MBE 2024: Orientierung schaffen in komplexen Lebenslagen
Sie wird von den Trägern der freien Wohlfahrtspflege und dem Bund der Vertriebenen an bundesweit 1276 Standorten angeboten, 307 davon sind Caritas-Beratungseinrichtungen.
Die MBE-Beratungsstellen der Caritas berichten dem Referat Migration und Integration des Deutschen Caritasverbandes jährlich über ihre Arbeit. Die Auswertung dieser Sachberichte zeichnet ein differenziertes Bild der bundesweiten Beratungspraxis und zeigt aktuelle Herausforderungen ebenso wie erfolgreiche Ansätze auf.
Die ausführlichen Ergebnisse finden Sie im untenstehenden Download.
Der Sachbericht 2024 zeigt, dass die MBE der Caritas eine zentrale Rolle bei der Unterstützung und Integration von Zugewanderten in Deutschland einnimmt. Mit rund 128.000 erreichten Personen ist der Beratungsbedarf weiterhin sehr hoch. 506 Mitarbeitende (266 Vollzeitäquivalente) begleiteten die Ratsuchenden – somit liegt die durchschnittliche Beratungsquote bei 313 Klient:innen pro Vollzeitstelle.

Besonders herausfordernd in der Beratung sind laut Beratenden komplexe Fragen des Aufenthalts- und Sozialrechts, der Zugang zu Behörden, langwierige Verfahren der Familienzusammenführung sowie die angespannte Wohnsituation. Lange Wartezeiten, bürokratische Hürden, digitale Barrieren und psychische Belastungen der Ratsuchenden verschärfen bestehende Problemlagen.
Neben der Einzelfallberatung gewinnen Gruppenangebote bei der Informationsvermittlung an Bedeutung. 2024 fanden 898 Veranstaltungen mit 20.678 Teilnehmenden statt – ein Zuwachs von 24 % gegenüber dem Vorjahr. Thematische Schwerpunkte waren Orientierung im Alltag, sozialrechtliche Themen, Arbeitsmarktintegration, Familie und Gesundheit sowie gesellschaftliche Teilhabe.
Netzwerkarbeit erwies sich als entscheidend für gelingende Beratung und die Adressierung komplexer Problemlagen. Die Beratenden beschrieben die Kooperationen mit Integrationskursträgern und anderen Beratungsstellen als besonders positiv. Herausfordernd blieb die Zusammenarbeit mit Ausländer- und Meldebehörden, Jobcentern und dem Gesundheitssystem – oft bedingt durch mangelnde Erreichbarkeit, Personalmangel und Bürokratie.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Unterstützung bei der interkulturellen Öffnung von (Regel-)Diensten. MBE-Stellen beteiligten sich an Aktionen wie der Interkulturellen Woche, führten Schulungen durch und arbeiteten eng mit Behörden und Vereinen zusammen. Hemmend wirkten jedoch fehlende strukturelle Verankerung, Ressourcenmangel und mangelnde interkulturelle Kompetenz mancher Institutionen.
Durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit machen die Beratungsstellen auf das Beratungsangebot aufmerksam. Diese richtet sich an Ratsuchende, Politik und Gesellschaft. Besonders erfolgreich waren persönliche Vorstellungen des Beratungsangebots, z.B. in Sprach- und Integrationskursen oder bei anderen Beratungsangeboten, die Kooperationen mit Partnern, Social-Media-Aktivitäten und kreative Formate.
Der Sachbericht 2024 macht deutlich, dass eine verlässliche Finanzierung, Kooperationen mit Behörden und kontinuierliche Fortbildungen für Fachkräfte entscheidend sind, um den steigenden Anforderungen auch künftig gerecht zu werden.
Ansprechpartnerin:
Lotta Schwedler
E-Mail: lotta.schwedler@caritas.de

