„Einfach schön“
@ Caritasverband Hagen
"Zu meinen Großeltern dauert es so lange, bis es dunkel und wieder hell wird", erzählt Sophia. Opa und Oma leben in Vietam, die Eltern ihres Vaters sind schon gestorben. Umso mehr freut sich die Fünfjährige auf die Besuche im Pflegeheim St. Franziskus. Ein paar Mal im Jahr, meist zum Jahreszeitenwechsel, bringen die Kinder der Kita St. Paula in Hagen Leben ins nahe gelegene Seniorenheim. Alle essen zusammen, singen gemeinsam Lieder, machen Bewegungsspiele oder laden sich gegenseitig zu Gottesdiensten oder Theateraufführungen ein. "Die Begegnung der Generationen macht beiden Seiten großen Spaß", beobachtet Annika Schmedding, eine der Kitaleiterinnen, die das Projekt "Hand in Händchen" vor rund zwei Jahren ins Leben gerufen hat. "Wenn die Kinder da sind, ist das einfach nur schön", erzählt die 77-jährige Bewohnerin Bärbel Herzog und schmunzelt: "Ein Junge hält mir immer ein Auge zu, das find ich süß!" Weil die ehemalige Röntgenassistentin im Moment schlecht zu Fuß ist, hat sie es noch nicht zum Gegenbesuch in die Kita geschafft, freut sich aber schon sehr darauf. Anita Gnasnick vom Sozialdienst des Pflegeheims schätzt den Austausch von Alt und Jung sehr. Denn: "Die älteren Menschen werden wach und munter, wenn die Kinder im Haus sind. Es ist so wichtig für sie, von der Welt draußen noch was mitzukriegen." Im Gegenzug genießen die Kinder ein warmes Gefühl, das ihnen entgegenströmt. Sie sehen, wie die Menschen, die ihre Omas oder Opas sein könnten, in ihrer Gegenwart aufblühen, sich bedanken und mit Applaus verabschieden. Mit solchen Projekten gelingt der Caritas-Familie ein unbefangenes Miteinander der Generationen – von Anfang an.