Hannover, Berlin. Das Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt erfüllt die Kirchen nach eigenem Bekunden mit «großer Sorge». «Diese Landtagswahl hat die politischen Verhältnisse in Sachsen-Anhalt tiefgreifend verändert. Das Land ist gespalten. Unsere Sorge gilt dem sozialen Frieden und dem Miteinander der Menschen in unserem Bundesland», teilten die Bischöfe der evangelischen und der katholischen Kirche in Sachsen-Anhalt, Friedrich Kramer und Gerhard Feige der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit.
"Das Land ist gespalten"
Den Geistlichen zufolge zeigt das Wahlergebnis eine große Unzufriedenheit in weiten Teilen der Bevölkerung. «Gleichzeitig stehen so viele Menschen einander selbstlos mit Rat und Tat und Zeit zur Verfügung; helfen, spenden, teilen, hören zu und stärken einander.» Die Sorge gelte auch den von der AfD angekündigten Folgen, die das Wahlergebnis für Kultur und Bildung, Gemeinwesen und Ehrenamt, Diakonie, Caritas und Kirchen haben werde.
«Wir Kirchen stehen auch nach der Wahl fest an der Seite jener, die mit wachsamem Blick auf die Politik der AfD schauen», erklärte Bischof Kramer. Sein katholischer Amtskollege Feige appellierte an die AfD, die Verfassung von Sachsen-Anhalt und das Grundgesetz uneingeschränkt zu achten und die Würde aller Menschen zu wahren. «Wer Regierungsverantwortung übernehmen möchte, übernimmt die Verantwortung für alle Menschen in unserem Land.»
"Nicht wegsehen - nicht schweigen"
Auch die Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), die Deutsche Bischofskonferenz und die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland meldeten zu Wort: «Wir werden nicht wegsehen und wir werden nicht schweigen, wenn die Würde des Menschen verletzt, unsere Demokratie aufs Spiel gesetzt oder der Rechtsstaat ausgehöhlt wird.»
EKD-Vorsitzende Bischöfin Kirsten Fehrs, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer, sowie ACK-Chef Reverend Christopher Easthill betonen: «Wir fordern die Wahlsieger auf, die Landesverfassung sowie das Grundgesetz uneingeschränkt zu achten und die Würde aller Menschen unabhängig von Herkunft, Religion, Lebensweise, Leistung oder Position zu wahren.»