Im Portrait

Freiwilligendienste

Alles eine Frage der Motivation

Lorenz Obermann"Wichtig ist, dass ich mich wohlfühle und viel für mich lerne."Privat

Angefangen hat alles mit dem Wunsch, nach dem Abitur etwas Zeit für die Zukunftsplanung zu gewinnen. Bald darauf findet sich der 18-jährige Lorenz Obermann aus Titisee-Neustadt in einem Irrgarten auf der Suche nach dem passenden Freiwilligendienst wieder: „Anfangs war ich nur auf das FSJ fixiert. Bei der Recherche nach einer passenden Stelle habe ich dann auch vom BFD und anderen Möglichkeiten erfahren.“ Rat sucht er im Internet, bei Familie und Freunden. Das stärkt zumindest seine Entscheidung, den Freiwilligendienst bei der Caritas zu leisten. Den Ausschlag geben frühere Praktika: „Dabei hat mir gefallen, dass die Mitarbeiter in den Einrichtungen sehr nett und menschlich waren.“ 

FSJ und BFD sind fast identisch

Damit ist Lorenz allerdings nur einen Schritt weitergekommen, denn er weiß immer noch nicht, welcher Freiwilligendienst zu ihm passt, wo und wie er sich bewerben muss. Die Ratgeber im Internet helfen ihm nicht weiter. „Über die genauen Abläufe erfährt man wenig und es bleibt das Gefühl, bei seiner Entscheidung vielleicht doch etwas falsch gemacht zu haben.“ Michael Bross vom Caritasverband für die Erzdiözese Freiburg kennt diese Schwierigkeiten. Er berät junge Leute auf der Suche nach einem Freiwilligendienst. Oft steht am Anfang die Klärung, dass die Spielregeln für das Freiwillige Soziale Jahr und den Bundefreiwilligendienst fast identisch sind. Dass das FSJ von den Bundesländern finanziert  wird und der BFD vom Bund, spielt für die Freiwilligen keine Rolle.

In welchem Bereich will ich Erfahrungen sammeln?

Die Unterschiede reduziert Bross auf zwei Punkte: „Im BFD haben auch Menschen über 27 die Chance, einen Freiwilligendienst zu leisten, außerdem müssen die Freiwilligen ein einwöchiges Seminar zur politischen Bildung besuchen. Das gibt es im FSJ nicht.“ Wer welchen Dienst absolviert, entscheiden die katholischen Träger unter anderem nach dem Alter der Interessenten, der Dauer und dem Beginn des Dienstes. Entscheidender ist für Michael Bross die Motivation der jungen Leute: „Jeder muss irgendwann die Frage beantworten, in welchem Bereich er oder sie Erfahrungen sammeln möchte.“ Schließlich bringe die Arbeit mit alten Menschen andere Herausforderungen mit sich als zum Beispiel ein Freiwilligendienst in der Kindertagesstätte.

Auch Lorenz ist da noch unentschieden. Er hat sich deshalb beim Caritasverband seiner Erzdiözese als Interessent für einen Freiwilligendienst gemeldet. Dem Informationstreffen, zu dem er daraufhin eingeladen wurde, blickt er gespannt entgegen: „Ich hoffe, dass alles nochmal genau erklärt wird und von den vorgestellten Stellen auch eine dabei ist, die mir gefällt.“ Ob er nach seinem Freiwilligendienst in einem sozialen Beruf arbeiten wird, weiß Lorenz noch nicht: „Da ich die Caritas schon ein bisschen kenne, kann ich mir das schon vorstellen. Wichtig ist mir aber zunächst einmal, dass ich mich bei meiner Arbeit wohlfühle und viel für mich lerne.“