Freiburg/Berlin/Porto Velho, 5. November 2026. Auch nach der Wiederwahl Luis Inácio Lula da Silvas zum brasilianischen Präsidenten bleiben die existenziellen Herausforderungen für indigene und traditionelle Gemeinschaften bestehen. Darauf weisen Caritas international und Partnerorganisationen in Brasilien hin: "Ich habe mich über den Wahlausgang sehr gefreut, denn so kann der Kampf für unser Leben und unsere Kultur in den Territorien weitergehen", sagt Luiza Cassupá, eine 21-jährige Führerin des Volkes der Cassupá. "Gleichzeitig wissen wir, dass eine Wahl allein keine Probleme löst. Wir bleiben daher wachsam, werden weiterhin für die Zukunft unserer Völker und den Schutz unserer Territorien kämpfen." Cassupá setzt sich gemeinsam mit Caritas international für die Rechte der indigenen und traditionellen Völker Brasiliens ein. Luiza Cassupá sowie weitere Vertreter_innen indigener und traditioneller Gemeinschaften sind vom 8. bis 16. November in Berlin zu Gast.
Die Rechte indigener Völker und traditioneller Gemeinschaften werden in Brasilien immer wieder verletzt. Die Agrarindustrie, illegaler Bergbau und die Holzwirtschaft sowie große Infrastrukturprojekte rücken in die Territorien der ländlichen Gemeinschaften vor. Sie bedrohen damit nicht nur deren Lebensweisen, sondern zerstören zudem die Natur. "Im brasilianischen Abgeordnetenhaus und im Senat stellen Kräfte, die sich für eine verstärkte Ausbeutung von Naturressourcen sowie indigener und traditioneller Territorien einsetzen, weiterhin eine deutliche Mehrheit. Somit ist klar, dass Bestrebungen, die Rechte indigener und traditioneller Gemeinschaften sowie den Umweltschutz zu schwächen, weiter an Bedeutung gewinnen werden", warnt Rebekka Reischmann, Brasilien-Referentin bei Caritas international.
Caritas international unterstützt in einem länderübergreifenden Programm traditionelle und indigene Gemeinschaften in Brasilien, Peru und Kolumbien. Die Probleme sind in all diesen Ländern sehr ähnlich: "Die Staaten setzen sich nur unzureichend für die verbrieften Rechte ihrer indigenen und traditionellen Gemeinschaften ein. Juristische Verfahren sind teuer und langwierig. Caritas international unterstützt daher die Gemeinschaften bei der Durchsetzung ihrer Rechte und dem Schutz ihrer Territorien", so Reischmann.
Zudem werden die Produktions- und Vermarktungsbedingungen für lokale, nachhaltige Produkte gezielt verbessert, um die Einkommenssituation der Gemeinden zu stärken. "Nur so bleibt das traditionelle Leben für diese Bevölkerungsgruppe attraktiv, in der die Frauen eine wichtige Rolle spielen. Wir unterstützen sie daher besonders", betont Reischmann.
Und Luiza Cassupá ergänzt: "Wir indigenen Frauen verfügen über besonderes Wissen und sind mit der Natur und unseren Territorien tief verbunden. Wir wünschen uns, dass wir gehört werden und zu einer nachhaltigen und gerechten Zukunft im Amazonas beitragen können".
Hinweis an die Redaktionen: Luiza Cassupá sowie weitere Vertreter_innen indigener und traditioneller Gemeinschaften sind vom 8. bis 16. November in Berlin zu Gast. Sie stehen für Interviews gerne zur Verfügung. Ebenso Rebekka Reischmann, Brasilien- Referentin von Caritas international.
Bitte wenden Sie sich an die Pressestelle 0761 200 510.
Caritas international ist das Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes. Dieser gehört zum weltweiten Netzwerk der Caritas mit 162 nationalen Mitgliedsverbänden.