Junge Menschen brauchen verlässliche Unterstützung beim Eintritt ins Berufsleben.Foto: KNA / Oppitz
2,86 Millionen junge Erwachsene zwischen 20 und 34 Jahren haben in Deutschland keinen Berufsabschluss. Fast jede Fünfte startet ohne abgeschlossene Berufsausbildung ins Erwerbsleben. Anlässlich des Internationalen Tages der Jugend am 12. August fordert der BVkE die Unterstützung junger Menschen beim Übergang von Schule in Ausbildung und Beruf nachhaltig zu stärken.
Benachteiligte Jugendliche haben den schwierigsten Start
Besonders schwierig ist dieser Übergang für junge Menschen mit sozialen Benachteiligungen, psychischen Belastungen oder Behinderungen, für Care Leaver:innen und junge Volljährige, junge Geflüchtete sowie Jugendliche, die von Armut, Wohnungslosigkeit oder schwierigen familiären Verhältnissen betroffen sind. Sie benötigen häufig mehr als Berufsorientierung und Arbeitsvermittlung: Entscheidend sind verlässliche Beziehungen, individuelle Begleitung und ausreichend Zeit für persönliche Entwicklungsprozesse.
"Wir dürfen junge Menschen nicht abschreiben, nur weil ihr Weg in Ausbildung und Beruf nicht geradlinig verläuft. Gerade sie brauchen verlässliche Unterstützung und Menschen, die gemeinsam mit ihnen Perspektiven entwickeln. Jugendberufshilfe eröffnet diese Chancen", erklärt Thomas Domnick, Vorsitzender des Bundesverbandes Caritas Kinder- und Jugend-hilfe.
Jugendberufshilfe schafft Perspektiven und sichert Fachkräfte
Jugendberufshilfe verbindet berufliche Orientierung und Qualifizierung mit sozialpädagogi-scher Begleitung. Sie unterstützt junge Menschen dabei, Schul- und Ausbildungsabschlüsse zu erreichen, Ausbildungsabbrüche zu vermeiden und langfristig auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Gleichzeitig stärkt sie Selbstvertrauen, Selbstwirksamkeit und gesellschaftliche Teilhabe.
Besonders wirksam sind Angebote, die berufliche Bildung eng mit sozialpädagogischer Un-terstützung und psychosozialer Stabilisierung verbinden. Dafür braucht es eine verlässliche Zusammenarbeit von Kinder- und Jugendhilfe, Schulen, Arbeitsverwaltung und Ausbildungs-betrieben.
Angesichts des Fachkräftemangels ist Jugendberufshilfe dabei nicht nur sozialpolitisch geboten, sondern auch volkswirtschaftlich sinnvoll. Erfolgreiche Übergänge in Ausbildung und Beschäftigung erhöhen langfristig Steuer- und Sozialversicherungsbeiträge, reduzieren Trans-ferleistungen und soziale Folgekosten und leisten einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung.
Herausgegeben von: Bundesverband Caritas Kinder- und Jugendhilfe e. V., Karlstraße 40,
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