Rüsselsheim/Mainz. Anlässlich des Welttags der Suizidprävention stellt die Caritas im Bistum Mainz zwei Angebote vor, die gezielt junge Menschen stärken und dadurch Suizide verhindern können. "Mit der Online-Suizidprävention [U25] am Standort in Rüsselsheim und dem suizidpräventiven Projekt [AUSWEG]Los investieren wir bewusst in die Unterstützung junger Menschen in Krisen und leisten damit einen Beitrag zum Lebensschutz", sagte Diözesancaritasdirektorin Nicola Adick bei der Veranstaltung in Rüsselsheim.
Bischof Kohlgraf übernimmt Botschafterrolle für die Online-Suizidprävention
Der Mainzer Bischof Kohlgraf übernahm eine Botschafterrolle für die Projekte und machte deutlich: "Suizidprävention ist kein Randthema kirchlichen Handelns. Sie berührt den Kern dessen, was Caritas und Kirche ausmacht: das Eintreten für Menschen in existenziellen Krisen, das Ernstnehmen von Not, bevor sie lebensbedrohlich wird, und das Vertrauen darauf, dass Beziehung, Begleitung und Zeit neue Perspektiven eröffnen können."
Die Ministerin für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales Heike Hofmann betonte: "Entscheidend ist, dass junge Menschen in Krisenzeiten nicht allein bleiben, sondern begleitet werden. Genau hier setzt die Caritas-Online-Suizidpräventionsberatung an: Junge Menschen beraten Gleichaltrige, auf Augenhöhe, niedrigschwellig und digital. Das ist ein Ansatz, der mich persönlich überzeugt. Hier zeigt sich, was qualifiziertes Ehrenamt leisten kann."
Caritasdirektor Martin Webers sagte: "Wirksame Suizidprävention braucht viele Unterstützende. Zusammenhalt beginnt dort, wo wir gemeinsam hinschauen, zuhören und füreinander da sind. Mit dem Caritaszentrum St. Georg hat [U25] in Rüsselsheim genau den richtigen Ort: Die enge Anbindung der Hauptamtlichen an die Psychosoziale Kontakt- und Beratungsstelle schafft fachlichen Rückhalt, während die Peers hier einen verlässlichen Ort für Austausch, Begleitung und Gemeinschaft finden."
Der Rüsselsheimer Oberbürgermeister Patrick Burghardt ergänzte: "Suizid ist die häufigste Todesursache bei jungen Menschen. Wir brauchen niedrigschwellige Präventionsangebote, die diese Altersgruppe gezielt erreichen - so wie das Projekt [U25], bei dem geschulte Gleichaltrige anonym helfen."
In Rüsselsheim läuft bereits die zweite Ausbildung ehrenamtlicher junger Peers, die Gleichaltrigen online zur Seite stehen. Die Peers werden von Hauptamtlichen ausgebildet und auch künftig intensiv in ihrem Engagement begleitet. "Als Caritasverband für die Diözese Mainz und gemeinsam mit dem Bistum Mainz stemmen wir den Aufbau des Angebots zunächst aus Eigenmitteln", so Diözesancaritasdirektorin Adick. "Ziel ist es, die insgesamt drei neuen Standorte im Bistum Mainz ab 2028, wie die anderen [U25]-Standorte auch, über Bundesmittel zu finanzieren und damit langfristig zu sichern."
Zudem appellierte Adick an den Bundesgesundheitsminister, dass mit dem im Entwurf vorliegenden Suizidpräventionsgesetz die notwendigen rechtlichen Grundlagen für verlässliche, zielgruppenspezifisch ausgestaltete Suizidprävention für ältere ebenso wie für junge Menschen geschaffen werden.
Die [U25] Online-Suizidprävention der Caritas Deutschland bietet jungen Menschen in Krisen seit 2001 eine niedrigschwellige, kostenlose und vertrauliche Online-Beratung. Dieses Unterstützungsangebot wird an bisher elf Standorten geleistet, im vergangenen Jahr wurden bundesweit etwa 1.700 junge Menschen begleitet.