"Wir Kolleginnen und Kollegen der Caritas treten für eine vielfältige und weltoffene Gesellschaft ein. Für uns selbst und für unsere Klientinnen und Klienten, wie auch immer sie lieben und wo sie herkommen." Foto: Nicolas.Mantseris
Nach dem fürchterlichen Anschlag auf den CSD in Berlin am 25. Juli 2026 beschäftigt viele die Frage, ob so etwas auch in unserer Region passieren kann und, ob weitere Veranstaltungen abgesagt werden müssen. "Jetzt erst recht!" lauten jedoch die deutlichen Worte, mit denen der Vorstand des Queer-Strelitz e.V. Christian Arnold Krüger verkündet hat, dass der CSD in Neustrelitz wie geplant stattfinden wird. Auch Mitarbeitende der Caritas machen sich deshalb am 15. August auf den Weg nach Neustrelitz, um an der Demonstration teilzunehmen.
Der Christopher Street Day (CSD) steht für Sichtbarkeit, Gleichberechtigung und gesellschaftliche Akzeptanz von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans*, intergeschlechtlichen und queeren Menschen. Gleichzeitig erinnert er daran, dass viele Menschen noch immer Diskriminierung, Ausgrenzung und Benachteiligung erfahren. Der Anschlag in Berlin zeigt, dass auch Gewalt noch immer ein Teil des alltäglichen Lebens queerer Personen ist. Er macht deutlich, wie sehr wir tagtäglich für einander einstehen und uns für ein friedliches Miteinander einsetzen müssen.
Die Teilnahme am CSD ist zudem Ausdruck einer Haltung, die sich an den Werten der Caritas orientiert:
Jeder Mensch besitzt die gleiche Würde und das gleiche Recht auf gesellschaftliche Teilhabe.
Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen, in denen queere Menschen wieder zunehmend Ziel von Anfeindungen und ausgrenzenden Debatten werden, ist es wichtig, sichtbar für Offenheit, Vielfalt und Toleranz einzutreten.
Ein weiterer Beweggrund für die Teilnahme liegt in der täglichen Arbeit der Caritas-Dienste. Zu den Klient:innen gehören auch viele queere Menschen. Nicht alle haben die Möglichkeit, ihre Interessen selbst öffentlich zu vertreten oder für ihre Rechte auf die Straße zu gehen.
Als sozialer Träger sieht sich die Caritas in der Verantwortung, ihre Perspektiven mitzudenken und ihre Anliegen sichtbar zu machen.
"Wir wollen Solidarität zeigen, Vorurteile abbauen und ein deutliches Zeichen für eine Gesellschaft setzen, in der alle Menschen sicher, selbstbestimmt und ohne Angst vor Diskriminierung leben können.", sagt Leoni Kießling, Leiterin des Teams für Assistenzleistungen in der Region Neubrandenburg. Queere Menschen dürfen sich bei der Caritas willkommen und angenommen fühlen. "Vielfalt sollte nicht nur ein gesellschaftliches Ideal sein, sondern muss gelebter Bestandteil der alltäglichen Arbeit und des Miteinanders bei der Caritas sein."
Vor diesem Hintergrund haben Mitarbeitende der Caritas bereits an der regionalen CSD-Veranstaltung in Waren am 13. Juni 2026 teilgenommen.