Haben noch jede Menge zu erzählen – die Mitglieder des Redaktionsteams „Hausgeflüster“ (v.l.):Norbert Rose, Agnes Holm, Marianne Schulte, Elfriede Taubel, Hildegard Gruber, Ursula Schnabel, Annabell Czajkowski, Waltraud Ehlers, Gisela Schwarz und Erika Eichler.Annegret Spiekermann
Vor zwei Jahren entstand im Caritas-Zentrum Franz von Assisi eine Idee, die nun Jubiläum feiert: Mit dem "Hausgeflüster" gestalten Bewohnerinnen und Bewohner ihre eigene Hauszeitung - für ihre Mitbewohnerinnen und Mitbewohner und alle, die sich für das Leben im Caritas-Zentrum interessieren.
Was einst mit vier Seiten begann, ist inzwischen auf mindestens acht Seiten angewachsen und erscheint alle zwei Monate. Regelmäßig trifft sich das Redaktionsteam im Aktionsraum des Hauses, um gemeinsam Themen zu sammeln, Texte zu schreiben, Bilder auszuwählen und die nächste Ausgabe zu planen. Dabei sind die Inhalte so vielfältig wie die Menschen, die sie gestalten. Jahreszeiten und ihre besonderen Stimmungen finden ebenso ihren Platz wie spannende Geschichten und Wissenswertes. So wurde beispielsweise in einer Ausgabe die Geschichte der Bräutigamseiche aufgegriffen - jenes besonderen Baumes, in dessen Astloch Heiratswillige früher Briefe hinterließen, um miteinander in Kontakt zu kommen. "Sozusagen der erste Vorläufer einer Dating-App", sagt Gisela Schwarz vom Sozialen Dienst schmunzelnd.
Sie hat das "Hausgeflüster" ins Leben gerufen, begleitet das Redaktionsteam seit der ersten Ausgabe und kümmert sich um Satz und Druck. "Viele Menschen, die bei uns leben, schreiben Gedichte, und oft sind wirklich tolle Texte dabei. Darüber habe ich mit ihnen gesprochen - und daraus hat sich schließlich die Idee zu unserer Hauszeitung und das Redaktionsteam entwickelt.", erzählt sie. "Und natürlich haben alle auch ihren eigenen Presseausweis." Neben Gedichten und Geschichten enthält das "Hausgeflüster" Rätsel, Anekdoten, Bilder sowie Berichte aus den Gruppenangeboten der Wohnbereiche. Ein fester Bestandteil jeder Ausgabe ist außerdem das Gedenken an die verstorbenen Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses.
Zum zweijährigen Bestehen wurde das Redaktionsteam nun besonders gewürdigt, auch Annabell Czajkowski, die den Sozialen Dienst leitet, gratulierte. Jedes Teammitglied erhielt ein gerahmtes Gruppenfoto als Erinnerung an die gemeinsame Arbeit. An diesem Jubiläumstag blieb die Redaktion ausnahmsweise geschlossen. Stattdessen wurde bei einem gemeinsamen Eis gefeiert, gelacht und erzählt. Dabei zeigte sich schnell: An Ideen und Geschichten mangelt es auch nach zwei Jahren nicht. Die Gespräche ließen bereits erkennen, dass das "Hausgeflüster" noch viele weitere Ausgaben mit spannenden Inhalten füllen wird - geschrieben von Menschen, die viel aus ihrem Leben zu berichten haben.