Fulda. Die Caritas im Bistum Fulda schafft neue, zeitgemäße Räumlichkeiten für Menschen mit seelischer Beeinträchtigung. Mit dem Spatenstich in der Wilhelmstraße 6 in Fulda beginnt die Grundsanierung und die Errichtung eines Anbaus für ein tagesstrukturierendes Angebot im Rahmen der Eingliederungshilfe nach SGB IX. Künftig sollen hier 12 bis 16 Klientinnen und Klienten eine verlässliche Tagesstruktur und individuelle Unterstützung erhalten.
Gaben mit dem symbolischen Spatenstich den Startschuss für die Baumaßnahme der Caritas in der Wilhelmstraße 6 in Fulda (von links): Stellvertretender Stadtverordnetenvorsteher Dr. Thomas Bobke, Bürgermeister Dag Wehner, Domkapitular Dr. Thomas Renze, Erster LWV-Beigeordneter Alexander Heppe, Caritas-Regionalleiterin Susanne Saradj, Caritas-Vorstandsmitglied Ansgar Erb, Stadtbaurat Daniel Schreiner, Diözesan-Caritasdirektor Dr. Markus Juch, Erster Kreisbeigeordneter Frederik Schmitt, Rohbauunternehmer Andreas Schaub, Prälat Christof Steinert und Architekt Markus Swoboda.Ann-Katrin Jehn/Caritas Fulda
In unmittelbarer Nähe der Caritas-Geschäftsstelle saniert der Verband ein denkmalgeschütztes Gebäude, das der Bischöfliche Stuhl kostenfrei auf der Grundlage eines langfristigen Erbbaupachtvertrages mit einer Laufzeit von 30 Jahren zur Verfügung stellt. Im hinteren Bereich entsteht ein neuer Anbau, sodass genügend Platz für das tagesstrukturierende Angebot entsteht.
"Mit den neuen Räumlichkeiten schaffen wir einen Ort, an dem Menschen mit seelischen Beeinträchtigungen nicht nur Unterstützung erfahren, sondern vor allem Möglichkeiten zur Teilhabe und zu einem selbstbestimmten Leben erhalten", sagte Diözesan-Caritasdirektor Dr. Markus Juch. "Unser Ziel ist es, Menschen in ihrem Alltag zu stärken, ihre Fähigkeiten zu fördern und ihnen Perspektiven zu eröffnen."
Derzeit ist das tagesstrukturierende Angebot in der Straße "An der Grillenburg" in Fulda- Lehnerz untergebracht. Mit dem Umzug in die Wilhelmstraße reagiert die Caritas insbesondere auf die Anforderungen an Barrierefreiheit und auf die veränderten sozialpolitischen Rahmenbedingungen durch das Bundesteilhabegesetz (BTHG). Die neuen Räumlichkeiten sollen eine zeitgemäße und bedarfsgerechte Gestaltung des Angebots ermöglichen. "Wir schaffen hier barrierefreie Räumlichkeiten, die gleichzeitig die Sozialraumorientierung im Sinne des BTHG fördern. Die Innenstadtlage ermöglicht es den Klientinnen und Klienten, Angebote und Einrichtungen des täglichen Lebens eigenständig zu nutzen und soziale Kontakte außerhalb der Einrichtung zu pflegen", sagte Caritas-Finanzvorstand Ansgar Erb.
Das Angebot entstand beim Caritasverband zwischen 2008 und 2010. Ausgangspunkt war der damalige Mangel an stationären Plätzen für chronisch mehrfachgeschädigte Abhängigkeitserkrankte (CMA-Klienten). Im Zuge sozialpolitischer Veränderungen entwickelte die Caritas gemeinsam mit dem Landeswohlfahrtsverband Hessen (LWV) 2009/2010 ein neues teilstationäres Konzept mit tagesstrukturierenden Elementen wie beispielsweise Kochen, Bewegung, kreative Angebote oder Einzel-/Gruppengespräche. Das pädagogische Konzept folgt dabei dem Grundsatz "Fördern und Fordern". Ein wesentliches Ziel des Angebots ist es, Menschen möglichst langfristig ein selbstbestimmtes Leben in ihrem vertrauten Wohnumfeld zu ermöglichen. Durch die Tagesstruktur und die individuelle Unterstützung werden die Klientinnen und Klienten dabei begleitet, ihren Alltag zu bewältigen und soziale Teilhabe zu erhalten. Seit seiner Eröffnung ist das Angebot durchgehend voll belegt.
"Seit Jahren haben wir nach barrierefreien Räumlichkeiten gesucht, um allen Menschen - unabhängig von ihren körperlichen Voraussetzungen - den Zugang zu unserem Angebot zu ermöglichen. Der Umzug hier in die Wilhelmstraße 6 ist der nächste, absolut wichtige Entwicklungsschritt", betonte Caritas-Regionalleiterin Susanne Saradj. Die neuen Räumlichkeiten sind barrierefrei geplant, für den Zugang zum Obergeschoss wird im Anbau ein Fahrstuhl eingebaut. Der Altbaubereich wird eine Nutzfläche von 175 m² haben. Der Neubau eine Nutzfläche von 91 m².
Der Bischöfliche Stuhl hatte das Objekt im Jahr 2022 aus Privatbesitz erworben und stellt es nun dem Caritasverband zur Verfügung. Die Baukosten, inklusive der Abbruchkosten des ehemaligen Anbaus, belaufen sich auf rund 1 Million Euro, die der Caritasverband aus Rücklagen finanziert. Die Bauzeit beträgt voraussichtlich zwölf Monate. Da das Bestandsgebäude unter Denkmalschutz steht, erfolgen alle Arbeiten in enger Abstimmung mit der Unteren Denkmalschutzbehörde.