Diskussion

Gesundheitsversorgung

Alt werden auf dem Land – Traum oder Risiko?

Auch im ländlichen Raum wollen die Menschen möglichst lange zu Hause bleiben und nicht ins Heim. Dazu sind sie auf eine gute Gesundheitsversorgung angewiesen. Doch die zeigt immer mehr Lücken, und auch familiäre Pflegepotenziale brechen zunehmend weg. Wird es zum Problem, auf dem Land alt zu werden?

Fakten zur Diskussion

Alt werden auf dem Land

Diskussion Alt werden auf dem Land / Deutscher Caritasverband

Welche Folgen wird die demografische Entwicklung für die Gesundheitsversorgung insbesondere in ländlichen Gegenden haben? Worauf müssen sich die Menschen, die auf dem Land leben und alt werden wollen, einstellen? Wir geben Ihnen einige Fakten und Prognosen zur Beantwortung dieser Fragen an die Hand. mehr

Alt werden auf dem Land

Marianne macht sich Gedanken über ihre Zukunft auf dem Dorf

Ist die Gesundheitsversorgung älterer oder kranker Menschen im ländlichen Raum auf Dauer gewährleistet? Wir haben für Sie einige Fakten und Prognosen zusammen getragen.

Sozialstation unter Druck

Über die ambulante Pflege auf dem Land

Wie steht es um die Sozialstationen im ländlichen Raum, können sie den demografischen Wandel stemmen? Wir haben in Perleberg in Brandenburg nachgefragt.

Statement

Alt werden auf dem Land

Plakat Kampagne Stadt, Land, Zukunft: Allee / Deutscher Caritasverband/Christian Schoppe

Kein Zukunftsthema ist inzwischen so gut mit Fakten und Prognosen unterlegt wie der demografische Wandel. Und in keinem anderen Bereich werden so viele Förderprogramme aufgelegt, winken so viele lukrative Projekt-Förderungen. Geld ist da, Ideen sind da – also alles in Ordnung? Mitnichten. mehr

03.11.2015 | 10:06  
Aria Millefiori schreibt

Wenn sich Menschen dafür entscheiden, auf dem Land oder in der Stadt alt zu werden, ist das ihre Entscheidung und das sollte man respektieren. Man kann niemanden dazu zwingen, dorthin zu gehen, wo man sichtlich nicht leben will. Es stimmt, dass beide Entscheidungen Nachteile und Vorteile mit sich bringen, aber alles im Leben hat Nachteile und Vorteile. Natürlich sollten sie darauf vorbereitet sein, was diese Entscheidungen bringen werden und wie sie sich auf die Zukunft auswirken werden. Zum Beispiel: Wenn man auf dem Land alt werden will und gerade keine Familie um sich hat und plötzlich etwas passiert, kann einem keiner helfen; es sei denn, man hat Nachbarn, zu denen man eine gute Verbindung hat und auch über seinen jetzigen Zustand bescheid wissen. Und in der Stadt wird man zwar von gut ausgebildeten Plfegern betreut, aber man fühlt sich halt nicht wohl und es ist einem unangenehm, von unbekannten Menschen umsorgt zu werden, wenn es mal nicht ein Familienmitglied ist.

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27.10.2015 | 19:37  
Heiko Kegler schreibt

Eine extensive Tierhaltung , welche eine Abkehr von Massentierhaltung bedeutet,hat Mehrfach Vorteile.Das sind neben Schaffung von Arbeitplätzen auf dem Land (auch für Flüchtlinge), eben neue bisher nicht vorhandene Arbeitsplätze, weil extensive Tierhaltung mehr Personal bedeutet.Der "demographische Wandel", welcher auf dem Land wegen zusätzlicher Abwanderung junger Leute in die Stadt sich doppelt negativ auswirkt, hätte somit zur Abwanderung in die Stadt einen Gegenpol. Weiter Vorteile: weniger/keine Tierquälerei, Voraussetzung für Abschaffung von Antibiotika, bessere Bekämpfung von resistenten Keimen, keine Wachstumshormone im Futter, die zu Krebs führen könnten,gesünderes Fleisch, weil: BIO, keine Hormone und weniger Keime,gesünder wegen weniger Fleischkonsum, da teurer, es besser schmeckt, man ein gutes Gefühl beim Verzehr hat,also Steigerung der Lebensqualität

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13.10.2015 | 12:44  
Heiko Kegler schreibt

Einen Grund für Abwanderung junger, aber auch älterer Arbeitnehmer in die Städte ist der Staat selbst mit seinen clever und aus Spargründen gestrickten Regularien im Beispiel der Agentur für Arbeit. Der Arbeitsmarkt ist auf dem Land weniger vielfältig, hinsichtlich der Art und Weise des Angebots ,aber auch der Höhe einer Entlohnung. Wenn ein Mensch gern in einer bestimmten Tätigkeit arbeiten möchte oder auch nur kann, diese im vorhandenen "örtlichen Arbeitsmarkt" nicht angeboten werden kann, bleibt nur die "Flucht" in die Stadt, wo diese Tätigkeit vorhanden ist. Die Agentur streicht nämlich die Bezüge, wenn man sich nicht an die strengen Regeln des Amtes für Eingliederung in den Arbeitsmarkt hält. Da haben es jetzt die Flüchtlinge wohl besser. Da wird man sich wohl anders verhalten müssen. Warum aber nicht bei uns, die u.U. schon lang in Sozialkassen eingezahlt haben. Das sind in der"Behandlung" Unterschiede, die so nicht bleiben dürfen.Da kann es zu Spannungen kommen, die keiner will !

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13.10.2015 | 12:43  
Heiko Kegler schreibt

Einen Grund für Abwanderung junger, aber auch älterer Arbeitnehmer in die Städte ist der Staat selbst mit seinen clever und aus Spargründen gestrickten Regularien im Beispiel der Agentur für Arbeit. Der Arbeitsmarkt ist auf dem Land weniger vielfältig, hinsichtlich der Art und Weise des Angebots ,aber auch der Höhe einer Entlohnung. Wenn ein Mensch gern in einer bestimmten Tätigkeit arbeiten möchte oder auch nur kann, diese im vorhandenen "örtlichen Arbeitsmarkt" nicht angeboten werden kann, bleibt nur die "Flucht" in die Stadt, wo diese Tätigkeit vorhanden ist. Die Agentur streicht nämlich die Bezüge, wenn man sich nicht an die strengen Regeln des Amtes für Eingliederung in den Arbeitsmarkt hält. Da haben es jetzt die Flüchtlinge wohl besser. Da wird man sich wohl anders verhalten müssen. Warum aber nicht bei uns, die u.U. schon lang in Sozialkassen eingezahlt haben. Das sind in der"Behandlung" Unterschiede, die so nicht bleiben dürfen.Da kann es zu Spannungen kommen, die keiner will !

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08.10.2015 | 20:40  
Heiko Kegler schreibt

Lücken in der Gesundheitsversorgung und Lücken durch häusliche Pflege (beides durch Abwan-derung in Städte) sind 2 Problemfelder. Da ja dieser Abwanderungsprozess bereits seit längerem anhält, beginnt nun das Problem einer Verschlechterung der Vielfalt im ländlichen Gebiet voranzuschreiten. Ausdünnung von "Angeboten" jeglicher Art und auch das Ärzte-Netz werden grobmaschiger. Ärzte wollen aber oft ihrem Stand entsprechend, wie auch andere Beschäftigungsgruppen, vom Wohlstand profitieren. Das geht für viele immer mehr nur entsprechend in Städten, wo im Gegensatz zum ländlichen Raum, "Angebote" bzw. die Vielfalt größer sind und noch weiter wachsen werden. Um das Umzukehren, müssen entweder mehr Menschen mit dem "Beschäftigungsniveau"/Lohn der Ärzte im ländlichen Raum sein weil so mehr Vielfalt entstehen kann, oder die Vielfalt „künstlich“ gewahrt/ausgebaut werden. Wie dieses umsetzen? -> siehe Beitrag tiefer

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08.10.2015 | 20:37  
Heiko Kegler schreibt

Menschen im „Beschäftigungsniveau“/Lohn wie Ärzten im ländlichen Raum mehr zu haben und somit die Change für mehr Vielfalt zu bekommen, bedeutet Arbeitsplätze mit entsprechendem Niveau und Lohn dort zu schaffen, wo es absolut „brennt“. Dazu ist allerdings mal der Staat gefragt. Denn hier sollte und darf er mal für die Wirtschaft in den „Fördertopf“ greifen. Denn Vielfalt, also mehr Angebote wie z.B. Kultur usw. müssen „lohnend“, also profitabel sein. Das geht nur bei genügend Nachfrage durch genügend Menschen mit den jeweiligen „Interessenslagen“ und genügend „Kleingeld“. Wenn man keine solche Arbeitsplätze schaffen kann, wäre noch die „künstliche“ Schaffung von Vielfalt. Dazu müsste der Staat eben diese Angebote schaffen und auch unterhalten. Das wäre dann eben ein staatliches Unterfangen mit zielführenden Angeboten zum Erhalt der Vielfalt. Demographischer Wandel, Vielfalt/Angebote wahren mit privatwirtschaftliche Strukturen wird/ist kein Selbstlauf und funktioniert ohne Lenkung nicht

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08.10.2015 | 20:35  
Heiko Kegler schreibt

Der Abwanderungsgrund von Menschen, welche früher mehr hier blieben und heute, wenn hierbleibend, somit häusliche Pflege leisten könnten, ist eben manchmal auch ,aber oft doch nicht vordergründig, mit geringerer Vielfalt im ländlichen Raum zu erklären. Vielmehr sind Gründe für Abwanderung dadurch gegeben, weil wegen einer möglichen Begabung und dem Wunsch einer entsprechend hochwertigen Ausbildung, welche nicht/selten , wie auch das spätere Berufsleben, nicht im ländlichen Raum zu finden sind, vorliegen. Diesen Menschen haben ein Recht auf Selbstbestimmung Ihres „Lebensweges“ und dürfen nicht kritisiert werden wegen Ihrer Abwanderung. Weiter siehe nächster Beitrag->

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08.10.2015 | 20:33  
Heiko Kegler schreibt

Man muß aber auch sagen: Mehr Wohlstand ist für viele mehr Angebote zu haben , und diese gibt es nur in der Stadt. Da ist eben ein Sinneswandel da, was Wohlstand für den Einen oder Anderen bedeutet. Für Viele ist es Konsum. Dazu braucht man Geld, welches oft nur durch Arbeit in Städten wegen dort vorhandener entsprechender Betriebe zu bekommen ist. Dort kann man es dann auch wieder durch mehr Vielfalt/Angebote besser bzw. überhaupt erst ausgeben. Das ist eben dann auch noch die Kehrseite, das man sein sauer verdientes Geld durch vielfältige Möglichkeiten in der Stadt ausgeben kann. Das geht im ländlichen Raum viel schlechter. Die Daseins Frage lautet also: Lebt man lieber ländlich und genügsamer (und allen weitern Vor- und Nachteilen) oder in der Stadt mit mehr Möglichkeiten , vor allem bezüglich des Wohlstandes.

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08.10.2015 | 18:31  
Heiko Kegler schreibt

Um älteren Menschen das Altwerden im häuslichen Umfeld so lang wie möglich erhalten zu können ,sind die "menschlichen Fähigkeiten" dieser Menschen so lang wie möglich zu erhalten. Vor allem gilt es "Anreize" für das Gehirn immer wieder zu geben, damit die Selbstständigkeit alter Menschen, aus diesem Gesichtspunkt her, so lang wie möglich gewahrt werden können. Glücklich schätzen können sich, wer z.B. über den Tag hin soziale Kontakte hat, oder einem Hobby nachgeht. Hat man über den Tag kaum etwas zu tun, weil Angehörige arbeiten müssen oder nicht mehr vorhanden sind,dann sind solche Angebote wie eine Tagespflege in der Gruppe, wenn regional Bedarf vorhanden,zu schaffen. Das ist in meinen Augen auch eine Angelegenheit des Staates, welcher scheinbar immer weniger Geld für Soziales hat und oft falschen Reformen soziale Standards weiter verschlechtert hat. Aber für die Wirtschaft scheint der Staat bisher sozial nicht gekürzt zu haben, damit Wohlstand erhalten bleibt.->da stimmt was nicht...

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08.10.2015 | 17:25  
Heiko Kegler schreibt

Ein Lösungsansatz für mehr vorhandene Pflegekräfte, welche zur Bewältigung der Pflege durch den demographischer Wandel benötigt werden, liegt in einer höheren Entlohnung! Es ist irgendwie typisch, das Entlohnung bei uns nur nach dem Prinzip läuft: Kannste was-> kriegste bisschen; kann-ste was und können das wenig-> kriegste mehr; und kannste was, was keiner (kaum einer) kann und noch gefragt ist bekommst Du am meissten. Dieses Entlohnungprinzip ist ethisch moralisch verwerflich, weil es nach dem Prinzip der Teilung einer Arbeitswelt in "Schlaue oder wenig entbehr-liche Menschen und Menschen mit weniger Entbehrlichkeit unterteilt. Dabei sollten Arbeitsplätze in denen schwer körperlich gearbeitet wird, gute soziale Kompetenzen nötig sind und vor allem Tätig-keiten bei denen es emotional an Grenzen der menschlichen Belastbarkeit geht höher bezahlt werden. Alle diese Belastungen, und gerade letztere, ist bei Pflegepersonal und Pflege von Men-schen mit,bei vorallem höchster Pflegestufe, so!

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