Klimaschutz und Soziales - Statement des Caritaspräsidenten
Manchmal drohen gute Nachrichten unterzugehen: 2019 lag der Ausstoß von CO2 in Deutschland etwa 35 Prozent unter dem Niveau von 1990. Anders als von der Regierung erwartet, liegt das selbst gesteckte Klimaziel von 40 Prozent in diesem Jahr wieder in greifbarer Nähe. Also alles gut? Mitnichten! Zu Recht hat sich die Staatengemeinschaft 2015 verpflichtet, Emissionen zu reduzieren und die globale Erwärmung zu begrenzen. Die bisherigen politischen Entscheidungen blieben aber nicht nur in Deutschland dahinter zurück.
Von daher ist die gute Nachricht eine Aufforderung, die notwendigen politischen Schritte konsequenter zu verfolgen. Die klimapolitische Wende wird nur vorankommen, wenn es gelingt, auch die Einkommensschwächeren mitzunehmen. Der Deutsche Caritasverband hat hier Expertise, die es einzubringen gilt. Das machten die Beratungen der jüngsten Delegiertenversammlung deutlich. Glaubhaft ist dieses Engagement aber nur, wenn auch eigene Schritte unternommen und Emissionen eingespart werden.
Dass die verbandliche Caritas hier sehr unterschiedlich aufgestellt ist, ist kein Geheimnis. Ebenso wenig ist es aber ein Geheimnis, dass soziale Verantwortung und ökologische Gerechtigkeit zusammengehören. Umso wichtiger ist es, die anstehenden Aufgaben anzugehen und sich einzumischen.