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Häufig gestellte Fragen zur Kontopfändung

Hier finden Sie Antworten auf Fragen, die unsere Fachleute der Schuldnerberatungen immer wieder gestellt bekommen.

Kontopfändung (P-Konto)

P-Konto - was ist das?

Ab 01.07.2010 gibt es eine neue Form des Girokontos, das Pfändungsschutzkonto oder abgekürzt P-Konto. Das P-Konto ermöglicht in vielen Fällen eine Verbesserung und Vereinfachung des Pfändungsschutzes im Vergleich zu einem gewöhnlichen Girokonto.

Warum ein P-Konto?

Wenn Ihr monatliches Einkommen unter 1.045,04 EUR liegt, schützt das P-Konto dieses Einkommen automatisch vor Pfändung, ohne dass Sie dafür zum Vollstreckungsgericht gehen müssen. Überweisungen werden auch bei bestehender Pfändung weiter durchgeführt. Egal, ob Sie Arbeitseinkommen, Sozialleistungen, Rente oder Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit erhalten, bis zur Höhe des monatlichen Freibetrages ist Ihr Geld auf dem P-Konto vor Pfändungen geschützt. Sie können über diesen Betrag frei verfügen. Manche Geldinstitute führen aber keine Daueraufträge und Lastschriften durch. Deshalb informieren Sie sich bitte vor dem Antrag auf Umwandlung in ein P-Konto oder Einrichtung eines P-Konto bei Ihrer Bank über die anfallenden Kontoführungsgebühren und eventuelle Leistungseinschränkungen.

Gilt der Kontopfändungsschutz auch für Selbständige?

Die Pfändungsschutzregelungen zum P-Konto gelten auch für die Einkünfte von Selbständigen.

Wie bekomme ich ein P-Konto?

Beantragen Sie bei der Bank - am besten schriftlich - die Einrichtung eines P-Kontos. Falls Ihr Konto bereits gepfändet wird, muss die Bank das Konto binnen 4 Geschäftstagen (Wochenende und Feiertage zählen nicht mit) in ein P-Konto umwandeln.

Wichtig: Der Antrag kann nur vom (zukünftigen) Kontoinhaber persönlich gestellt werden. Es ist also nicht möglich, dass z. B. der Ehegatte mit Hilfe einer Vollmacht die Umwandlung beantragt. Eine Ausnahme besteht bei Minderjährigen und anderen beschränkt Geschäftsfähigen. Hier muss der Antrag vom gesetzlichen Vertreter (in der Regel die Eltern) gestellt werden.

Ich habe noch kein Konto. Habe ich einen Anspruch gegen die Bank auf Eröffnung eines P-Kontos?

Einen gerichtlich durchsetzbaren Anspruch auf Eröffnung eines P-Kontos gibt es leider nicht. Negative SCHUFA-Einträge allein sind aber kein hinreichender Grund für die Bank, die Eröffnung eines Kontos auf Guthabenbasis zu verweigern. Bitte lesen Sie hierzu die Ausführungen zum Guthabenkonto in den häufig gestellten Fragen. Diese Ausführungen gelten auch bei der Eröffnung eines Kontos als P-Konto.

Tipp: Wenn Sie noch kein Konto haben, sollten Sie zuerst ein Girokonto auf Guthabenbasis eröffnen. Dieses können Sie später in ein P-Konto umwandeln.

Mein Konto ist bereits gepfändet. Kann ich trotzdem ein P-Konto beantragen?

Die Umwandlung in ein P-Konto kann auch beantragt werden, wenn für das Girokonto bereits Pfändungen zugestellt wurden. Wird die Umwandlung in ein P-Konto innerhalb von vier Wochen ab Zustellung des Pfändungs- und Überweisungsbeschlusses bei der Bank vollzogen (Banken haben zur Bearbeitung drei Geschäftstage Zeit), dann gilt der P-Kontoschutz ab Zustellung des Pfändungs- und Überweisungsbeschlusses.

Mein Konto ist überzogen. Bekomme ich ein P-Konto?

Ja. Die Bank wird das P-Konto aber nur als Guthabenkonto führen. Der Betrag, um den das Konto im Rahmen eines Dispokredites überzogen ist, kann zum Beispiel in einen Ratenkredit umgewandelt werden, den Sie dann in monatlichen Raten an die Bank zurückzahlen.

Wenn Ihr Konto bereits überzogen ist, sollten Sie sich vor dem Antrag auf Umwandlung in ein P-Konto über mögliche Lösungswege ei Ihrer Schuldnerberatungsstelle informieren.

Kann ich mehrere P-Konten haben?

Nein. Jede Person darf immer nur ein einziges P-Konto führen.

Können mehrere Personen (z. B. Ehegatten) gemeinsam ein P-Konto haben?

Nein. Das P-Konto wird es nur als Einzelkonto geben. Ein vorhandenes Ehegattenkonto muss dann in zwei einzelne P-Konten umgewandelt werden.

Ändert sich meine Kontonummer?

Nein. Die bisherige Nummer bleibt erhalten.

Kann ich das P-Konto überziehen?

Nein. Das P-Konto wird es nur als Guthabenkonto geben.

Was kostet das P-Konto?

Das P-Konto soll nicht mehr kosten als ein gewöhnliches Konto. Dennoch erheben die Banken vielerorts erhöhte Gebühren für P-Konten. Sollte Ihre Bank für die Einrichtung oder Führung eines P-Kontos höhere Gebühren verlangen als für ein normales Girokonto, wenden Sie sich bitte an eine Schuldner- oder Verbraucherberatungsstelle.

Gibt es beim P-Konto keine Pfändung mehr?

Doch. Auch das P-Konto kann eine Kontopfändung nicht verhindern.

Ihr Guthaben wird jedoch beim P-Konto automatisch bis zu einem Betrag von 1.028,89 EURO monatlich geschützt, ohne dass Sie dazu die Hilfe eines Gerichts in Anspruch nehmen müssen.

Sie können beim P-Konto trotz bestehender Pfändung weiterhin Überweisungen durchführen, Daueraufträge (z. B. Miete, Strom ...) und Lastschriften (z. B. Telefonabrechnungen) können weiter vorgenommen werden.

Wie hoch ist mein Freibetrag?

Beim P-Konto ist automatisch ein Grundfreibetrag in Höhe von 1.073,88 € je Kalendermonat vor Pfändungsmaßnahmen geschützt.

Wenn Sie verheiratet und/oder für Kinder zum Unterhalt verpflichtet sind, können Sie weitere Freibeträge beantragen. Der Grundfreibetrag erhöht sich um 404,16 € für die erste Person, für jede weitere Person um 225,17 €. Das gilt auch, wenn Sie ALG II oder Grundsicherung für Personen aus Ihrer Bedarfsgemeinschaft erhalten. Bekommen Sie Kindergeld, so ist dieses ebenfalls geschützt.

Zusätzlich pfändungsfrei sind einmalige Sozialleistungen wie zum Beispiel für die Erstausstattung der Wohnung, Klassenfahrt oder Kostenerstattung der gesetzlichen Krankenkasse. Erhalten Sie Geldleistungen zum Ausgleich eines Mehraufwandes wegen eines Körper- oder Gesundheitsschadens, wie zum Beispiel Pflegegeld, sind diese Zahlungen auch nicht pfändbar.

Wenn Ihnen mehr als der Grundfreibetrag zusteht, müssen Sie bei Ihrer Bank eine P-Konto-Bescheinigung (gem. § 850k, Abs. 5 ZPO) vorlegen, auf welcher Ihr persönlicher Freibetrag inklusive aller Zusatzleistungen vermerkt ist. Diese Bescheinigung erhalten Sie unter anderem von Ihrer Schuldner- und Insolvenzberatungsstelle. Bringen Sie bitte dazu alle Unterlagen mit, mit denen Sie die zusätzlichen Freibeträge nachweisen können.

Beispiel: Freibetrag für eine verheiratete Person mit zwei Kindern:

  • monatlicher Grundfreibetrag: 1.073,88 €
  • weiterer Freibetrag für die  erste Person: 404,16 €
  • weiterer Freibetrag für die zweite Person: 225,17 €
  • weiterer Freibetrag für die dritte Person: 225,17 €
  • Kindergeld für das erste Kind: 184,00 €
  • Kindergeld für das zweite Kind: 184,00 €
  • Gesamtfreibetrag (Sockelbetrag): 2.296,38 €

Was passiert, wenn der Grundbetrag bzw. der erhöhte Sockelbetrag überschritten werden?

Die Bank ist verpflichtet, die Geldeingänge, die den Grundbetrag bzw. einen erhöhten Sockelbetrag übersteigen, dem Gläubiger zu überweisen, allerdings mit einer Verzögerung von mindestens einem Monat. Damit besteht für den Kontoinhaber die Möglichkeit, in dieser Zeit zu prüfen, ob mit einer neuen P-Konto-Bescheinigung eine Erhöhung des Grundbetrages bzw. durch das Gericht eine individuelle Erhöhung des Freibetrages erreicht werden kann.

Was ist, wenn der geschützte Grundfreibetrag bzw. der erhöhte Sockelbetrag nicht reicht?

Werden auf dem gepfändeten P-Konto Arbeitseinkünfte, Lohnersatzleistungen (wie Altersrente, Krankengeld, Arbeitslosengeld) oder Einkünfte von Selbständigen gutgeschrieben, die den automatisch geschützten Grundfreibetrag bzw. den erhöhten Sockelbetrag (wie im vorstehenden Kapitel beschrieben) übersteigen, muss sich der Kontoinhaber an das Vollstreckungsgericht (bzw. die Vollstreckungsstelle des öffentlichen Gläubigers) wenden. Dort kann ein Antrag auf Erhöhung des Grundbetrages bzw. des erhöhten Sockelbetrages gestellt werden.

Wo bekomme ich ausführliche Informationen zum P-Konto?

Das Bundesverbraucherschutzministerium informiert auf seiner Webseite über das Pfändungsschutzkonto und beantwortet oft gestellte Fragen.

Weitere Tipps

  •  Erhalten Sie Unterhaltsvorschuss oder Unterhalt für Ihr Kind und wird dadurch der Freibetrag überschritten, sind diese Beträge nicht extra geschützt. Richten Sie besser ein eigenes Konto für ihr Kind ein und lassen die Beträge dorthin überweisen.
  • Sollten Sie Ihren monatlichen Grundfreibetrag nicht ausgeschöpft haben, können Sie den Restbetrag in den nächsten Monat übertragen. In diesem Folgemonat ist neben Ihrem persönlichen Freibetrag auch der Restbetrag des Vormonats pfändungsgeschützt.

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