Die Liga der Freien Wohlfahrtsverbände in Dresden schlägt Alarm. Seit dem Scheitern des Nachtragshaushalts im Dresdner Stadtrat Ende April besteht eine strikte Haushaltssperre für die Landeshauptstadt. Für die soziale Landschaft der Stadt hat dieser Zustand bereits jetzt verheerende Konsequenzen.
Die Wohlfahrtsverbände richten daher einen eindringlichen Appell an alle Stadträtinnen und Stadträte, endlich Verantwortung zu übernehmen und in der Stadtratssitzung diesen Donnerstag (25.06.) den Weg für den Nachtragshaushalt freizumachen.
Johannes Richter, Geschäftsführer des Deutschen Roten Kreuzes und Sprecher der Liga der Wohlfahrtsverbände in Dresden: "Wir erleben derzeit ein politisches Taktieren auf dem Rücken der schwächsten Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt. Sind Hilfsangebote wegen eines fehlenden Beschlusses geschlossen, lassen die sich nicht so schnell wieder aufbauen. Die Stadträte müssen den Ernst der Lage endlich erkennen und den Nachtragshaushalt beschließen! Durch das finanzpolitische Vakuum fehlt den freien Trägern jetzt schon Planungssicherheit. Betroffen sind Projekte im Sozialbereich sowie Gleichstellungsprojekte.
Über die Liga
Neben dem DRK gehören der Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Dresden die Arbeiterwohlfahrt (AWO), die Diakonie, der Paritätische Wohlfahrtsverband, die Caritas sowie der Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden an.
Der Zusammenschluss versteht sich als starke sozialpolitische Stimme in Dresden. Ziel ist es, soziale Teilhabe zu stärken, bürgerschaftliches Engagement zu fördern und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu sichern.
Die Freie Wohlfahrtspflege übernimmt dabei eine besondere Rolle im deutschen Sozialstaat. Nach dem sogenannten Subsidiaritätsprinzip werden viele soziale Angebote nicht unmittelbar von Staat oder Kommunen betrieben, sondern von freien Trägern umgesetzt. Dazu zählen beispielsweise Kindertageseinrichtungen, Beratungsstellen, Angebote für ältere Menschen oder Hilfen für Menschen in schwierigen Lebenslagen. Die Wohlfahrtsverbände bringen dabei ihre fachliche Erfahrung und die Nähe zu den Menschen ein und übernehmen im Auftrag der öffentlichen Hand wichtige soziale Dienstleistungen.
In Dresden arbeiten rund 8.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in diesen Bereichen. Die Wohlfahrtsverbände sind Träger von Beratungsstellen, Kitas, Schulen sowie Einrichtungen der Jugendhilfe, Alten- und Krankenpflege.