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Kampagne 2013

Vater, Burnout, Kind

Die Symptome eines Burnouts gehen immer mit einem Gefühl der starken Überlastung und des Ausgebranntseins einher. Manchmal ist Burnout auch ein Vorbote von Krankheit.

Frau liegt auf Bett und hat die Hand über dem GesichtMit diesem Plakat macht die Caritas 2013 auf die Situation von Familien aufmerksam.DCV

Das Plakatmotiv Burnout steht für Familien(-mitglieder), die Unterstützung von außerhalb brauchen. Sie schaffen es nicht mehr alleine. Sie brauchen Netzwerke, die ihnen die Lasten abnehmen. Oft ganz konkret: Ein Opa, der das Kind von der KiTa abholt und versorgt. Eine Nachbarin, die jede Woche einen halben Tag beim dementen Vater bleibt. Eine Freundin, die zuhören kann.

Das Motiv kann auch mit dem Blick auf Familien, in denen eine psychische Erkrankung oder Sucht auftreten, gesehen werden. Süchte beeinflussen die Qualität der menschlichen Beziehungen negativ. Alles dreht sich um die Sucht. Fast scheint es, als ob ein weiteres Familienmitglied namens Alkohol, Droge oder Spiel mit am Tisch sitzt. Die Dynamik ist umso zerstörerischer, je mehr ignoriert und vertuscht wird. Oft hilft es, wenn geschlossene Familiensysteme aufgebrochen werden und Angebote von außen in Anspruch genommen werden. Besonders gilt dies für Kinder. Sie können das Verhalten der Erwachsenen schwer verstehen und beziehen es auf sich. Die Suchthilfe baut deshalb vermehrt Kindergruppen auf, in denen Kinder verstehen lernen, was zuhause passiert und sich mit anderen austauschen können. Ähnliche Angebote gibt es auch für Kinder psychisch kranker Eltern oder in der Straffälligenhilfe. Leider sind sie nicht flächendeckend vorhanden.

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Kampagne 2013

Überstunden, Mutter, Kind

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Vater, Mutter, Scheidungskind

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Kampagne 2013

Arbeitsloser, Mutter, Kind

Caritas-Kampagne 2013

Hintergründe

Familie schaffen wir nur gemeinsam

22.07.2013 | 09:23  
Deutscher Caritasverband e. V. schreibt

Hallo Johannes,
ja, die Arbeitsbelastung ist auch bei der Caritas oft sehr hoch, besonders wenn wir Stellen nicht besetzen können oder wenn Kolleg(innen) ausfallen und dann vertreten werden müssen. Das ist für die Kolleg(innen), PDLs und Heimleitungen nicht einfach. Dazu kommt der reale finanzielle Druck. Die Pflege- und Krankenkassen sind nicht bereit, Tariflöhne zu refinanzieren. Besonders eklatant ist dies im ambulanten Bereich. Deshalb zum Beispiel die Kampagne „Pflege hat Wert“ (http://www.dicvfreiburg.caritas.de/88170.html).
Aber auch im stationären Bereich ist es eng. Es müssen nicht nur die Löhne der Pflegekräfte gezahlt werden, sondern auch die Küche, das Reinigungspersonal, die Ausstattung, der Erhalt der Gebäude usw. So greifen manche Heime zu Mitteln, die arbeitsrechtlich zulässig sind, aber nicht immer als gerecht empfunden werden: Viele geringfügig Beschäftigte, befristet Beschäftigte, flexibel einsetzbar und mit dem Gefühl, dass doch beide Seite etwas davon haben.
Nun ist der Fachkräftemangel auch bei der Pflege angekommen. Heime, die dies also überziehen, werden in Zukunft kein gutes Personal mehr bekommen.
Was wir an der Diskussion schwierig und ungerecht finden ist, wenn die Caritas dafür Prügel einsteckt, dass die Politik nicht bereit ist mehr Geld in die Pflege unserer alten Menschen zu geben. Nun machen die Politiker(innen) aber das, was wir Wähler ihnen vermitteln. Und hier wird es schwierig: Fragen wir die, die sich über 400 Euro-Jobs aufregen, ob sie ab morgen 5% (statt 2,05 bzw. 2,3%) für die Pflegeversicherung bezahlen oder einer Erhöhung des Krankenkassenbeitrags zustimmen? Dann sagen sie nicht begeistert "Ja".
So stellt sich die Frage: Soll die Caritas unter diesen Bedingungen aus den Sozialstationen und Heimen aussteigen und die Versorgung dem Staat übergeben? Würde es dann besser? Gespannt auf Ihre Antwort grüßen wir herzlich!

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12.07.2013 | 08:31  
Johannes schreibt

Da sollte die Caritas sich mal an die eigene Nase packen, in wieweit sie hier - als Arbeitgeber oder auch als Heimbetreiber - hierzu beiträgt, dass es zum Burnout in der Familie kommt.
Ich denke da an die 400,-- €-Kräfte, die die Caritas beschäftigt und die für ihr Geld viel zu viel leisten müssen.
Oder die immens hohen Heim- und Pflegekosten (bei Pflegestufe III z.b. über 4000,-- €/Monat), die es vielen Angehörigen nicht ermöglichen, einen schwerstpflegebedürften Angehörigen in ein Heim zu tun.
In diesem Pflegesatz von rd. 130,-- €/Tag sind rd. 80,-- € Pflegekosten enthalten; wenn man dann mitbekommt, dass eine Pflegekraft rd. 10 Pflegebedürftige betreut, so erwirtschaftet diese Kraft (bei drei Schichten) rd. 270,-- € Pflegegeld am Tag!!!!!
Eine Super-Wertschöpfung!!!!
Also: erstmal an die eigene Nase packen,,liebe Caritas!!!!!!!

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28.05.2013 | 12:13  
Max Mucke schreibt

Schön, dass die Caritas einen solchen Spot spielt. Leider gehört sie zu den Einrichtungen, die selber immer dafür sorgen, dass die Arbeitsverträge knapp ( zeitlich begrenzt, sozialversicherungsfrei also auf 400,-€ - Basis) und "leicht" sind im Gehalt. Die Überstunden werden gesammelt und auszahlen lassen kann man sie nur wenn man lange genug bettelt. Überstunden sind Standard.

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28.02.2013 | 20:59  
Simone T. schreibt

Familie schaffen wir nur gemeinsam. Die Caritas schafft Familie. Zum wiederholten Mal ist mein Mann befristet bei der Caritas angestellt. Zum wiederholten Mal läuft der Vertrag nach mehrmaliger Verlängerung aus, damit man sich ja nicht an einen Mitarbeiter bindet. Schade. Und gerade das schafft Familie, weil durch die ständige Ungewissheit und finanzielle Bedrohung keine Familie glücklich, zufrieden und ausgeglichen leben kann.

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