Es ist zu begrüßen, dass der nationale Gebäudebestand nun erfasst wird. Die Transformation im Gebäudesektor muss zügig und substantiell vorangetrieben werden und dabei zielgenau sowie sozial-gestaffelt die Menschen unterstützen, die dies nicht aus eigener finanzieller Kraft können. Nur auf Basis einer umfassenden Datenlage kann dies gelingen. Aus dieser gilt es dann passgenaue politische Entscheidungen abzuleiten.
An zentralen Stellen wird dieser Anspruch im vorliegenden Referentenentwurf noch nicht erfüllt:
Es fehlen u.a. anderem die verpflichtenden Angaben zur Nutzungsart und zur Effizienz von Nichtwohngebäuden.
Bei Wohngebäuden fehlt die Unterscheidung zwischen Mehrfamilienhäusern sowie Ein- und Zweifamilienhäusern. Auch die Gebäude der sozialen Dienste sollten als eigene Kategorie erfasst werden. Dies gilt analog für Nichtwohngebäude. Diese Erfassung ist essenziell, um die Herausforderungen der energetischen Modernisierung festzustellen.
Der Deutsche Caritasverband bemängelt darüber hinaus, dass im Entwurf keine Definition von Energiearmut mit den zugehörigen Indikatoren vorgelegt wurde. Gleichzeitig wird begrüßt, dass eine solche Definition im Rahmen des Klimasozialfonds erfolgen soll. Dennoch wäre hier bereits eine Definition wichtig, um auch im NBRP Handlungsfelder zu identifizieren. Die Definition inklusive der Indikatoren erscheint zentral, um die Herausforderungen hinsichtlich Energiearmut zu begegnen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen, sozialen Härten entgegenzuwirken. Die Beteiligung von Akteuren von sozialen Diensten kann dazu beitragen, die Definition und Kennzahlen zielgerichtet zu formulieren. Der Deutsche Caritasverband verfügt über eine umfangreiche Expertise dazu, wie Energiearmut sich konkret auf Lebensrealitäten auswirkt und wie die relevanten gesellschaftlichen Gruppen erreicht und adressiert werden können. Gerne stehen wir für die Einbringung dieser zur Verfügung.
Stellungnahme
Berlin
Stellungnahme zum Entwurf des Nationalen Gebäuderenovierungsplans
Erschienen am:
29.05.2026
Herausgeber:
Deutscher Caritasverband e. V.
Pressestelle
Reinhardtstraße 13
10117 Berlin
+49 30 284447-42
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