Das Caritas-Altenzentrum St. Josef in Blieskastel hat sich den Gesundheitssport ins Haus geholt. Seit Anfang des Jahres kommt einmal in der Woche ein speziell ausgebildeter Trainer zu den Bewohnerinnen und Bewohnern. Ziele sind die Verbesserung der Koordination, der Mobilität und eine allgemeine Kräftigung. Das Caritas-Altenzentrum arbeitet dabei mit dem Fitness- und Gesundheitszentrum flipflop aus dem nahegelegenen Rohrbach zusammen.
„Am meisten Spaß machen mir die Übungen mit dem Thera-Band“, erzählt Magda Wagner. „Damit kann man sich gut dehnen. Das ist gut für meine Knochen und die Gelenke.“ Die 82-Jährige ist eine von 14 Frauen, die zusammen im Kreis sitzen, den Anleitungen des Trainers genau zuhören und sie dann in die Tat umsetzen. Viele der Teilnehmerinnen sitzen im Rollstuhl. Hinter einem steht der Ehemann einer Bewohnerin und hilft ihr bei den Übungen. Außerdem ist eine Mitarbeiterin des Altenzentrums mit dabei. Sie gibt gezielt Hilfestellungen. „Dass von unserem Haus jemand mithilft, ist Grundvoraussetzung für das Angebot“, erklärt Leiterin Jutta Asal-von Wuthenau. „Es kann ja auch einmal passieren, dass jemand unruhig wird, und deshalb die Gruppe früher verlassen muss. Das ist dann nicht Aufgabe des Trainers.“
Die Leiterin des Caritas-Altenzentrums St. Josef hat eine Aktion ins Leben gerufen, die ihresgleichen sucht. Normalerweise müssen Präventions- und Rehabilitations-Sportler ins Fitnessstudio oder zu sonst einem lizenzierten Anbieter gehen, wenn sie etwas für ihre Gesundheit tun wollen. Doch wie soll das bei einem Altenzentrum gehen? In der Blieskasteler Einrichtung fragte man, ob nicht einfach die Laufrichtung geändert werden könnte. Beim Fitness- und Gesundheitszentrum flipflop aus Rohrbach stieß die Idee sofort auf Interesse. Seit Beginn des Jahres ist es also der Trainer, der jeweils mittwochs die Sporttasche packt und zu seinen drei Gruppen nach Blieskastel fährt.
Etwa die Hälfte der Bewohnerinnen und Bewohner ist dabei
Es gibt eine Männer- und eine Frauen-Runde; außerdem anschließend eine Übungsgruppe für den beschützen Bereich. Insgesamt sind rund 40 Bewohnerinnen und Bewohner der 85 Personen umfassenden Einrichtung in den vergangenen sechs Wochen aktiv geworden. Nun ist die Leiterin gespannt, wie es nach dem Anfangserfolg weitergeht. Ob alle bei der Stange bleiben? Ob das wöchentliche Training dabei wie beabsichtigt hilft, die Gefahr von Stürzen zu mindern? „Der Altersdurchschnitt unseres Altenzentrums liegt bei 82 Jahren“, sagt sie. „Die Kraft lässt nach, die Schritte werden langsamer, viele geben sich auf – bis hin zur Lethargie. Wir sind sehr optimistisch, dass wir es mit dem neuen Trainingsangebot schaffen, die Anzahl an Stürzen und Verletzungen zu verringern.“ In einem Jahr soll eine erste Bilanz gezogen und die Verletzungsstatistik mit dem Jahr davor verglichen werden.
Der Zeitrahmen passt zur Förderung der Maßnahme durch die Krankenkassen. Präventions- und Rehabilitationssport wird auf 50 Stunden innerhalb maximal 18 Monaten gewährt. Auch der Inhaber des Fitness- und Gesundheitszentrums flipflop, Christian Bernard, ist auf die Resultate bespannt, wobei er von einer deutlichen Verbesserung bei Kraft und Balance ausgeht. „Wir arbeiten im Training vor allem mit Ball und Thera-Band. Damit stärken wir gezielt die Mobilität der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.“ Beide betonen außerdem die große psychologische Wirkung des Gruppentrainings. „Viele freuen sich richtig auf das Training. Es macht allen großen Spaß“, sagen beide nahezu unisono.
Wer der 82-jährigen Magda Wagner beim Ziehen des Thera-Bandes zusieht, entdeckt diese Freude sehr schnell.
Kontakt
Caritas-Altenzentrum St. Josef
In den Lohgärten 6
66440 Blieskastel
Telefon 06842/92030
www.st-josef-blieskastel.de