hier dringend politischen Handlungsbedarf sieht. Der DCV hat vor diesem Hintergrund konkrete Vorschläge für bessere Integrationschancen benachteiligter junger Menschen erarbeitet. Die Empfehlungen sind das Ergebnis der Praxiserfahrung unserer Einrichtungen und Dienste in der Jugendsozialarbeit und begleitender Forschung.
Der DCV hält eine abgestimmte Förderstrategie für notwendig. Im Schulsystem sind grundlegende Veränderungen erforderlich, um die Bildungserfolge benachteiligter junger Menschen nachhaltig zu verbessern. Zusätzlich brauchen junge Menschen in schwierigen Lebenslagen, z.B. aus Haushalten mit langer Erwerbslosigkeit der Eltern, eine individuell abgestimmte Förderung und Unterstützung in der Schule sowie eine kontinuierliche Begleitperson. Für diejenigen, die dennoch keinen Schulabschluss erreichen, muss eine intensive Qualifizierung und individuelle Begleitung greifen, die sie nachträglich zu einer Ausbildung hinführt und während der Ausbildung unterstützt. Hier gibt es viele erfolgreiche Förderansätze der Jugendsozialarbeit, die Jugendliche hin zu einer selbstbestimmten Lebensgestaltung unterstützen.
Nach dem Verlassen der Schule benötigen Jugendliche unabhängig vom erreichten Schulabschluss unmittelbar eine berufliche Anschlussperspektive, um gesellschaftliche Ausgrenzung zu verhindern. Auch an den weiteren Übergängen, wie etwa nach Beendigung von beruflichen Fördermaßnahmen oder einer Ausbildung, brauchen benachteiligte junge Menschen eine Perspektive sowie eine verlässliche Unterstützung bei der Bewältigung dieser Übergänge.
Angesichts der unterschiedlichen Lebenslagen und Voraussetzungen benachteiligter junger Menschen reichen unverbunden nebeneinander stehende Einzelprogramme zur Förderung nicht aus. Vielmehr ist es notwendig, die Förderprogramme zu einem Gesamtkonzept zusammen zu führen, so dass sie kohärent und flexibel kombinierbar sind. Dies ist auch ein zentrales Ergebnis einer Studie, die der DCV 2008 in Auftrag gegeben hat . Die Jugendhilfe sollte bei der Bündelung der Angebote der beruflichen Integrationsförderung eine eindeutige Koordinierungsfunktion erhalten.