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Biete Wohnraum, suche Familienanschluss

Gemeinsam statt einsam! Neben der Unterstützung im Alter sind gerade in den ländlichen Regionen der Gebäudeleerstand und ungenutzter Wohnraum Aufgabengebiete, denen sich die Kommunen ebenso wie die Eigentümer(innen) stellen müssen. Aus diesen Gründen heraus nahm der Landkreis Coburg am Programm des Bundesverkehrsministeriums "Moro - Modellvorhaben der Raumordnung - regionale Daseinsfürsorge" erfolgreich teil: In unterschiedlichsten Handlungsfeldern konnten Strategien entwickelt werden, um den Landkreis Coburg im demografischen Wandel zu­kunftssicher zu machen.

"Zusammen leben" ist eine Idee, die in diesem Prozess entstand und als Projekt einer Arbeitsgruppe aus Senior(inn)enbei­räten und Senior(inn)enbeauftragten, Mit­arbei­ten­den des Landratsamtes und verschiedenen Professionen der Seniorenarbeit weiter ge­­reift ist.

Vier bedarfsgerechte Wahlmöglichkeiten

Die Grundidee: Familien, aber auch Einzelpersonen oder Paare können leeren Wohnraum mit Leben füllen. Und ältere Menschen erleben durch die (Wieder-)Einbindung in ein Familienleben individuelle und bedarfsgerechte Unterstützung.

ZL stellt damit eine Alternative zu den derzeitigen Betreuungs- und Versorgungsformen dar. Um dieses Angebot für viele Menschen zugänglich zu machen, werden vier verschiedene Wohn- und Lebensformen angeboten. Bei allen vier Varianten liegt der Fokus nicht auf der Erledigung aller anfallenden Arbeiten, sondern, wie der Name des Projekts hervorhebt: auf einem harmonischen Zusammenleben. Vor Ort gibt es stets eine Ansprech- und Vertrauensperson, und für Krisen- oder Notsituationen wurde ein 24-Stunden-Notfalltelefon eingerichtet.

Variante 1: "Familie zieht zu Senior" in den Haushalt, sie leistet Alltagsunterstützung, die von Senior zu Senior variiert, aber vertraglich vereinbart wird. Die Familie wohnt durch diese Alltagsunterstützung 200 Euro pauschal mietgünstiger.

Variante 2: "Senior(in) zieht in leerstehende Wohnräume einer Familie", er/sie wird weitestgehend in das Familienleben integriert und im Alltag unterstützt. Der Senior zahlt dafür bis zu 683 Euro, aufgeschlüsselt in Mietkosten sowie Verpflegung, Wäsche, Reinigung und eine Betreuungspauschale - je nachdem, was der Senior in Anspruch nimmt.

Variante 3: Wenn Senior(inn)en etwa nach einem längeren Klinikaufenthalt nicht sofort in der Lage sind, wieder eigenständig in ihrer Wohnung zu leben, vermittelt ZL sie an eine Familie, bei der sie eine Weile versorgt und unterstützt leben können. Der Senior kann bis zu sechs Wochen bei einer Familie in ein möbliertes Zimmer einziehen. Die Kosten betragen 55 Euro pro Woche zuzüglich der Vermittlungsgebühr von 50 Euro.

Variante 4: "Tageweise Wohnen" bietet Unterstützung und Entlastung für pflegende Angehörige: Diese haben die Möglichkeit, ihre pflegebedürftigen Nahestehenden tageweise in einer Familie gut versorgt zu wissen. Die Kosten belaufen sich auf acht Euro pro Stunde zuzüglich Versorgungskosten und Vermittlungsgebühr. Dieses Angebot findet oftmals auch als Gruppenbetreuung statt.

ZL wird dauerhaft begleitet durch eine sozialpädagogische Fachkraft der Fachstelle für pflegende Angehörige in Coburg. Zu den Aufgabengebieten der Fachstelle gehört die Betreuung der bestehenden Wohngemeinschaften in Form regelmäßiger Hausbesuche, psychosozialer und pädagogischer Beratung und Betreuung, des Angebots von Einzel­gesprächen und der Moderation in Konfliktsituationen. Schulungen der Familien sowie die Organisation und Begleitung von Austauschtreffen sind weitere ZL-Aufgaben der Fachstelle. Behilflich ist sie ebenso bei Antragstellungen und Behördengängen sowie bei der Sicherstellung einer adäquaten Versorgung und Organisation von Erholungs- und Ruhephasen der Familien (Verhinderungspflege).