Pressemitteilung des Deutschen Caritasverbandes |
130.000 junge Frauen und Männer könnten jährlich gewonnen werden. Pflichtdienst wird abgelehnt. |
Deutsche wollen Freiwilligen Zivildienst |
Freiburg. Die deutsche Bevölkerung will einen freiwilligen Gesellschaftsdienst für junge Frauen und Männer. Dies ist das Ergebnis einer groß angelegten Studie, die der Deutsche Caritasverband beim Bielefelder EMNID-Institut in Auftrag gegeben hat, um die Akzeptanz seines Konzeptes eines Freiwilligen Zivildienstes zu prüfen.
Die repräsentative Bevölkerungsumfrage und die Umfrage bei 500 Personalverantwortlichen aus unterschiedlichen Wirtschaftsunternehmen ergab, dass 88% der deutschen Bevölkerung und 85% der Personalverantwortlichen der Meinung sind, dass ein freiwilliges und uneigennütziges Engagement junger Menschen notwendig ist für eine demokratische und sozial gerechte Gesellschaft. 79% der Bevölkerung und sogar 89 % der Arbeitgeber widersprechen der Aussage, dass ein Freiwilliger Zivildienst reine Zeitverschwendung sei und nur den Berufseinstieg verzögere. Die Studie hat auch Klarheit über die Meinung zu einem allgemeinen Pflichtjahr gebracht: Im Falle einer Abschaffung der Wehrpflicht und damit des Pflicht-Zivildienstes würde die große Mehrheit der Bevölkerung einen Pflichtdienst ablehnen und für einen freiwilligen gemeinnützigen Dienst plädieren.
Überraschend auch, was die Gesellschaft Jugendlichen zutraut. 56% haben keine Bedenken gegen das Konzept der Caritas, auch Jugendlichen ohne Schulabschluss oder Jugendlichen mit Hauptschulabschluss einen Freiwilligen Zivildienst anzubieten. Sogar 69 Prozent der Personalverantwortlichen trauen den Teenagern zu, dass sie im Freiwilligen Zivildienst tatkräftig mitarbeiten können. Auch 65 % der jetzt 14- bis 17-Jährigen, für die ein Freiwilliger Zivildienst in naher Zukunft relevant werden könnte, sind der Ansicht, dass es im Rahmen dieses Dienstes viele Aufgaben gibt, die bereits von 15- bis 17-Jährigen erfüllt werden können.
Eine zusätzliche Befragung in der Altersgruppe der 14- bis 27jährigen ergab, dass 10% der jungen Frauen und Männer persönlich ein sehr großes und weitere 33 Prozent ein großes Interesse am Freiwilligen Zivildienst haben.
Der Deutsche Caritasverband ist überzeugt, dass sich aus der Gruppe der 4,9 Millionen junger Frauen und Männer, die nach der EMNID-Studie ein sehr großes oder großes Interesse bekunden, jährlich etwa 130.000 für einen freiwilligen Gesellschaftsdienst gewinnen lassen.
Das von dem katholischen Sozialverband entwickelte Konzept eines Freiwilligen Zivildienstes sieht vor, dass sich junge Frauen und Männer im Alter von 15 bis 27 Jahren freiwillig auf Vollzeitbasis in einer variablen Zeitspanne von 6, 12 oder 18 Monaten in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen, vom Behindertenfahrdienst bis zur Denkmalpflege, engagieren können. Sie würden während ihres Engagements freie Unterkunft und Verpflegung sowie ein angemessenes Taschengeld erhalten und wären kranken- und unfallversichert. Die Beiträge zur Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung werden vom Staat oder dem jeweiligen Träger der gemeinnützigen Einrichtung geleistet. Außerdem sollen die 15- bis 27jährigen während der Zeit ihres Engagements bei der Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln oder bei kulturellen Veranstaltungen ähnliche Vergünstigungen erhalten wie Studenten.
Rückfragen:
Bernhard Schmidtobreick, Tel.: 07 61 / 2 00 – 1 90 oder Handy: 0179 244 2897
Fax: - 192, E-Mail:
schmidbe@caritas.deDie Fortbildungs-Akademie des Deutschen Caritasverbandes hat sich im Februar 2000 auf einer Studientagung gemeinsam mit zahlreichen Experten mit der Zukunft des Zivildienstes befasst. Die Dokumentation dieser Veranstaltung kann gegen eine Schutzgebühr von 9,35 DM zuzügl. MwSt., Porto und Verpackung (Bestell-Nr.: 1571) bezogen werden bei: Deutscher Caritasverband, Vertrieb, Telefon 07 61 / 2 00 – 3 23 oder - 2 96, Fax – 531 oder – 507, E-Mail: vertrieb@caritas.de