Niedersachsens Arbeits- und Integrationsminister Dr. Andreas Philippi hat den „Start Guides“-Fachtag eröffnet. Marcel Zeumer
Niedersachsens Arbeits- und Integrationsminister Dr. Andreas Philippi hat in Hannover den diesjährigen "Start Guides"-Fachtag eröffnet. Im Rahmen der Tagung diskutierten rund 100 Expertinnen und Experten von Arbeitsmarktprojekten, Jobcentern und Agenturen für Arbeit aus ganz Niedersachsen aktuelle Handlungsbedarfe und Chancen bei der Gewinnung von Zuwanderinnen und Zuwanderern für betriebliche Berufsausbildungen. Den jährlichen Fachaustausch zur Erwerbsintegration Zugewanderter mit und ohne Fluchthintergrund veranstaltet das Niedersächsische Arbeitsministerium im Rahmen des Förderprogramms "Start Guides" jährlich gemeinsam mit dem Caritasverband für die Diözese Osnabrück.
Rund 100 Expertinnen und Experten von Arbeitsmarktprojekten, Jobcentern und Agenturen für Arbeit aus ganz Niedersachsen diskutierten über aktuelle Handlungsbedarfe. Marcel Zeumer
Arbeits- und Integrationsminister Dr. Philippi führte in seiner Eröffnungsrede aus: "Zuwanderinnen und Zuwanderer sind die Fachkräfte der Zukunft. Ohne sie geht heute nichts mehr, denn in der deutschen Bevölkerung geht die Erwerbstätigkeit demografiebedingt bereits zurück. Die Erwerbsintegration zugewanderter Menschen und ihrer Kinder ist deshalb ein TOP-Anliegen der niedersächsischen Arbeitsmarktpolitik. Eine Berufsausbildung bietet bereits jungen Menschen Schutz vor Arbeitslosigkeit und gute Chancen, sich entsprechend ihrer Interessen und Stärken beruflich zu etablieren. Es gilt darum, Zuwanderinnen und Zuwanderer frühzeitig in Ausbildung zu bringen und sie dabei zu unterstützen, diese erfolgreich abzuschließen. Die regionalen ‘Start Guides‘ leisten hierzu wichtige Beiträge, denn sie beraten Zugewanderte kompetent dazu, welche Ausbildungsmöglichkeiten ihnen offenstehen und welche Förderangebote es während der Ausbildung gibt. Das ‘Start Guides‘-Programm setzen wir daher für fünf weitere Jahre bis 2031 fort."
Maria Keiser-Scheer hat den Caritasverband für die Diözese Osnabrück bei der Veranstaltung vertreten. Marcel Zeumer
Johannes Buß, Direktor des Caritasverbands für die Diözese Osnabrück e.V. und Repräsentant des "Start Guides"-Koordinierungsprojekts ZBS AuF IV, betonte: "Seit fast sechs Jahren begleiten wir als Koordinierungsstelle die niedersächsischen ‘Start Guides‘-Projekte und sehen: Insbesondere das Fachkräftepotenzial geflüchteter Menschen wird noch zu wenig genutzt. Viele Menschen, die in den vergangenen Jahren vor Verfolgung, Krieg und anderen Notlagen zu uns geflohen sind, bereichern inzwischen den niedersächsischen Arbeitsmarkt. Häufig arbeiten sie jedoch in Helfertätigkeiten. Ein großes Problem ist, dass viele Geflüchtete über keinen formalen Berufsabschluss verfügen. Unterbrochene Bildungswege, noch fehlende Deutschkenntnisse, begrenzte Informationen über das Ausbildungssystem und oft schwierige Rahmenbedingungen erschweren den Übergang in eine berufliche Ausbildung. Genau hier müssen wir ansetzen. Denn eine betriebliche Berufsausbildung eröffnet berufliche Perspektiven, ermöglicht Teilhabe und hilft Unternehmen, dringend benötigte Fachkräfte zu gewinnen. Als großer Arbeitgeber in Niedersachsen versteht auch die Caritas Vielfalt in der Belegschaft als Stärke und als wichtigen Baustein für die Zukunft."
Hintergrund
Mit dem Arbeitsmarktprogramm "Start Guides" fördert das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung im Rahmen der "Fachkräfteinitiative Niedersachsen" und des Integrationsbündnisses "Niedersachsen packt an" regionale "Start Guide"-Projekte zur Arbeitsmarktintegration von internationalen Zugewanderten mit und ohne Fluchthintergrund. Die neue "Start Guides"-Förderrichtlinie wird zeitnah im Internetportal der Investitions- und Förderbank Niedersachsen (NBank) unter www.nbank.de veröffentlicht.
Aktuell beraten landesweit 24 regionale "Start Guides"-Zugewanderte und Betriebe passgenau bei der Anbahnung von Ausbildungen und Beschäftigungsverhältnissen und unterstützen beide Seiten durch praktische Hilfen bei der betrieblichen Integration sowie bei Fragen zum Aufenthaltsrecht oder zur Arbeitsmarktförderung.
Die "Zentrale Beratungsstelle ‚Arbeits- und Fachkräftesicherung (ZBS AuF IV)‘" ist das Koordinierungsprojekt im "Start Guides"-Netzwerk. Auf ihrer Projektwebsite www.zbs-auf.info stellt die ZBS AuF rechtliche Fachinformationen in Form von Arbeitshilfen sowie eine umfangreiche FAQ-Liste zur Verfügung. Interessierte können zudem einen kostenlosen Newsletter zu Themen rund um die Arbeitsmarktintegration von internationalen Zugewanderten beziehen.