinen politischen Aktivitäten setzt er sich für eine Gesellschaft ein, in der Vorurteile und Exklusion keinen Platz haben. Das Referat Migration und Integration entwickelt migrations- und integrationspolitische Aktivitäten und Positionen, die geprägt sind von unserem biblischen Auftrag, allen Fremden Schutz, Gastfreundschaft und Solidarität zu gewähren. 

Das Ziel unserer migrationspolitischen Aktivitäten ist eine Politik, die humanitäre Standards umsetzt sowie Migrant(inn)en Perspektiven in Würde und Sicherheit eröffnet. Die Möglichkeiten für legale Arbeitskräftezuwanderung sollten erweitert werden, wobei nicht nur die Interessen Deutschlands, sondern gleichberechtigt die Folgen für die Herkunftsländer zu berücksichtigen sind. 

Die Caritas versteht Integration als einen über Generationen gehenden, wechselseitigen, vielfältigen Prozess, an dem sich die gesamte Gesellschaft beteiligt. Wir setzen uns mit Visionen und konkreten Vorschlägen für eine Gesellschaft ein, die Identifikationsangebote macht und auf Anerkennung, Chancengleichheit und Selbstbestimmung setzt. Ziel dieser Politik ist es, allen Menschen, die in einem Gemeinwesen leben, eine umfassende selbstbestimmte wirtschaftliche, soziale, kulturelle, rechtliche und politische Teilhabe zu ermöglichen. 

Unsere migrations- und integrationspolitischen Vorstellungen kommunizieren wir u. a. in Positionspapieren. Wir machen Lobbyarbeit in Berlin und Brüssel, nehmen Stellung zu Gesetzentwürfen und bringen uns in aktuelle Debatten ein (Fachthema Migration).

Flucht und Asyl

Einige Menschen verlassen ihre Heimat nicht „aus freiem Willen“, sondern sind gezwungen, sich in ein anderes Land zu begeben. Im Arbeitsbereich Flucht und Asyl werden diejenigen Personen in den Blick genommen, die gezwungenermaßen nach Europa und Deutschland kommen oder kamen und hier bereits leben. Dabei kann es sich um Asylsuchende, anerkannte Flüchtlinge, um Asylberechtigte, um Personen mit einem subsidiären oder sonstigem humanitären Schutz handeln oder um Menschen, die ausreisepflichtig sind, wie z. B. Personen in Duldung. 

Ziel ist es, diesen Menschen eine menschenwürdige Aufnahme und ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen. 

Um dies zu erreichen, bezweckt die Arbeit im Referat Migration und Integration Einfluss auf politische Entscheidungen zu nehmen sowie die Öffentlichkeit für die Lebenssituation von Flüchtlingen zu sensibilisieren. Daneben wird vom Referat Migration und Integration die bundesweite Flüchtlingshilfe der Caritas koordiniert. 

Politische Einflussnahme mit dem Ziel, einen menschenwürdigen Umgang mit ausländischen Schutzsuchenden in Deutschland und Europa zu verwirklichen.
Aufgaben: Mitwirkung an der Gestaltung politischer, rechtlicher und sozialer Rahmenbedingungen für die Betroffenen. Erarbeitung von Positionspapieren und Stellungnahmen. Durchführung von Aktionen und Initiativen zu Flüchtlingsanliegen. Entwicklung und Ausbau struktureller Partnerschaften. 

Förderung gesellschaftlicher Akzeptanz und Verständnis für die Lebenssituation von Flüchtlingen: Aufgaben: Erarbeitung von Öffentlichkeitsmaterialien und Initiierung von Tagungen. 

Koordination der bundesweiten Flüchtlingshilfe der Caritas in Deutschland: 

Aufgaben: Fachliche Weiterentwicklung der Flüchtlingsdienste und Koordination der Caritas-Rechtsberatungsstellen; Bereitstellung von Fachinformationen. Organisation von Fachtagungen sowie Fort- und Weiterbildungen.

Menschen in der aufenthaltsrechtlichen Illegalität

Schätzungen zufolge leben in Deutschland zwischen 100.000 und 400.000 Menschen in der aufenthaltsrechtlichen Illegalität. Sie haben weder eine Duldung noch eine Aufenthaltsgestattung und halten sich somit „illegal“ in Deutschland auf. Ihr Leben ist von Unsicherheit, Verletzlichkeit und vom Ausschluss aus der Gesellschaft geprägt. Die Grundordnung eines demokratischen und sozialen Rechtsstaates gebietet es, jedem Menschen in einer Notsituation ein Mindestmaß an Beistand und ein menschenwürdiges Dasein zu ermöglichen. 

Schwerpunkte der politischen Arbeit des Deutschen Caritasverbandes zur Verbesserung der Lebenssituation von Menschen in der aufenthaltsrechtlichen Illegalität sind, die Notsituationen zu entschärfen, schwerwiegende physische und psychische Verletzungen zu verhindern sowie elementare Grundrechte, wie das Recht auf Bildung und gesundheitliche Versorgung, umzusetzen.

Die Ansprechpartner(innen) zu den einzelnen Arbeitsbereichen finden Sie rechts aufgelistet.

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Titelbild neue info zum Thema Migration und Integration

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Aufnahme eines Asylbewerbers in einem Asylbewerberheim durch einen Mitarbeiter der Caritas / Deutscher Caritasverband / KNA

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