Diözesan-Caritasdirektor Philipp Nitsche, Katharina Eckardt (Leiterin des Caritas-Tagestreffs), Guntram Wothly (Thüringer Ehrenamtsbeauftragter), Dr. Susanne Pauser (Vorstand Deutscher Caritasverband), Gast vom Tagestreff.
Eisenach. Nach umfassender Renovierung lud die Caritas zur feierlichen Wiedereröffnung des Caritas-Tagestreffs in der Friedensstraße 17 ein. "Herzstück der neugestalteten Räume ist eine moderne Küche - die erste grundlegende Erneuerung seit über 20 Jahren", so Caritasdirektor Philipp Nitsche. Neben frischem Anstrich, neuem Fußboden und neuer Möblierung wurde der Treffpunkt für Menschen in Wohnungsnot, für Einsame sowie für Menschen in sozialen oder finanziellen Notlagen grundlegend aufgewertet. Angegliedert sind die Eisenacher Tafel sowie Wohnungen für obdachlose Menschen in unmittelbarer Nachbarschaft. Möglich wurde der Umbau durch Ehrenamtsmittel der Thüringer Staatskanzlei sowie durch eine Projektförderung der Stiftung Mercator.
Sternekoch Benjamin Biedlingmaier (OPERA bar & dining Dresden) und Sven Vogel kocht erstmalig in der neuen Küche im Tagestreff.
Ein besonderer Höhepunkt der Wiedereröffnung am 2. März war die Einweihung der neuen Küche durch Sternekoch Benjamin Biedlingmaier (Opera Bar & Dining und ALMA Dresden). In einer Kochshow zeigte er die neue Küche direkt in Aktion - und stellte sich dabei einer besonderen Herausforderung: Gekocht wurde ausschließlich mit Zutaten aus der Tafel. "Das ist doch mal ’ne Challenge, der ich mich gern stelle. Aus einfachen Zutaten etwas Besonderes zu machen, gehört zur Kochkunst - und gutes Essen verbindet Menschen", sagte Biedlingmaier.
Vormittag: Segnung und interner Auftakt
Zum internen Auftakt am Vormittag begrüßen Caritasdirektor Philipp Nitsche und die Leiterin des Tagestreffs, Katharina Eckardt, Gäste des Tagestreffs, Mitarbeitende sowie den Erfurter Weihbischof Dr. Reinhard Hauke.
"Der Tagestreff ist mehr als eine Ausgabestelle. Er ist Wohnzimmer, Schutzraum und Begegnungsort zugleich. Hier entstehen Beziehungen - und manchmal neue Perspektiven", betonte Eckardt. "Die neuen Räume geben Würde zurück. Sie zeigen: Ihr seid uns wichtig. Dieses Miteinander existiert nur durch den im Höchstmaß ehrenamtlichen Einsatz."
Diözesan-Caritasdirektor Philipp Nitsche stellte die Arbeit in den Kontext des Jahresthemas "Zusammen geht was!": "Die sozialen Herausforderungen werden komplexer - Einsamkeit, steigende Lebenshaltungskosten, Wohnungsnot. Unsere Antwort kann nur Gemeinschaft sein. Zusammen geht was - das erleben wir hier jeden Tag."
Weihbischof Dr. Hauke segnet die frisch renovierten Räume
Die Segnung der Räume übernahm im Anschluss Weihbischof Dr. Hauke. "Wo Menschen gemeinsam essen, reden und füreinander da sind, wird Gottes Nähe spürbar. Dieser neue Tagestreff ist weit mehr als ein funktionaler Raum - er ist ein Ort der Begegnung und der Würde. Möge er dazu beitragen, dass Menschen hier nicht nur satt werden, sondern auch neue Hoffnung schöpfen."
Nachmittag: Begegnung, Talkrunden und Austausch
Am Nachmittag folgte die öffentliche Einweihung mit Gästen aus Politik, Verwaltung und Ehrenamt.
Quartiersarbeit im Sozialraum Bahnhof
Die Vorständin Personal und Digitales des Deutschen Caritasverbandes und Vertreterin der Stiftung Mercator, Dr. Susanne Pauser, unterstrich die Bedeutung der Quartiersarbeit: "Ich weiß, wie wichtig Tafeln und Caritastreffs für zahlreiche Menschen sind. Sie sind niedrigschwellige Anlaufstellen - ohne Hürden, ohne Vorbehalte. 14.000 Euro der Stiftung Mercator für eine Küche, in der tägliche Gemeinschaft entsteht, sind sehr gut investiertes Geld. Die Aufgabe als Stiftung ist es, soziale Innovation und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Genau das passiert hier in der Friedensstraße", so Dr. Pauser.
Guntram Wothly, Ehrenamtsbeauftragter der Thüringer Staatskanzlei, würdigte den Einsatz der freiwilligen Helfer: "An einem Ort wie dem Caritas-Tagestreff Eisenach wird Nächstenliebe elebt. Hier wird Menschen Zeit und Zuneigung geschenkt. Ich freue mich, dass der Freistaat Thüringen dieses ehrenamtliche Engagement mit rund 18.000 Euro unterstützen kann. Dies ist eine gute Investition in den gesellschaftlichen Zusammenhalt und das Ehrenamt, dessen Kern es ist, für andere da zu sein. In diesem Sinne danke ich allen Ehrenamtlichen für ihr unschätzbares Engagement und wünsche weiter Gottes Segen für diese wichtige Aufgabe."
Stadtgesellschaft im Wandel
Oberbürgermeister Christoph Ihling (CDU)
Eisenachs Oberbürgermeister Christoph Ihling hob die Bedeutung der Caritas als starken Partner hervor: "Als Stadt der Heiligen Elisabeth, die uns als Vorbild für Nothilfe inspiriert, ist Eisenach mit Tafel, Obdachlosenwohnen und Tagestreff gut aufgestellt. Aber wir dürfen uns darauf nicht ausruhen. Die soziale Landschaft hat sich verändert - wir erleben mehr verdeckte Armut und mehr Einsamkeit. Die Caritas ist für unsere Stadt ein verlässlicher und starker Partner - in der Altenhilfe, im Hospizdienst, in Beratungsstellen und hier im Tagestreff."
Ein Ort der Würde
Der Caritas-Tagestreff im Sozialraum Bahnhof vereint Tafel, Begegnungsstätte und Wohnangebote in direkter Nachbarschaft. Die neue Küche steht symbolisch für einen Ort, an dem Gemeinschaft gelebt wird. "Wenn alle Menschen einen würdevollen Platz finden sollen, braucht es Orte wie diesen - und Menschen, die Verantwortung übernehmen", fasste Caritasdirekor Nitsche den Tag zusammen.