Die Flüchtlings- und Integrationsberatung von Caritas und Diakonie organisierte einen Ausflug für 60 Kinder und Erwachsene. Foto: Grendah Heitner
Immer wieder blieb sie stehen, zeigte auf etwas und rief: "Wow!" Ein kleines Mädchen, noch keine zwei Jahre alt, schien an diesem Tag alles zum Staunen zu finden. Die Tiere, die Umgebung - überall gab es etwas zu entdecken. Mal kam ihr kleiner Ausruf auf Deutsch, mal auf Arabisch, manchmal war er einfach ihr ganz eigener Ausdruck für: "Schau mal!"
Und irgendwie war dieses kleine "Wow!" ein passender Anfang für einen Tag, an dem es für viele Kinder und ihre Familien so viel zu entdecken gab. Denn für die kleine Entdeckerin spielten Sprache und Herkunft an diesem Tag keine Rolle. Staunen versteht schließlich jeder.
Am 2. September machte sich die Flüchtlings- und Integrationsberatung von Caritas und Diakonie Neumarkt mit rund 60 Kindern und Erwachsenen auf den Weg zum Erlebnisbauernhof Auhof in Hilpoltstein. Familien aus unterschiedlichen Ländern und mit ganz verschiedenen Geschichten verbrachten dort einen gemeinsamen Tag.
Tiere, Ponys und ganz viel Neugier
Auf einem Erlebnisbauernhof hatten vor allem die Kinder viele schöne Momente. Foto: Grendah Heitner
Auf dem Bauernhof gab es für die Kinder viel zu entdecken: Ziegen, Hühner, Hasen, Schweine und natürlich Ponys. Sie konnten die Tiere aus nächster Nähe beobachten und einige auch anfassen.
Auf dem Spielplatz mischten sie sich schnell unter die anderen Kinder, die mit ihren Familien den Bauernhof besuchten. Ein gemeinsames Spiel, ein neugieriger Blick oder ein paar Worte - schon waren die Kinder miteinander beschäftigt.
Besonders groß war die Aufregung rund ums Ponyreiten. "Ich will Ponyreiten!", war immer wieder zu hören. Bevor es losging, konnten die Kinder beobachten, wie die Ponys vorbereitet, gestriegelt und gesattelt wurden. Sie schauten aufmerksam zu, stellten Fragen und warteten gespannt, bis sie selbst an der Reihe waren. Für manche war es vielleicht das erste Mal auf einem Pony.
Auch beim gemeinsamen Mittagessen blieb Zeit für Gespräche. Familien saßen zusammen, aßen und erzählten. Es war einer dieser Momente, in denen nichts organisiert oder erklärt werden musste. Menschen waren einfach miteinander.
Zeit füreinander
Doch der Ausflug sollte mehr sein als ein schöner Tag auf dem Bauernhof.
Viele Familien, die von der Flüchtlings- und Integrationsberatung begleitet werden, stehen im Alltag vor zahlreichen Herausforderungen. Termine, Behördengänge, Sprachbarrieren, die Suche nach Wohnraum und finanzielle Sorgen lassen oft wenig Raum für gemeinsame Freizeit.
Genau hier setzte die Idee des Ausflugs an: den Familien Zeit zu schenken, in der einmal nichts erledigt werden musste.
"Ich finde, auch das gehört zu Integration", sagt Grendah Heitner von der Flüchtlings- und Integrationsberatung. "Kinder sollen nicht nur zuhören, wenn andere von ihren Ferien und Erlebnissen erzählen. Sie sollen selbst etwas erleben können, von dem sie erzählen können."
Denn nach den Sommerferien haben nicht alle Kinder die gleichen Möglichkeiten, von eigenen Ausflügen und Erlebnissen zu berichten. Ein Tag auf dem Bauernhof schenkt ihnen eine eigene Geschichte - von Ponys, Tieren, Spielen und gemeinsamen Erlebnissen.
Begegnung passiert manchmal ganz nebenbei
Auf dem Erlebnisbauernhof trafen die Familien nicht nur auf Tiere, sondern auch auf andere Menschen. Besucher kamen miteinander ins Gespräch, fragten, woher die Familien kommen, erzählten selbst etwas und hörten zu. Dabei wurde ganz selbstverständlich Deutsch gesprochen.
"Solche Situationen sind für mich besonders wertvoll", erzählt Heitner. "Integration passiert nicht nur im Sprachkurs oder in einer Beratung. Sie passiert auch dann, wenn Menschen einfach miteinander ins Gespräch kommen - weil sie neugierig sind oder etwas gemeinsam erleben." Vielleicht beginnt Zusammenleben genau so: nicht mit großen Worten, sondern mit einem gemeinsamen Tisch, einem Gespräch und Kindern, die zusammen spielen.
Ein Tag, der bleibt
Am Ende waren die Kinder müde - aber voller Eindrücke. Auch nach dem Ausflug kamen Nachrichten von Eltern: "Vielen Dank für die Reise, meine Kinder mochten sie." Andere bedankten sich für den gemeinsamen Tag und die Fotos, die anschließend mit den Familien geteilt wurden.
Ein herzliches Dankeschön gilt Merz Reisen GmbH, die den Bus bereits im zweiten Jahr für den Ausflug zur Verfügung gestellt haben, sowie allen Menschen, die mit ihren Spenden solche Angebote der Caritas und Diakonie ermöglichen.
Und vielleicht bleibt bei einem kleinen Mädchen einfach dieses eine Wort: "Wow!" Mehr braucht es manchmal nicht. Ein Kind, das stehen bleibt, auf etwas zeigt und voller Staunen "Wow!" sagt, kann einen ganzen Tag auf den Punkt bringen: Staunen, Freude, Begegnung - und die Lust, die Welt gemeinsam zu entdecken.