MBE 2025: Integration begleiten in herausfordernden Zeiten
Dabei geht es etwa um den Zugang zu Bildung, Ausbildung, Arbeit, Wohnen sowie zu Sozial- und Gesundheitsleistungen. Sie wird von den Trägern der freien Wohlfahrtspflege und dem Bund der Vertriebenen an bundesweit rund 900 Standorten angeboten, 290 davon sind Caritas-Beratungsstellen.
Die MBE-Beratungsstellen der Caritas berichten dem Referat Migration und Integration des Deutschen Caritasverbandes jährlich über ihre Arbeit. Die Sachberichte werden in einem zusammenfassenden Sachbericht ausgewertet. Dieser gibt Einblicke in aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und erfolgreiche Ansätze der Beratungspraxis.
Die ausführlichen Ergebnisse finden Sie im unten stehenden Download.
Der Sachbericht 2025 zeigt erneut die große Bedeutung der MBE für die Integration vieler Migrant:innen und Schutzsuchender. Die MBE der Caritas erreichte 102.635 Menschen, darunter 66.886 direkt beratene Personen sowie 35.749 mitberatene Familienangehörige. 501 Mitarbeitende (256 Vollzeitäquivalente) begleiteten die Ratsuchenden.
Besonders herausfordernd in der Beratung waren 2025 Fragen des Aufenthalts- und Sozialrechts sowie die Unterstützung bei Anträgen und Verwaltungsverfahren. Darüber hinaus erwiesen sich der Zugang zum Arbeitsmarkt, das Thema Wohnen sowie das Erlernen der deutschen Sprache als besonders aufwendig in der Beratung und bildeten zentrale Anliegen der Ratsuchenden.
Gruppenangebote ergänzen die Einzelfallberatung. In den Veranstaltungen 2025 wurde Wissen zur Orientierung im Alltag, zu sozialrechtlichen Themen sowie Arbeitsmarkt, Sprachförderung, Familie und Gesundheit vermittelt. Gleichzeitig schaffen Gruppenangebote Raum für Austausch, gegenseitige Unterstützung und gemeinsames Lernen. Die Formate reichten von Informationsveranstaltungen über regelmäßige Austauschgruppen bis hin zu größeren öffentlichen Veranstaltungen.
Netzwerkarbeit bleibt ein entscheidender Erfolgsfaktor für gelingende Beratung. Besonders positiv bewerteten die Beratungsstellen die Zusammenarbeit mit Diensten der Regelversorgung, Integrations- und Berufssprachkursträgern, Jugendmigrationsdiensten und anderen Beratungsdiensten. Bei der Zusammenarbeit mit Jobcentern, Arbeitsagenturen und Ausländerbehörden wurde deutlich: Gute Erreichbarkeit und kurze Kommunikationswege, feste Ansprechpersonen und regelmäßiger Austausch zwischen MBE und Kooperationspartnern tragen wesentlich dazu bei, Ratsuchende wirksam zu unterstützen.
Ein weiterer Schwerpunkt der MBE ist die Begleitung der interkulturellen Öffnung von Regeldiensten. Die Beratungsstellen engagierten sich durch Kooperationen, vermittelten zwischen Ratsuchenden und Behörden bei Konflikten, boten Veranstaltungen wie Schulungen und Workshops an und stellten bei Bedarf Kontakt zu Sprachmittelnden her. Ziel dieser Prozesse ist es, Barrieren abzubauen, Institutionen zu sensibilisieren und die Teilhabe Zugewanderter zu stärken.
Durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit machten die Beratungsstellen ihr Angebot bei Ratsuchenden, Netzwerkpartnern, Politik und Öffentlichkeit bekannt. Besonders erfolgreich waren persönliche Vorstellungen in Integrationskursen, Kooperationen mit Partnern, öffentliche Veranstaltungen sowie die Nutzung sozialer Medien.
Die Rückmeldungen der Beratungsstellen für das Berichtsjahr 2025 zeigen übereinstimmend einen anhaltend hohen Beratungsbedarf. Gleichzeitig verweisen zahlreiche Einrichtungen auf eine zunehmende Komplexität der Beratungsanliegen. Viele Beratungsstellen berichten zudem von Verunsicherung und Zukunftsängsten bei Ratsuchenden infolge migrationspolitischer Entwicklungen und gesellschaftlicher Debatten. Zugleich wird die präventive Wirkung der MBE hervorgehoben: Sie trägt zur Stabilisierung von Lebenslagen, zur Förderung gesellschaftlicher Teilhabe und zur Entlastung anderer Unterstützungssysteme bei. Die MBE bildet eine wichtige Brücke zur Regelversorgung. Für die Zukunft bleiben eine verlässliche Finanzierung, gute Kooperationen sowie kontinuierliche Fort- und Weiterbildungsangebote für Fachkräfte entscheidend.


