Katholischer
Krankenhausverband kritisiert Vorgehen des Marburger Bundes
Berlin. 5. Dezember 2007.
Der Katholische Krankenhausverband Deutschlands
(KKVD) weist die Vorwürfe des Marburger Bundes (MB) gegen die katholischen
Krankenhäuser deutlich zurück. Die Behauptungen, in katholischen Kliniken fände
„Ausbeutung im Namen des Herrn“ statt und es herrsche „Lohnbetrug“,
entbehre
jeder seriösen Grundlage, so der KKVD.
Der MB beruft sich dabei auf Ergebnisse einer nicht repräsentativen Untersuchung.
Nach Umfragen und Berechnungen des KKVD sind Vergütungen in katholischen
Häusern oft höher als in anderen Krankenhäusern. Die Arbeitszeiten und
Arbeitsbedingungen in katholischen Krankenhäusern unterscheiden sich nicht
signifikant von denen anderer Krankenhäusern. Die Arbeitszufriedenheit und
Motivation
der Ärzte in katholischen
Kliniken ist nach wie vor hoch. Der KKVD weist darauf hin, dass die
Dienstnehmerseite - somit auch Ärzte - in der paritätisch besetzten
Arbeitsrechtlichen Kommission der Caritas ein gleichberechtigtes Mitspracherecht
hat. Die beschlossenen Arbeitsvertragsrichtlinien sind in vielen Bereichen für
die Mitarbeiter besser als die Tarifverträge, die der MB mit privaten und
öffentlichen Trägern abgeschlossen hat.
Der MB verkennt in seiner unsachlichen Argumentation die Strukturen des
kirchlichen Arbeitsrechts. Er ignoriert die hohe Mitgestaltungskompetenz der
Mitarbeiter in der Caritas. Der MB ignoriert auch zum wiederholten Mal die Tatsache,
dass weder KKVD noch MB Verhandlungspartner in Angelegenheiten des kirchlichen
Arbeitsrechts sind.
Der KKVD weist allerdings darauf hin, dass sich die Rahmenbedingungen aller
Krankenhäuser in Deutschland seit der rigiden Sparpolitik ab 1993 verschlechtert
haben Die Arbeitsverdichtung habe in den letzten zehn Jahren bei allen
Berufsgruppen deutlich zugenommen. Dennoch sprächen etliche
Gesundheitspolitiker immer noch von erheblichen Wirtschaftlichkeitsreserven,
die sie im Krankenhausbereich vermuten. Der KKVD tritt seit Jahren politisch
für eine Verbesserung ein. Die Vermutung liege nahe, dass es dem MB bei seinem
Machtpoker nur um die Durchsetzung von Partikularinteressen der
Gewerkschaftsfunktionäre gehe, so der KKVD.
Kontakt:
Thomas
Vortkamp
,
Geschäftsführer des Katholischen Krankenhausverbands Deutschlands e.V.,
Telefon: 0761 200-352,
E-Mail:
thomas.vortkamp@caritas.de
Im KKVD organisiert sind etwa 470 katholische Kliniken in Deutschland. 150.000
Beschäftigte versorgen dort im Jahr etwa 3,5 Millionen Patienten. Als
anerkannter Fachverband im Deutschen Caritasverband, der Wohlfahrtorganisation
der katholischen Kirche verfolgt er ausschließlich gemeinnützige und kirchliche
Zwecke.
Pressemitteilung
Katholischer Krankenhausverband zu Marburger Bund
Erschienen am:
05.12.2007
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