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Häufig gestellte Fragen zur Kontopfändung

Hier finden Sie Antworten auf Fragen, die unsere Fachleute der Schuldnerberatungen immer wieder gestellt bekommen.

Kontopfändung (P-Konto)

P-Konto - was ist das?

Das P-Konto ermöglicht einen Pfändungsschutzes des Girokontos. Mit einem Antrag bei der eigenen Bank muss die Bank das eigene Girokonto in ein P-Konto umwandeln. Damit ist automatisch ein Grundbetrag im Monat auf dem Konto vor Pfändungen geschützt.   

Warum ein P-Konto?

Wenn Ihr monatliches Einkommen unter 1.073,88 EUR liegt, schützt das P-Konto dieses Einkommen automatisch vor Pfändung, ohne dass Sie dafür zum Vollstreckungsgericht gehen müssen. Überweisungen und Lastschriften werden auch bei bestehender Pfändung weiter durchgeführt. Egal, ob Sie Arbeitseinkommen, Sozialleistungen, Rente oder Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit erhalten, bis zur Höhe des monatlichen Freibetrages ist ihr Geld auf dem P-Konto vor Pfändungen geschützt. Sie können über diesen Betrag frei verfügen. 

Gilt der Kontopfändungsschutz auch für Selbständige?

Der Pfändungsschutz gilt grundsätzlich auch für die Einkünfte von Selbständigen. Diese Regelungen sind aber auf die Bedürfnisse von Privathaushalten ausgerichtet und berücksichtigen nicht die Anforderungen aus der Selbständigkeit. So gibt es keinen besonderen Schutz der gesamten Umsätze oder der Umsatzsteuervorauszahlung.

Wie bekomme ich ein P-Konto?

Beantragen Sie bei ihrer Bank die Einrichtung eines P-Kontos. Falls Ihr Konto bereits gepfändet wird, muss die Bank das Konto binnen 4 Geschäftstagen (Wochenende und Feiertage zählen nicht mit) in ein P-Konto umwandeln.

Wichtig: Der Antrag kann nur vom (zukünftigen) Kontoinhaber persönlich gestellt werden. Es ist also nicht möglich, dass z.B. der Ehegatte mit Hilfe einer Vollmacht die Umwandlung beantragt.

Ich habe noch kein Konto. Habe ich einen Anspruch gegen die Bank auf Eröffnung eines P-Kontos?

Einen gerichtlich durchsetzbaren Anspruch auf Eröffnung eines P-Kontos gibt es leider nicht. Negative SCHUFA-Einträge allein sind aber kein hinreichender Grund für die Bank, die Eröffnung eines Kontos auf Guthabenbasis zu verweigern. Bitte lesen Sie hierzu die Ausführungen zum Guthabenkonto in den häufig gestellten Fragen. Diese Ausführungen gelten auch bei der Eröffnung eines Kontos als P-Konto.

Tipp: Wenn Sie noch kein Konto haben, sollten Sie zuerst ein Girokonto auf Guthabenbasis eröffnen. Dieses können Sie später in ein P-Konto umwandeln.

Mein Konto ist bereits gepfändet. Kann ich trotzdem ein P-Konto beantragen?

Die Umwandlung in ein P-Konto kann auch beantragt werden, wenn für das Girokonto bereits Pfändungen zugestellt wurden. Wird die Umwandlung in ein P-Konto innerhalb von vier Wochen ab Zustellung des Pfändungs- und Überweisungsbeschlusses bei der Bank vollzogen (Banken haben zur Bearbeitung drei Geschäftstage Zeit), dann gilt der P-Kontoschutz ab Zustellung des Pfändungs- und Überweisungsbeschlusses.

Mein Konto ist überzogen. Bekomme ich ein P-Konto?

Ja. Die Bank muss auch ein überzogenes Konto in ein P-Konto umwandeln. Gleichzeitig wird die Bank jedoch den Dispokredit kündigen und sofort fällig stellen.

Dennoch kann eine Umwandlung in ein P-Konto erforderlich sein, weil das verfügbare Guthaben im Augenblick einer Kontopfändung nicht geschützt ist.   

Wenn Ihr Konto bereits überzogen ist, sollten Sie sich vor dem Antrag auf Umwandlung in ein P-Konto über mögliche Lösungswege bei Ihrer Schuldnerberatungsstelle informieren.

Kann ich mehrere P-Konten haben?

Nein. Jede Person darf immer nur ein einziges P-Konto führen.

Können mehrere Personen (z. B. Ehegatten) gemeinsam ein P-Konto haben?

Nein. Das P-Konto wird es nur als Einzelkonto geben. Ein vorhandenes Ehegattenkonto muss dann in zwei einzelne P-Konten umgewandelt werden.

Ändert sich meine Kontonummer?

Nein. Die bisherige Nummer bleibt erhalten.

Kann ich das P-Konto überziehen?

Nein. Das P-Konto gibt es nur als Guthabenkonto.

Was kostet das P-Konto?

Das P-Konto darf nicht mehr kosten als ein gewöhnliches Konto. Sollte Ihre Bank für die Einrichtung oder Führung eines P-Kontos höhere Gebühren verlangen als bisher, wenden Sie sich bitte an eine Schuldner- oder Verbraucherberatungsstelle.

Gibt es beim P-Konto keine Pfändung mehr?

Doch. Auch das P-Konto kann eine Kontopfändung nicht verhindern.

Ihre monatlichen Geldeingänge werden jedoch beim P-Konto automatisch bis zu einem Freibetrag von 1.073,88 EURO geschützt. Unter bestimmten Voraussetzungen kann das Vollstreckungsgericht den Pfändungsfreibetrag heraufsetzen.

Wie hoch ist mein Freibetrag?

Beim P-Konto ist automatisch ein Grundfreibetrag in Höhe von 1.073,88 € je Kalendermonat vor Pfändungsmaßnahmen geschützt.

Wenn Sie verheiratet und/oder für Kinder zum Unterhalt verpflichtet sind, können Sie weitere Freibeträge beantragen. Der Grundfreibetrag erhöht sich um 404,16 € für die erste Person, für jede weitere Person um 225,17 €. Das gilt auch, wenn Sie ALG II oder Grundsicherung für Personen aus Ihrer Bedarfsgemeinschaft erhalten. Bekommen Sie Kindergeld, so ist dieses ebenfalls geschützt.

Zusätzlich pfändungsfrei sind einmalige Sozialleistungen wie zum Beispiel für die Erstausstattung der Wohnung, Klassenfahrt oder Kostenerstattung der gesetzlichen Krankenkasse. Erhalten Sie Geldleistungen zum Ausgleich eines Mehraufwandes wegen eines Körper- oder Gesundheitsschadens, wie zum Beispiel Pflegegeld, sind diese Zahlungen auch nicht pfändbar.

Wenn Ihnen mehr als der Grundfreibetrag zusteht, müssen Sie bei Ihrer Bank eine P-Konto-Bescheinigung (gem. § 850k, Abs. 5 ZPO) vorlegen, auf welcher Ihr persönlicher Freibetrag inklusive aller Zusatzleistungen vermerkt ist. Diese Bescheinigung erhalten Sie unter anderem von Ihrer Schuldner- und Insolvenzberatungsstelle. Bringen Sie bitte dazu alle Unterlagen mit, mit denen Sie die zusätzlichen Freibeträge nachweisen können.

Beispiel: Freibetrag für eine verheiratete Person mit zwei Kindern:

  • monatlicher Grundfreibetrag: 1.073,88 €
  • weiterer Freibetrag für die  erste Person: 404,16 €
  • weiterer Freibetrag für die zweite Person: 225,17 €
  • weiterer Freibetrag für die dritte Person: 225,17 €
  • Kindergeld für das erste Kind: 184,00 €
  • Kindergeld für das zweite Kind: 184,00 €
  • Gesamtfreibetrag (Sockelbetrag): 2.296,38 €

Was passiert, wenn der geschützte Sockelbetrag überschritten werden?

Die Bank ist verpflichtet, die Geldeingänge, die den Grundbetrag bzw. einen erhöhten Sockelbetrag übersteigen, dem Gläubiger zu überweisen, allerdings mit einer Verzögerung von mindestens einem Monat. Damit besteht für den Kontoinhaber die Möglichkeit, zu prüfen, ob mit einer neuen P-Konto-Bescheinigung oder durch das Gericht eine Erhöhung des Freibetrages erreicht werden kann.

Was ist, wenn der geschützte Freibetrag für meine Lohneinkünfte nicht reicht?

Werden auf dem gepfändeten P-Konto Arbeitseinkünfte, Lohnersatzleistungen (wie Altersrente, Krankengeld, Arbeitslosengeld) oder Einkünfte von Selbständigen gutgeschrieben, die den automatisch geschützten Freibetrag übersteigen, muss sich der Kontoinhaber an das Vollstreckungsgericht wenden. Dort kann ein Antrag auf Erhöhung des Freibetrages gestellt werden.

Der Freibetrag bei Gehältern kann entsprechend der Pfändungstabelle erhöht werden, gegebenenfalls unter Berücksichtigung von Unterhaltspflichten und von geschützten Lohnbestandteilen wie Auslöse oder die Hälfte der Überstundenvergütung.

Pfändet ein öffentlich-rechtlicher Gläubiger, zum Beispiel das Finanzamt oder das Hauptzollamt, muss sich der Schuldner an die jeweilige Vollstreckungsstelle dieses Gläubigers wenden.  

In unserem Flyer finden Sie die Pfändungstabelle.

Wo bekomme ich ausführliche Informationen zum P-Konto?

Das Bundesverbraucherschutzministerium informiert auf seiner Webseite über das Pfändungsschutzkonto und beantwortet oft gestellte Fragen.

Weitere Tipps

  •  Erhalten Sie Unterhaltsvorschuss oder Unterhalt für Ihr Kind und wird dadurch der Freibetrag überschritten, sind diese Beträge nicht extra geschützt. Richten Sie besser ein eigenes Konto für ihr Kind ein und lassen die Beträge dorthin überweisen.
  • Sollten Sie Ihren monatlichen Grundfreibetrag nicht ausgeschöpft haben, können Sie den Restbetrag in den nächsten Monat übertragen. In diesem Folgemonat ist neben Ihrem persönlichen Freibetrag auch der Restbetrag des Vormonats pfändungsgeschützt.

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