Wie Briefmarken Bildung schaffen
Schulleiter Mehler überreicht Spendencheck für Partnerschule in Montevideo/Uruguay.@ Marienschule Brilon
"Das gab es schon, als ich vor 25 Jahren hierherkam", berichtet Schulleiter Jürgen Mehler im Gespräch mit der Sozialcourage.
Jeweils kurz vor Karneval schwärmen etwa 50 Schülerinnen und Schüler aus, um in ihrer Freizeit die kleinen Porto-Kunstwerke mit dem sozialen Zuschlag zu verkaufen. "Oma, Opa, Nachbarn, Geschäftsleute – die Kinder gehen wirklich von Tür zu Tür", erklärt Mehler. Etwa fünf bis sechs Wochen dauert die Verkaufsrallye, bei der die Jugendlichen Bestellungen aufnehmen, die dann vom Sekretariat - maßgeblich organisiert durch Sekretärin Sabine Vollmer – bearbeitet und vor Ostern von den Schülerinnen und Schülern ausgeliefert werden.
Top-Verkäuferinnen mit Familien beim Sommerfest in Schloss Bellevue (oben).@ privat
Ein bseonderer Anreiz: Die fleißigsten Verkäufer werden mit Gutscheinen der Sparkasse belohnt. "Es wird der Umsatz pro Kopf umgerechnet, und die ersten zehn Plätze werden prämiert", so Mehler. Die Motivation ist hoch – so hoch, dass die Schule bereits mehrfach zum Sommerfest des Bundespräsidenten eingeladen wurde, um ihr Engagement zu würdigen. "Zuletzt durften immer die Schüler mit den meisten Verkäufen zusammen mit ihren Familien ins Schloss Bellevue nach Berlin", so Mehler.
Der gesamte Erlös fließt nicht in die Schule selbst, sondern in ein langjähriges Hilfsprojekt: Die Marienschule unterstützt eine Schule der Schwestern der christlichen Liebe in Montevideo, Uruguay, die am Rand eines Elendsviertels liegt. Im Jahr 2025 erzielten die Schüler dabei einen bemerkenswerten Erlös von 4000 Euro. "Das Geld geht als Spende dorthin, um Kindern in Armenvierteln Bildung zu ermöglichen", betont Mehler. Damit folgt die Schule dem Grundsatz der Wohlfahrtsmarken: Der Verkaufserlös kommt direkt und centgenau sozialen Projekten zugute.
Trotz rückläufigen Briefverkehrs hält sich der Erfolg. "Letztes Jahr waren die Verkaufszahlen gut, obwohl Briefmarkenverkauf grundsätzlich schwieriger wird", sagt Mehler. Der persönliche Kontakt im ländlichen Raum und der Gemeinschaftssinn machten es möglich.
Machen auch Sie Porto zu einem Zeichen mit Herz!
Möchten auch Sie Wohlfahrtsmarken für einen guten Zweck verkaufen? Der Verkauf ist ein wertvolles ehrenamtliches Engagement. Voraussetzung ist, dass die Erlöse satzungsgemäß für soziale Zwecke verwendet werden. Interessierte wenden sich an ihre zuständige Caritas- oder Kircheneinrichtung oder direkt an die Wohlfahrtsmarken-Stelle unter 0761 - 3682515. Dort erhalten Sie die Marken sowie kostenloses Werbematerial.