So kommt die Hilfe genau dort an, wo die Belastung durch hohe Temperaturen besonders groß ist. Ermöglicht wird die Aktion durch die Sommerhilfen des Landes Nordrhein-Westfalen sowie die Hilfsaktion "Menschen in Not" des Westfälischen Anzeigers.
Freude über die Sommerbeutel: Kristina Köhler (2. v. r.), Leiterin der Wohnungslosenhilfe der Caritas Hamm, mit drei Klient*innen, die die Unterstützung für heiße Sommertage in Hamm entgegengenommen haben. Die Aktion wird durch die Sommerhilfen des Landes Nordrhein-Westfalen sowie die WA-Hilfsaktion „Menschen in Not“ ermöglicht.Anna Eckart (Caritas Hamm)
"Für viele Menschen ist Hitze unangenehm. Für manche wird sie zur Gesundheitsgefahr", sagt Kristina Köhler, Leiterin der Wohnungslosenhilfe der Caritas Hamm. "Deshalb verteilen wir keine Hilfe nach Schema F. Wir schauen genau hin: Was braucht dieser Mensch in seiner Situation? Genau danach richtet sich unsere Unterstützung."
Jeder Mensch erlebt Hitze anders
Für viele Menschen gehören heiße Sommertage einfach zum Sommer. Für andere werden sie schnell zur gesundheitlichen Belastung. Wer auf der Straße lebt, findet oft weder Schatten noch einen geschützten Ort. Allein in der Notunterkunft der Caritas Hamm übernachten jede Nacht zwischen 15 und 25 Menschen. Spätestens gegen Mittag müssen sie die Einrichtung wieder verlassen und verbringen den restlichen Tag häufig im Freien. Insgesamt leben in Hamm mehr als 350 Menschen offen oder verdeckt wohnungslos. Gemeinsam mit Streetwork und weiteren Netzwerkpartnern erreicht die Caritas regelmäßig rund 220 wohnungslose oder von Armut betroffene Menschen.
Doch auch Menschen mit geringem Einkommen stehen an heißen Tagen vor besonderen Herausforderungen. Ausreichend zu trinken, sollte selbstverständlich sein - dennoch bedeuten Getränkekisten für viele eine finanzielle und körperliche Belastung. Gleichzeitig leiden ältere und gesundheitlich eingeschränkte Menschen häufig unter Wohnungen, die sich über Tage hinweg immer weiter aufheizen. "Wir erleben jeden Tag, dass dieselben Temperaturen ganz unterschiedliche Folgen haben", sagt Köhler. "Deshalb schauen wir zuerst auf den Menschen und seine Situation - und erst dann darauf, welche Unterstützung wirklich hilft."
Drei Hilfen - abgestimmt auf den Bedarf
Aus diesen Erfahrungen heraus sind auch die Sommerhilfen entstanden. Denn gute Unterstützung beginnt nicht bei einer Maßnahme, sondern bei den Bedürfnissen der Menschen. Über die Sommerhilfen des Landes Nordrhein-Westfalen, die über den Diözesan-Caritasverband Köln an Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe weitergeleitet werden, konnten rund 100 Sommerbeutel gepackt werden. Sie wurden über die Streetwork und die Wohnungslosenhilfe an wohnungslose Menschen verteilt und enthalten unter anderem Trinkwasser, Sonnencreme, Hygieneartikel, Feuchttücher und kleine Snacks - praktische Begleiter für heiße Tage auf der Straße. Ergänzt wird das Angebot durch die WA-Hilfsaktion "Menschen in Not". Mit den Spendengeldern der Hammer Hilfsaktion stellt die Caritas Hamm insgesamt 50 Wassersprudler, Ventilatoren sowie Gutscheine bereit.
Wassersprudler erhalten Familien und Menschen mit geringem Einkommen. Sie sorgen dafür, dass jederzeit frisches Trinkwasser verfügbar ist - ohne regelmäßig Getränkekisten kaufen und tragen zu müssen. Das entlastet langfristig sowohl den Geldbeutel als auch den Alltag. Ventilatoren gehen insbesondere an ältere und gesundheitlich eingeschränkte Menschen, deren Wohnungen sich an heißen Tagen besonders stark aufheizen. Verteilt werden sie über die ehrenamtlichen Caritas-Lotsen. Sie begleiten ältere Menschen im Alltag und kennen deren individuelle Situation - so kommt die Unterstützung gezielt dort an, wo sie besonders gebraucht wird. "Beide Förderungen ergänzen sich ideal", betont Kristina Köhler. "So können wir Menschen in Hamm genau die Unterstützung anbieten, die zu ihrer Lebenssituation passt."
Mehr als eine Sommeraktion
So wichtig Wasser, Sonnenschutz oder ein Ventilator auch sind - oft bleibt etwas anderes in Erinnerung. Zwischen der Ausgabe der Sommerbeutel bleibt immer wieder Zeit für Gespräche. Ein Mann erzählt von den vergangenen Tagen, von der Suche nach Schatten und davon, wie anstrengend die Hitze auf der Straße geworden ist. Als er sich verabschiedet, bedankt er sich nicht nur für den Inhalt der Tasche, sondern vor allem dafür, dass sich jemand Zeit genommen hat.
"Natürlich freuen sich die Menschen über einen Sommerbeutel mit kleinen Überraschungen darin", sagt Mara Dondrup, Streetworkerin der Caritas Hamm. "Aber oft bleibt etwas anderes viel länger in Erinnerung: dass jemand anhält, zuhört und fragt, wie es ihnen geht. Diese Begegnungen sind der wichtigste Teil unserer Arbeit. Sie zeigen den Menschen, dass sie nicht vergessen sind."
Die Sommerhilfe der Caritas Hamm lindert die unmittelbaren Folgen extremer Hitze. Vor allem aber zeigt sie, worauf es in der sozialen Arbeit ankommt: Menschen nicht mit einer Standardlösung zu begegnen, sondern mit der Unterstützung, die sie in ihrer Situation wirklich brauchen. Möglich wird dieses Engagement durch die Sommerhilfen des Landes Nordrhein-Westfalen sowie die WA-Hilfsaktion "Menschen in Not". Die Caritas Hamm bedankt sich herzlich bei allen Spenderinnen und Spendern sowie beim Westfälischen Anzeiger und seinen Partnern für die Unterstützung, die diese Hilfe für Menschen in Hamm möglich macht.