Berufsporträt

Hauswirtschaftliche/r Betriebsleiter/in

Hauswirtschaftliche Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter übernehmen qualifizierte Fach- und Führungsaufgaben in hauswirtschaftlichen Großbetrieben.

Hauswirtschaftliche Betriebsleiterin bei der ArbeitHarald Oppitz / KNA - Deutscher Caritasverband e. V.

Sie übernehmen entweder die Gesamtleitung des Hauswirtschaftsbereiches oder die eines Teilbereiches (Ernährung, Haus und Wäsche, Einkauf, Vorratswirtschaft, Buchführung).

Hauswirtschaftliche Betriebsleiter/innen üben planende, organisatorische, beaufsichtigende und beratende Tätigkeiten aus. Sie sind zuständig für die Personalauswahl, Personalführung und die Ausbildung von Nachwuchskräften.

Außerdem

  • verwalten sie die Budgets,
  • bestimmen das Verpflegungsangebot auf der Basis von Diätvorschriften,Qualitätsanforderungen und anderen Vorgaben,
  • ermitteln den Bedarf an Lebensmitteln und Verbrauchsgütern,
  • planen und organisieren die Warenbeschaffung,
  • sind verantwortlich für die Verpflegung der Klienten, Kunden oder Gäste,
  • erstellen Ausschreibungen und schließen Lieferverträge ab,
  • gewährleisten den effektiven Einsatz von Maschinen, Anlagen und Geräten
  • stellen die Reinigung und Ausstattung von Räumen sicher und
  • sorgen dafür, dass alle gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden.

Tätigkeitsfelder

Hauswirtschaftliche Betriebsleiter/innen arbeiten im Sozial- und Gesundheitswesen in

  • Wohnheimen der Alten- und Behindertenhilfe,
  • in Krankenhäusern und Rehabilitationskliniken
  • Heimen der Kinder- und Jugendhilfe,
  • Internaten,
  • Tageseinrichtungen oder 
  • in der hauswirtschaftlichen Versorgung ambulanter sozialer Dienste.

In Hotellerie und Gastronomie in 

  • Hotels,
  • Jugendherbergen und Hütten,
  • Erholungs- und Ferienheimen,
  • Kantinen sowie
  • bei Catering-Firmen (Bereitstellung von Speisen und Getränken durch eine Fremdfirma)

Kernkompetenzen

Hauswirtschaftliche Betriebsleiter/innen müssen planen und organisieren können und Interesse an Ernährungs- und Gesundheitsfragen haben. Außerdem sollen sie Prozesse ergebnisorientiert initiieren, überprüfen und kontrollieren können. Dazu benötigen sie Führungsqualitäten, müssen kommunikativ und durchsetzungsfähig sein. Betriebswirtschaftliches Denken wird vorausgesetzt. 

Die Aus- oder Weiterbildung als Hauswirtschaftliche Betriebsleiter/in findet in Fachschulen, Berufskollegs und Fachakademien statt. Neben dem theoretischen Unterricht finden Praktika in hauswirtschaftlichen Einrichtungen statt.

Zulassung

  • Abschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf sowie
  • eine mindestens einjährige Berufstätigkeit (kann während der Fachschulausbildung nachgeholt werden) und
  • das Abschlusszeugnis der Berufsschule, wenn diese während der Berufsausbildung besucht werden musste.

oder

  • Abschluss der Berufsschule oder
  • ein gleichwertiger Bildungsstand und
  • eine einschlägige Berufstätigkeit von mindestens fünf Jahren. (Die Zeit in der Berufsfachschule kann angerechnet werden.)

Außerdem ist ärztliches Attest erforderlich.

Inhalte

Die praktischen Ausbildungsinhalte orientieren sich an den oben genannten Aufgaben und Tätigkeitsfeldern.

Im theoretischen Teil werden unter anderem diese Inhalte gelehrt:

  • Politik
  • Englisch
  • Mathematik
  • Chemie
  • Ernährungslehre
  • Betriebswirtschaftslehre
  • Berufs- und Arbeitspädagogik
  • Rechnungswesen/Datenverarbeitung

Im praktischen Teil werden unter anderem diese Inhalte gelehrt:

  • Textiltechnik
  • Haushaltstechnik
  • Lebensmitteltechnik
  • Betriebsorganisation

Dauer

Die Weiterbildung dauert in Vollzeit zwei bis drei Jahre, in Teilzeit in der Regel vier Jahre. Der Unterricht wird aufgeteilt in einen allgemeinen Lernbereich mit 400 bis 600 Stunden sowie einen fachrichtungsbezogenen Lernbereich mit 1.800 bis 2.000 Stunden.

Verkürzungen

Für Bewerber/innen mit Fachhochschulreife kann die Ausbildung um bis zu einem halben Jahr verkürzt werden.

Die Aufnahme in den zweiten Ausbildungsabschnitt ist möglich für Bewerber/innen, die

  • eine Fachschule desselben Fachbereichs (jedoch mit anderer Fachrichtung),
  • eine Fachschule derselben Fachrichtung (jedoch mit anderem Schwerpunkt oder einer verwandten Fachrichtung) oder
  • die Meisterprüfung erfolgreich bestanden haben oder
  • Studienzeiten an einer Hochschule nachweisen können.

Prüfungen und Abschluss

Die Ausbildung wird mit einer staatlichen Prüfung beendet. Diese umfasst

  • einen schriftlichen,
  • einen praktischen und eventuell
  • einen mündlichen Teil.

Die Abschlussbezeichnungen lauten (Auswahl):

  • Staatlich geprüfte hauswirtschaftliche Betriebsleiterin, staatlich geprüfter hauswirtschaftlicher Betriebsleiter
  • Staatlich geprüfte Betriebsleiterin, staatlich geprüfter Betriebsleiter – Fachrichtung Hauswirtschaft

Hochschulbildungsgänge (Auswahl)

  • Ökotrophologin, Ökotrophologe