Berufsporträt

Sozialassistentin / Sozialassistent

Sozialassistenten und Sozialassistentinnen übernehmen pädagogisch-betreuende, hauswirtschaftliche und sozialpflegerische Aufgaben für hilfsbedürftige Menschen.

Sozialassistent/inDeutscher Caritasverband / KNA: Harald Oppitz

Sie unterstützen Erzieher/innen, Heilerziehungspfleger/innen oder Altenpfleger/innen bei ihren Tätigkeiten und übernehmen in Absprache mit ihnen bestimmte Tätigkeiten.

Zu den alltäglichen Aufgaben gehören:

  • Mahlzeiten zubereiten
  • Wäsche waschen und bügeln
  • Die Wohnung oder das Haus aufräumen und putzen
  • Haushaltsführung übernehmen
  • Grundpflege kranker Menschen

Tätigkeitsfelder

Sozialassistenten und  assistentinnen arbeiten hauptsächlich

  • in Wohn- und Pflegeheimen für betreuungsbedürftige Menschen
  • in Kindergärten und  -horten
  • in Einrichtungen zur Betreuung und Pflege von Menschen mit Behinderung
  • bei ambulanten sozialen oder diakonischen Diensten.

Bei der ambulanten Betreuung pflegebedürftiger Menschen halten sie sich in Privatwohnungen auf. Beratungsgespräche werden in Büros oder Besprechungsräumen geführt.

Kernkompetenzen

Sozialassistenten und  -assistentinnen sollten ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein haben und gerne mit Menschen jeder Altersgruppe arbeiten. Gefragt sind praktisch veranlagte Menschen, die ein Gespür dafür haben, Menschen in schwierigen Situationen zu begleiten.

Ausbildungsstätten

Die Ausbildung findet an Berufsfachschulen statt. Der praktische Teil der Ausbildung erfolgt zum Beispiel in:

  • Hauswirtschaftlichen Einrichtungen
  • Sozialpädagogischen Einrichtungen
  • und sozialpflegerischen Einrichtungen.

Heimat- und Ausbildungsort sind häufig nicht identisch, denn die Ausbildung wird nicht in allen Städten angeboten.

Zulassung

  • Hauptschulabschluss (oder ein als gleichwertig anerkannter Abschluss)

oder

  • Mittlerer Bildungsabschluss

Inhalte

  • Ernährungskonzepte
  • Aufgaben und Konzepte in der Haushaltsführung
  • Pflege und Mobilisierung von hilfsbedürftigen Menschen
  • Unterstützung bei der Lebens- und Freizeitgestaltung

Dauer

Die Ausbildung dauert 2 bis 4 Jahre.

Prüfungen und Abschluss

Die Ausbildung wird mit einer staatlichen Prüfung beendet. Sie umfasst

  • einen schriftlichen,
  • einen praktischen und manchmal
  • einen mündlichen Teil.

Die Abschlussbezeichnungen lauten (je nach Bundesland):

  • Staatlich geprüfter Sozialassistent/Staatlich geprüfte Sozialassistentin
  • Sozialassistent/Sozialassistentin
  • Staatlich geprüfter Sozialhelfer/Staatlich geprüfte Sozialhelferin
  • Staatlich geprüfter Sozialbetreuer/Staatlich geprüfte Sozialbetreuerin
  • Staatlich geprüfter Sozialbetreuer und Pflegefachhelfer/Staatlich geprüfte Sozialbetreuerin und Pflegefachhelferin
  • Staatlich anerkannter Alltagsbetreuer/Staatlich anerkannte Alltagsbetreuerin
  • Staatlich anerkannter Servicehelfer im Sozial- und Gesundheitswesen/Staatlich anerkannte Servicehelferin im Sozial- und Gesundheitswesen

Aufstiegsweiterbildungen (Auswahl)

Fachwirt/in

Darüber hinaus haben Personen mit einer Hochschulzugangsberechtigung die Möglichkeit, ein Studium in Betracht zu ziehen.

Aktuelle Entwicklungen im Berufsbild

Mehr Durchlässigkeit in den Pflegeberufen

Baden-Württemberg hat im Juni 2010 als erstes Bundesland ein Gesamtkonzept für den Ausbau der Pflegeberufe und der Berufe im Vor- und Umfeld der Pflege vorgelegt. Ziel ist es, die Pflegeberufe für Inhaber aller Bildungsabschlüsse attraktiv zu gestalten. Dazu gehören auch durchlässigere Strukturen zwischen den unterschiedlichen Ausbildungs- und Berufsbildern. Alle Ebenen, von einfachen Versorgungs- und Betreuungstätigkeiten bis hin zur komplexen Pflege, sind mit einbezogen. Vor allem für junge Menschen ohne Schulabschluss bieten sich hier Chancen: Mit der Ausbildung zum Alltagsbetreuer bzw. zur Alltagsbetreuerin oder zum Servicehelfer bzw. zur Servicehelferin werden ihnen die Kompetenzen vermittelt, die für einfache Versorgungs- und Betreuungstätigkeiten an der Seite erfahrener Kräfte notwendig sind. Wer die Ausbildung erfolgreich abschließt, erwirbt damit zugleich den Hauptschulabschluss. Da die Altenpflegehilfeausbildung durchlässig ausgestaltet ist, können geeignete Absolventen und Absolventinnen bis in die Fachkraftausbildung aufsteigen.

Sozialassistenten und -assistentinnen haben daher künftig mehr Möglichkeiten, aufeinander aufbauende Kompetenzen und Berufsabschlüsse im Bereich Pflege zu erwerben.