Fulda. Bezahlbarer Wohnraum ist knapp, und auch der Bedarf an verlässlichen Angeboten in der Kinder- und Jugendhilfe wächst stetig. In Hünfeld setzen die Caritas im Bistum Fulda und die Kirchengemeinde Heilige Maria Magdalena Hünfelder Land genau hier an: Mit einem Bauprojekt auf dem ehemaligen Gelände der Kindertagesstätte St. Jakobus schaffen sie neue Perspektiven für Familien sowie für Kinder und Jugendliche, die Unterstützung benötigen.
Die Kirchengemeinde stellt der Caritas hierfür ein Grundstück im Rahmen eines Erbbaupachtvertrages mit einer Laufzeit von 66 Jahren zur Verfügung. Das Grundstück wurde nach dem Neubau der Kita in Hünfeld in den Jahren 2023/24 frei, nun wird der Grundstein für eine langfristige soziale Nutzung gelegt. Es umfasst insgesamt vier Baufelder, die unterschiedlich entwickelt werden sollen. Auf einem der Baufelder ist der Neubau einer Wohngruppe des Caritas-Jugendhilfeverbunds St. Elisabeth geplant. Diese soll jungen Menschen ein stabiles, geschütztes Umfeld und verlässliche Perspektiven bieten.
Auf zwei weiteren Baufeldern sollen insgesamt zehn sozial geförderte Wohnungen entstehen. Der entsprechende Förderantrag wird in Kürze an die Wirtschafts- und Infrastrukturbank des Landes Hessen gestellt. Fünf dieser Wohnungen sind gezielt für Familien vorgesehen. Die Stadt Hünfeld wird den Neubau der zehn sozial geförderten Wohnungen wird mit ihrem eigenen Wohnungsbauförderprogramm ebenfalls mit einem Zuschuss unterstützen.
Die Bebauung des vierten Baufelds wird dann in enger Abstimmung mit der Stadt Hünfeld und anderen Partnern in der Zukunft entwickelt.
"Gerade im Bereich der stationären Kinder- und Jugendhilfe und des bezahlbaren Wohnraums sehen wir einen großen Bedarf. Umso wichtiger ist es, gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln", sagt Diözesan-Caritasdirektor Dr. Markus Juch. "In den vergangenen Jahren haben wir als Caritas begonnen, sozial geförderten Wohnraum zu schaffen. Es ist unser Auftrag aus dem christlichen Glauben heraus, unsere Klientel zu unterstützen. Es hat sich gezeigt, dass wir damit an der richtigen Stelle ansetzen", ergänzt Caritas-Finanzvorstand Ansgar Erb.
Mit dem Projekt leisten Caritas und die Kirchengemeinde gemeinsam einen wichtigen Beitrag zur sozialen Infrastruktur in Hünfeld. Neben der Stärkung der Kinder- und Jugendhilfe wird insbesondere auch bezahlbarer Wohnraum für Familien geschaffen - ein zentrales Anliegen für die nachhaltige Entwicklung der Stadt. "Mit der Bereitstellung des Grundstücks wollen wir als Kirchengemeinde Verantwortung für die Menschen vor Ort übernehmen und konkrete Perspektiven schaffen", sagt Pfarrer Dr. Michael Müller. Auch die Stadt Hünfeld bewertet die langfristige weitere Nutzung des Geländes positiv. "Damit wird das Angebot in der Stadt Hünfeld an bezahlbarem Wohnraum um einen weiteren Baustein erweitert. Es freut uns, dass vor allem Jugendliche und Familien davon profitieren werden und dass das Gelände nach Jahren der Nutzung als Kindertagesstätte wieder einer neuen sozialen Aufgabe zugeführt wird", betont Hünfelds Erster Stadtrat Wolfram Becker.
Insgesamt wird die Caritas für die Bebauung der ersten drei Baufelder circa 4,3 Mio. Euro investieren. Die weiteren Planungsschritte erfolgen in enger Abstimmung zwischen allen Beteiligten. Die Abbrucharbeiten am ehemaligen Kita-Gebäude sollen in Kürze beginnen.
Freuen sich auf das neue Projekt der Caritas in Hünfeld (von links): Diözesan-Caritasdirektor Dr. Markus Juch, Verwaltungsleiterin Kerstin Brüggenolte, Pfarrer Dr. Michael Müller, Verwaltungsratsmitglied Stephan Schmitt, Stadtrat Wolfram Becker, Caritas-Finanzvorstand Ansgar Erb, Architekt Markus Swoboda und der Einrichtungsleiter des Jugendhilfeverbunds St. Elisabeth, Christof Schneider. Ann-Katrin Jehn/ Caritas FD