Presseinformation Caritasverband für die Diözese Hildesheim
Wohnungsnot und geschlossene Geburtskliniken
Caritas in Niedersachsen veröffentlicht Zahlen zur Schwangerschaftsberatung
Niedersachsen, 19. Juni 2025. Die Caritas in Niedersachsen (CiN) legt erstmals eine
gemeinsame Auswertung ihrer katholischen Schwangerschaftsberatungsstellen mit
Daten aus dem Jahr 2024 vor. Insgesamt nahmen im vergangenen Jahr 7.014 Personen
das Angebot der 28 katholischen Beratungsstellen in Niedersachsen in Anspruch.
Die Beratungsstellen unterstützen werdende Eltern bei allen Fragen rund um die
Themen Schwangerschaft und Geburt. "Unsere Beraterinnen und Berater erleben
täglich, wie groß die Verunsicherung bei Schwangeren und jungen Familien geworden
ist", berichten die Caritas-Fachfrauen Kirsten Brackmann (Osnabrück), Birgitt Klaukien
(Hildesheim) und Rita Schute (Vechta). "Die steigenden Lebenshaltungskosten,
fehlender bezahlbarer Wohnraum und die mangelnde Versorgung im Bereich
Geburtshilfe stellen werdende Eltern vor enorme Herausforderungen." Ein wachsendes
Problem stellt die Schließung von Geburtskliniken - vor allem im ländlichen Raum -
sowie der Mangel an Hebammen dar.
Diese Entwicklungen führen zu Unsicherheit und Stress in der Schwangerschaft. "Häufig
sehen wir, dass mehrere Probleme gleichzeitig aufeinandertreffen - sei es finanzielle
Unsicherheit, psychische Belastung, familiärer Druck oder fehlende soziale
Unterstützung", schildert die Referentin für Schwangerschaftsberatung Kirsten
Brackmann. So ging es in 3.058 Beratungen um die finanzielle Situation und in 2.613
Beratungen um Fragen zu sozialrechtlichen Ansprüchen.
Neben psychosozialer Beratung braucht es oft auch konkrete finanzielle Unterstützung.
Mit Hilfszahlungen in Höhe von 278.000 Euro aus dem Bischofsfonds konnten im Jahr
2024 niedersächsischen Familien in akuten Notlagen finanziell unterstützt werden.
Zusätzlich zahlten die Beratungsstellen über die Bundesstiftung "Mutter und Kind" Mittel
in Höhe von knapp 3,5 Millionen Euro an Hilfesuchende aus. Oft ging es dabei um
notwendige Anschaffungen wie ein Babybettchen oder einen Kinderwagen.
Hintergrund
Die Caritas in Niedersachsen (CiN) vertritt die Interessen der drei niedersächsischen
Caritasverbände für die Diözesen Osnabrück und Hildesheim sowie den Landes-
Caritasverband für Oldenburg. Im Bistum Hildesheim gibt es zwischen Weser, Elbe und
Harz 18 katholische Beratungsstellen: An vier Standorten der 18 ist der Sozialdienst
Katholischer Frauen (SkF) für die Beratung verantwortlich.