Zeig Sozialcourage – ein Magazin will mitreißen
Die erste Sozialcourage von 1996 und die letzte Ausgabe der Vorgängerzeitschrift Caritas aktuell mit passenden Titeln.
Die Idee zu einer neuen Zeitschrift entstand in besonderer Atmosphäre: Die Zentrale des Deutschen Caritasverbandes (DCV) wurde von einem Organisationsentwickler Mitte der 1990er-Jahre augenzwinkernd als "Künstlerkolonie" bezeichnet. Hierarchien? Eher flach. Die Zeitschriften unterstanden direkt dem Generalsekretär. Er vertraute der Redaktion und ließ ihr freie Hand. Die Caritas war im Wandel: Immer mehr Menschen engagierten sich ehrenamtlich, aber anders als früher: projektbezogen, zeitlich begrenzt und oft mit eigenen Ideen. Ein neues Selbstbewusstsein wuchs. 1996 entstanden die ersten Freiwilligenzentren.
In diese Aufbruchsstimmung fiel auch der Leitbildprozess der Caritas. Das Leitbild – 1997 verabschiedet zum 100-jährigen Verbandsjubiläum – definierte die Caritas als "Teil der Sozialbewegung". Dies beflügelte die Sozialcourage. Von Beginn an war klar: Das Magazin sollte mehr sein als ein Verbandsblatt. Es sollte Menschen begeistern, Mut machen, Identität stiften und zeigen, dass Engagement Freude und sogar Abenteuer verheißt. Über Sozialcourage will der DCV alle durch die Caritas erreichbaren Menschen guten Willens motivieren, sich freiwillig bürgerschaftlich zu engagieren.
Es war auch die Zeit der Zeitschriften-Revolution: Magazine wie Focus (1993) oder Fit for Fun (1994) brachten frische Farben, großzügige Layouts und erlebnisnahe Geschichten. Nur das Ehrenamt schien in Sachen Kommunikation steckengeblieben zu sein. Die alte "Caritas aktuell" war schwarz-weiß-rot, textlastig und so ganz und gar nicht mehr am Puls der Zeit.
Ehrenamtliche werden sichtbar
Dr. Thomas Becker, ehemaliger Chefredakteur der Sozialcourage.@ privat
Die Öffentlichkeitsreferent:innen der Diözesan-Caritasverbände waren von Anfang an mit im Boot, trugen mit Ideen und Themen zur Entwicklung der Sozialcourage bei. Sie gestalteten bis zu 26 Regional- und darin eingelegt 18 Stadtausgaben. Gemeinsam mit dem Team in Freiburg wagten sie den Sprung zu vierfarbig, großformatig, mitreißend – und mit einer Haltung, die Ehrenamtliche wirklich sichtbar macht und würdigt. Sozialcourage wurde sogar eine Zeit lang am Kiosk verkauft und mehrmals mit dem "Best of Corporate Publishing"-Award ausgezeichnet.
Die neue Sozialcourage war von Anfang an ein Dankeschön und Ansporn für alle Engagierten–- mit Humor, Leidenschaft und klarer anwaltschaftlicher Botschaft zu Armut, Ausgrenzung und sozialer Teilhabe. Heute erscheint die Sozialcourage nach wie vor vierteljährlich, mit eingebundenen Diözesanausgaben. Sie prägt die Kommunikationskultur der Caritas – als Brücke zwischen Profis, Engagierten und Gesellschaft – und will weiterhin zeigen, dass man gemeinsam etwas bewegen kann.