Das Senioren- und Pflegezentrum Burkhardhaus befindet sich mitten im Wormser Stadtzentrum. Wie es sich für Extremwetter und Hitze rüsten kann, wurde nun in einem eigenen Klimaanpassungskonzept erarbeitet.© Caritasverband Worms e.V./Sandra König
Im Rahmen des Projekts "Klimafit im Alter" für das Senioren- und Pflegezentrum Burkhardhaus konnte es sich für das Programm "Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen" qualifizieren, ausgeschrieben vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN). Nun wurde das fertige Konzept offiziell vorgestellt. Es sieht insgesamt 26 Maßnahmen.
Mehr Grün, mehr Schatten, standardisierte Messungen und bauliche Anpassungen: Der Caritasverband Worms e.V. hat sich viel vorgenommen. Erarbeitet wurde das Konzept, das im Rahmen eines Vortrags sowie eines Rundgangs im Außenbereich vorgestellt wurde, gemeinsam mit der GreenAdapt Gesellschaft für Klimaanpassung mbH aus Berlin - unter Einbeziehung von Bewohner:innen und Mitarbeitenden. Zahlreiche Interessierte aus der städtischen Verwaltung, von anderen Pflegeeinrichtungen und Sozialverbänden, Angehörige und Anwohner:innen nahmen an der Präsentation teil, die Katja Zamzow, Fachbereichsleiterin Altenhilfe im Caritasverband Worms e.V., eröffnete.
Sie nahm die Gäste mit auf ein Gedankenexperiment: 39 Grad Sommerhitze, offener Platz, aufgeheizte Pflastersteine - oder stattdessen: Bäume, entsiegelte Flächen, Sitzgelegenheiten im Schatten. "Plötzlich wird aus einem Ort, den man möglichst schnell verlassen möchte, wieder ein Ort, an dem man gerne verweilt. Genau das ist der Unterschied zwischen einem Platz, der Hitze speichert, und einem Lebensraum, der Menschen vor Hitze schützt", sagte sie.
Beim Rundgang durch den Innenhof zeigten die Verantwortlichen auf, was sich konkret ändern könnte, um das Burkhardhaus auf Hitzewellen und Starkregen vorzubereiten (von links): Fachbereichsleiterin Katja Zamzow, Severine Bogenschütz (GreenAdapt), Einrichtungsleiter Steffen Schön, Corina Wilding (Caritas-Fördermanagement), Caritasdirektor Lars Diemer und Andi Geisser (Marketing-Agentur M. V. Geisser).© Caritasverband Worms e.V./Maleen Knies
Und genau dies soll im Burkhardhaus umgesetzt werden. Severine Bogenschütz von GreenAdapt stellte die geplanten Maßnahmen vor, die den Außenbereich, den Innenhof, das Gebäude und die Organisation betreffen: Verschattung und Entsiegelung, mehr Wasser, Fassadenbegrünung, Temperaturmonitoring und angepasste Lüftung, ein verbindlicher Hitzeschutzplan und Arbeitsschutz etwa in der Küche seien Bausteine, mit denen man die Effekte des Klimawandels abmildern könne und die nun in einem fertigen, umfassenden Konzept vorliegen. Ganz bewusst sehe das Programm vor, die erarbeiteten Ergebnisse öffentlich vorzustellen. "Sie sind übertragbar und können viel mehr Menschen nutzen", so Bogenschütz.
Mit dem fertigen Konzept wolle man sich nun mit dem Burkhardhaus für das zweite Förderfenster des Bundesumweltministeriums bewerben - um die Förderung für die praktische Umsetzung. "Für uns steht fest: Klimaanpassung ist keine Verschönerungsmaßnahme. Sie ist eine Investition in die Gesundheit, Lebensqualität und Sicherheit unserer Bewohnerinnen und Bewohner - und in gute Arbeitsbedingungen für unsere Mitarbeitenden", so Katja Zamzow.
Hintergrund

Das Senioren- und Pflegezentrum Burkhardhaus ist eine vollstationäre Einrichtung des Caritasverbandes Worms e. V. mit 93 Pflegeplätzen in zentraler Lage der Stadt. Das Klimaanpassungskonzept wurde von November 2025 bis Oktober 2026 erarbeitet und im Bundesprogramm "Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen" (AnpaSo) des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) gefördert. Projektträgerin ist die Zukunft - Umwelt - Gesellschaft (ZUG) gGmbH