Georg Bierwald im Jahr 2025 auf Burg Vondern beim Mitarbeitenden-Fest der Caritas. Carsten Walden
"Er war ein Caritäter durch und durch - mit Charakter, Verstand, politischem und unternehmerischem Gespür und einem großen Herz für Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen", so der heutige Caritasdirektor Michael Kreuzfelder. Im letzten Jahr konnte Bierwald noch zum 100-jährigen Jubiläum "seiner" Caritas am Mitarbeitendenfest auf Burg Vondern teilnehmen und zahlreiche Weggefährten treffen.
Als der studierte Sozialarbeiter 1969 den Posten als Geschäftsführer der Caritas Oberhausen übernahm, zählte der Verband gerade einmal 29 Mitarbeitende. 1998, zum Abschluss seiner Tätigkeit, war die Mitarbeitenden-Zahl auf rund 350 angewachsen. Bierwald war einer der ersten Caritasdirektoren im Bistum Essen, der kein Priester war.
Viele neue Einrichtungen und Dienste wie das Franziskus-Haus für Menschen mit geistiger Behinderung, das Wilhelm-Knappmann-Haus für chronisch psychisch kranke Menschen oder die Erziehungsberatung entstanden während dieser Zeit. Mit den Einrichtungen Schloss Bellinghoven und Christophorus-Haus kamen zwei weitere Einrichtungen aus dem Verein "Die Brücke" hinzu. "Damit hat Bierwald die Grundlage für die positive Entwicklung der Caritas gelegt, den Verband maßgeblich geprägt", so Kreuzfelder. "Davon profitieren Menschen in Oberhausen und Rees bis heute."
George Bierwald (r.) mit Pastor Liebertz am 29.1.1971 bei der Verabschiedung der Ordensschwester Lieberata.
Bierwald habe stets auf gesellschaftliche Entwicklungen und die aktuellen Bedürfnisse der Menschen reagiert. "Er hat einfach gemacht, nicht viel drumherum geredet", beschreibt der heutige Caritasdirektor das "Unikat" Bierwald, wie ihn viele beschreiben. Mit seiner Willensstärke und ausgeprägtem Gerechtigkeitssinn habe er nicht davor gescheut, unbequem zu sein, wenn die Sache es erforderte.
"Noch bis zuletzt war er in allen sozial- und kommunalpolitischen Themen interessiert, wach im Kopf und klar im Urteil. Wir trauern um einen liebenswerten und engagierten Menschen, der sich um die Caritas und Stadt gleichermaßen verdient gemacht und tiefe Spuren hinterlassen hat."