Goldenes Caritas-Ehrenzeichen für Birgit Kaatz (v. l.): Caritas-Vorsitzender Dr. Christof Wellens, Birgit Kaatz, Iris Nordlohne (Vorsitzende Caritasrat), 2. Vorsitzender Christoph Habrich, Geschäftsführer Frank Polixa.Caritas / Balsen
Es war eine Überraschung: Im Anschluss an einen Gottesdienst für die Mitarbeitenden des Caritasverbandes Region Mönchengladbach in der Franziskanerkirche St. Barbara würdigte dessen Vorsitzender Dr. Christof Wellens das Wirken von Birgit Kaatz. Die 67-Jährige ist Ende 2025 beim SkF in den Ruhestand getreten. Gleichzeitig schied sie auch aus dem Aufsichtsrat des regionalen Caritasverbandes aus, dem sie mehr als zwei Jahrzehnte lang angehörte. Als Mitglied im sogenannten "Caritasrat" habe die Diplom-Sozialarbeiterin mit dafür gesorgt, "dass die Caritas hier vor Ort nicht nur gut gemeint, sondern auch gut gemacht ist", sagte Christof Wellens.
Über 41 Jahre lang war Birgit Kaatz beim Sozialdienst katholischer Frauen beschäftigt. Die Zahl stehe für "Kontinuität, Verlässlichkeit und vor allem für eine tiefe Verbundenheit mit den Menschen, für die Sie gearbeitet haben", betonte Wellens. 2007 wurde sie Geschäftsführerin des SkF in Mönchengladbach, 2023 hauptamtliche Vorständin. Als Fachverband der Caritas unterhält der SkF Einrichtungen und Angebote für Frauen, Familien und Heranwachsende - vom Frauenhaus über die Schwangerschaftsberatung und den Adoptions- und Pflegekinderdienst bis hin zum Jugendhaus Am Steinberg.
Birgit Kaatz habe Spuren im sozialen Leben der Region Mönchengladbach hinterlassen, erklärte Christof Wellens. "Das bedeutet: Dinge sind heute anders und besser, weil man da war. Weil man sich eingesetzt und Verantwortung übernommen hat", fügte er hinzu. Die Herausforderungen in der sozialen Arbeit seien eher größer als kleiner geworden, sagte der Caritas-Vorsitzende und wandte sich direkt an Kaatz: "Umso wichtiger sind Menschen wie Sie, die Orientierung geben, die dranbleiben und die nicht den einfachen Weg gehen, sondern den richtigen."
Gemeinsam mit Caritas-Geschäftsführer Frank Polixa überreichte Christof Wellens der sichtlich überraschten und gerührten Birgit Kaatz das Goldene Ehrenzeichen des Deutschen Caritasverbandes. Die Neu-Ruheständlerin bedankte sich herzlich für die unerwartete Auszeichnung. Sie freute sich über den Beifall der rund 100 anwesenden Caritas-Beschäftigten, die nach dem Gottesdienst für die Mitarbeitenden zusammengekommen waren.
Die Eucharistiefeier stand unter dem Caritas-Jahresmotto "Zusammen geht was. Caritas verbindet Generationen." Der 2. Vorsitzende des Verbandes, Christoph Habrich, zelebrierte den von Caritas-Beschäftigten vorbereiteten sowie inhaltlich und musikalisch gestalteten Gottesdienst. Unterstützt wurde Habrich von den Messdienern Pierre und Daniel aus der Paul Moor-Schule.
Während des anschließenden Treffens im Franziskanerkloster ging Geschäftsführer Frank Polixa auf das Jahresmotto der Caritas ein. Angesichts der Diskussionen um die Sozialversicherungssysteme brauche es neue Generationenverträge und "eine neue Verständigung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt". Es sei wichtig, einander zuzuhören, Verständnis entgegenzubringen und sich auf einen gemeinsamen tragfähigen Weg zu begeben. "Hört sich so einfach an, ist es aber nicht", kommentierte Polixa, der den Caritas-Mitarbeitenden ausdrücklich für ihren täglich Einsatz für Menschen in der Region dankte.