Lösung

Bürgergemeinschaft

Die Bürger von Eichstetten können im Ort alt werden

Anfang der 1990er Jahre kamen Eichstetter Bürgerinnen und Bürger auf den damaligen Bürgermeister zu, sie machten sich Sorgen über das Altwerden in ihrem Dorf. Denn manche hatten keine Kinder oder sie waren schon weggezogen, aber ein Altenheim gab es im Ort nicht. So hätten sie Eichstetten verlassen müssen.

Betreutes Wohnen in EichstettenBrigitte Zieser

Die Bürgergemeinschaft Eichstetten wird aktiv

Die Gemeinde gründete Ende der 1990er Jahre die Bürgergemeinschaft Eichstetten. Der von den Bürger(innen)  getragene Verein betreibt heute in zwei alten Gebäuden eine Anlage für betreutes Wohnen mit 16 Wohnungen sowie Begegnungsräumen. Hier findet zwei Mal pro Woche eine Tagesgruppe für Seniorinnen und Senioren statt. In einem weiteren Gebäude, dem Schwanenhof, gibt es seit 2007 eine Pflegewohngruppe mit Platz für elf Menschen mit hohem Pflegebedarf und/oder Demenz. Eine Nachbarschaftshilfe kommt zu den Bewohnern und Bewohnerinnen, die noch zu Hause leben können, aber Unterstützung benötigen. Seit 2011 gibt es zudem das "Café Mitnander", ein Integrationsbetrieb.

Das Altwerden im Ort ist gesichert

Heute können die Eichstetter Bürgerinnen und Bürger in der vertrauten Umgebung alt werden. Menschen, die zu Hause leben wollen, aber Hilfe beim alltäglichen Leben benötigen, erhalten Unterstützung von der Nachbarschaftshilfe. Ehrenamtliche kommen dann zu ihnen nach Hause und helfen zum Beispiel beim Waschen oder Einkaufen. Wer nicht mehr zu Hause leben kann, geht in die Pflegewohngruppe oder in den Schwanenhof. Weitere Informationen finden sich auf www.buergergemeinschaft-eichstetten.de.

Das Projekt Schritt für Schritt

Schritt 1: Bürgermeister und Gemeinderat überzeugen

Nur gemeinsam lässt sich ein Projekt stemmen: Sehen Bürger(innen) einen bestimmten Bedarf in ihrem Dorf, sollten sie sich zunächst an Politiker wenden. In Eichstetten haben die Bürgerinnen und Bürger den damaligen Bürgermeister überzeugt, etwas bei der Versorgung alter Menschen zu unternehmen. Stehen Bürgermeister und Gemeinderat hinter einem Projekt, können sie ihre Kontakte und Erfahrungen mit einbringen.

Schritt 2:Bürger überzeugen und einbeziehen

Die Bürger(innen) sollten immer umfangreich informiert werden. Schreiben Sie zunächst Info-Briefe und organisieren Sie Veranstaltungen. Zudem sollten die Bürger(innen) über wichtige Entscheidungen mitbestimmen dürfen, denn nur so tragen sie ein Projekt mit, das vom freiwilligen Engagement lebt. Die Bürgerinnen und Bürger in Eichstetten konnten in Arbeitskreisen zu bestimmten Themen ihre Meinung einbringen.

Schritt 3: Bestimmen Sie einen zentralen Ort

Bündeln sie die Energien und haben die Abläufe im Blick: Gründen Sie, wie in Eichstetten, ein Bürger(innen)büro. Hier können sich alle Beteiligten hinwenden, wenn sie Fragen haben oder Beratung und Hilfe brauchen. Hier werden auch sämtliche Dienste und Einrichtungen koordiniert. 

 

Projektträger:

Bürgergemeinschaft Eichstetten e.V.
Hauptstraße 32
79356 Eichstetten
www.buergergemeinschaft-eichstetten.de
info@buergergemeinschaft-eichstetten.de